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       # taz.de -- Alles zur Bundestagswahl: Oma gegen rechts hat Opa gegen links noch nicht gratuliert
       
       > Merz wartet auf Glückwünsche von Merkel und warnt vor weiterem Erstarken
       > der AfD. Kubicki will FDP-Vorsitzender werden. Robert Habeck tritt ab.
       
   IMG Bild: Clinch in der Senior:innen-Union? Zwei fast zufällig ausgesuchte taz-Titelseiten aus den letzten Tagen und Wochen
       
       • Das vorläufige amtliche Endergebnis: Die Union wird mit 28,5 Prozent*
       stärkste Kraft. Es folgen die AfD mit 20,8 Prozent, die SPD mit 16,4
       Prozent, die Grünen mit 11,6 Prozent und die Linke mit 8,8 Prozent. Das BSW
       verfehlt den Einzug mit 4,972 Prozent der Stimmen äußerst knapp. Die FDP
       bleibt mit 4,3 Prozent deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.
       
       • Voraussichtlich gibt es deswegen eine große Koalition: Mit 328 Sitzen im
       Bundestag kommt Schwarz-Rot zur einzigen realistischen Mehrheit. 
       
       • Robert Habeck zieht Konsequenzen und tritt zurück: Er möchte bei den
       Grünen keine Führungsposition mehr wahrnehmen. 
       
       • Auch der FDP-Chef geht: Am Abend noch [1][kündigte Christian Lindner
       seinen Rückzug an], sollte die FDP nicht in den Bundestag einziehen. Auch
       [2][bei der SPD wird es voraussichtlich personelle Konsequenzen geben].
       
       ## Liveticker macht mal Schluss
       
       17.00 Uhr: Liebe Leser:innen, wir beenden an dieser Stelle fürs Erste
       unseren Liveticker zur Bundestagswahl. Alle Berichte, Kommentar, Analysen
       zum Thema finden Sie in unserem [3][Themenschwerpunkt zur Wahl].
       
       Und falls Sie uns mögen, dürfen Sie gerne hier vorbeiklicken:
       [4][taz.de/zahlich]
       
       ## Kubicki hebt Finger für FDP-Vorsitz [irgendwer muss es ja werden, [5][d.
       säzzer]]
       
       16.20 Uhr: Nach der verheerenden Wahlniederlage der FDP stellt sich
       Parteivize Wolfgang Kubicki für eine Nachfolge des Vorsitzenden Christian
       Lindner auf. „Ich bin heute Nacht von so vielen Menschen aus der Partei und
       von Unterstützern gebeten worden, die Führung der Partei zu übernehmen,
       dass ich ernsthaft darüber nachdenke, im Mai zu kandidieren, um die Partei
       zusammenzuhalten und neu zu motivieren“, schrieb Kubicki auf der
       Kurznachrichtenplattform X. Er hatte noch am Vortag von einem Rückzug
       gesprochen. (dpa)
       
       [6][Oma gegen rechts] hat [7][Opa gegen links] offenbar noch nicht
       gratuliert
       
       15.15 Uhr: Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz haben viele schnelle
       Gratulationen zum Wahlsieg erreicht – eine der früheren Regierungschefin
       und Parteivorsitzenden Angela Merkel war wohl vorerst nicht dabei. „Also,
       ich hab' bis jetzt von Angela Merkel keine Glückwünsche gesehen“, sagte der
       CDU-Chef bei einer Pressekonferenz nach den CDU-Gremiensitzungen am frühen
       Nachmittag. Er fügte aber hinzu: „Es kann sein, dass ich sie übersehen
       habe, weil ich ein paar hundert SMS im Verlauf der letzten Nacht bekommen
       habe.“
       
       Das Verhältnis zu Merkel hatte sich zuletzt eingetrübt, nachdem die
       Ex-CDU-Chefin sich mit einem öffentlichen Tadel für ihren Nachfolger in den
       Wahlkampf eingeschaltet hatte. Merkel nannte es „falsch“, dass die Union im
       Bundestag bei einem Antrag für eine Verschärfung der Migrationspolitik
       erstmalig eine Mehrheit mit Stimmen der AfD ermöglicht hatte.
       
       Die Beziehung Merz-Merkel war lange belastet, nachdem die damalige
       CDU-Chefin ihn nach der Wahl 2002 als Unionsfraktionschef verdrängt hatte.
       Bei einer CDU-Feier zu ihrem 70. Geburtstag im Spätsommer gingen beide
       zuletzt aber ausgesprochen freundlich miteinander um. (dpa)
       
       ## FDP-Generalsekretär Buschmann tritt nach Wahlniederlage zurück
       
       15.04 Uhr: Das Ausscheiden aus dem Bundestag zieht für die FDP einen
       weiteren Rücktritt nach sich: Neben Parteichef Christian Lindner tritt auch
       Generalsekretär Marco Buschmann ab. „Wenn man Verantwortung trägt, dann
       muss man auch daraus Konsequenzen ziehen“, sagte Buschmann am Montag bei
       einer Pressekonferenz seiner Partei in Berlin. Lindner hatte seinen Rückzug
       bereits am Sonntagabend angekündigt.
       
       Buschmann ist erst seit November vergangenen Jahres Generalsekretär –
       formal auch nur kommissarisch, weil er nicht von einem Parteitag gewählt
       wurde. Zuvor war er Justizmimnister in der Ampelkoalition. (afp/taz)
       
       ## Merz warnt vor weiterem Erstarken der AfD – und macht damit der SPD
       Druck
       
       14.50 Uhr: CDU-Chef Friedrich Merz hat vor einem weiteren Erstarken der AfD
       bis zur kommenden Bundestagswahl gewarnt, falls die künftige Regierung
       keine konkreten Erfolge vorweisen kann. Es gehe nun darum, das Vertrauen
       der Bürgerinnen und Bürger „in die politischen Parteien unserer Demokratie“
       zurückzugewinnen, sagte Merz am Montag in Berlin. Die neue
       Legislaturperiode biete möglicherweise „die letzte Chance, dass uns das
       gelingt“.
       
       Merz fügte warnend hinzu: „Wenn uns das in dieser Wahlperiode nicht
       gelingt, dann werden wir 2029 spätestens nicht nur über einen weiteren
       normalen Regierungswechsel in Deutschland sprechen“, sagte er. „Dann haben
       wir ganz andere Probleme.“
       
       In diesem Zusammenhang rief Merz die SPD bei den anvisierten
       Koalitionsgesprächen insbesondere zu Zugeständnissen für eine verschärfte
       Migrationspolitik auf. „Ich setze darauf, dass die SPD auch selbst erkennt,
       dass das jetzt dringend notwendig ist, denn die SPD steht einer
       Existenzkrise sehr, sehr nahe – ich habe als Demokrat in Deutschland kein
       Interesse daran, dass die SPD zerstört wird“, sagte er.
       
       Er wolle, „dass wir eine starke sozialdemokratische Partei in Deutschland
       haben, die auch in der Lage ist, von links zur Mitte hin zu integrieren –
       genauso wie wir von rechts zur Mitte hin integrieren müssen“, sagte der
       CDU-Chef. „Diese Aufgabe haben wir beide als politische Parteien.“ (afp)
       
       ## Dobrindt besteht auf Schuldenbremse
       
       14.30 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt äußert sich ablehnend
       über eine Lockerung der Schuldenbremse. „Die Schuldenbremse bleibt“, sagt
       Dobrindt auf eine entsprechende Frage im Anschluss an eine Pressekonferenz
       nach einer CSU-Vorstandssitzung München. Dobrindt verweist auf
       entsprechende Aussagen der CSU im Wahlkampf. (rtr)
       
       🐾 Die Bundestagswahl in Zahlen
       
       14.08 Uhr: Wie haben die Parteien abgeschnitten? Wo haben sie ihre
       Hochburgen? Wohin sind die Wähler:innen gewandert? Alle Ergebnisse der
       Wahl in Grafiken. Eine [8][Datenanalyse von Gereon Asmuth, Co-Ressortleiter
       der Regie].
       
       Innenministerium: Einflussversuche, keine Wahlmanipulation
       
       14.05 Uhr: Russland hat laut Bundesinnenministerium mit mehreren verdeckten
       Operationen und Kampagnen versucht, den Wahlausgang zu beeinflussen. Nach
       Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hätte es allerdings keine direkte
       Manipulation durch ausländische Akteure gegeben. „Bei der Bundestagswahl
       kam es zu keinen Eingriffen in den Wahlprozess“, teilte ein Sprecher des
       Bundesinnenministeriums mit. Auch dank des papierbasierten Verfahrens gebe
       es keinen Zweifel an der Integrität dieser Wahl.
       
       Gleichwohl seien im Vorfeld der Bundestagswahl „vielfältige Versuche der
       ausländischen Einflussnahme im Informationsraum“ bemerkt worden. Diese
       hätten vor allem darauf abgezielt, das Vertrauen in den Wahlprozess zu
       erschüttern und das Wahlverhalten der Wahlberechtigten zu beeinflussen.
       „Russland führte mehrere verdeckte Einflussoperationen und Kampagnen im
       Informationsraum durch, um die Wahl mit klandestinen Mitteln zu seinen
       Gunsten zu beeinflussen“, sagte der Sprecher. Diese Versuche der
       Einflussnahme hätten jedoch in der Regel relativ geringe Reichweiten
       erzielt.
       
       Das Innenministerium hatte zwei Tage vor der Wahl auf zwei mutmaßlich aus
       Russland gesteuerte Fake-Videos hingewiesen, die vermeintliche
       Manipulationen bei Stimmzetteln für die Bundestagswahl zulasten der AfD
       zeigten. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte am Freitag: „Unsere
       Sicherheitsbehörden sehen hier starke Merkmale, die auf die Kampagne
       „Storm-1516“ hinweisen, die schon im US-Wahlkampf mit ähnlicher russischer
       Desinformation aufgefallen ist.“ (dpa/taz)
       
       ## 🐾 Jetzt kommt es auf den Kanzler an
       
       Drei Erkenntnisse aus der Wahl: Einen so harten Rechtsruck gab es noch nie.
       Die SPD muss leider regieren. Merz wird hoffentlich erwachsen. EIn
       [9][Kommentar von Stefan Reinecke].
       
       Esken und Klingbeil halten am Parteivorsitz fest
       
       14.00 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken will auch nach dem Debakel der
       Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl Parteivorsitzende bleiben. Sie habe
       mehr als fünf Jahre mit großer Freude an der Geschlossenheit der Partei
       gearbeitet, sagte Esken in der Berliner Parteizentrale. „Und das gedenke
       ich auch weiter zu tun.„Ihr Co-Vorsitzender Lars Klingbeil will ebenfalls
       an der Parteispitze bleiben und greift zusätzlich nach dem
       Fraktionsvorsitz. Die SPD hat bei der Wahl ein historisch schlechtes
       Ergebnis von 16,4 Prozent eingefahren. (dpa)
       
       Scholz kann sich schnelle Schuldenbremse-Reform vorstellen
       
       13.45 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz schließt nicht aus, dass eine Reform
       der Schuldenbremse noch mit den Mehrheiten des aktuellen Bundestags
       beschlossen werden kann. Es sei Sache der Parteichefs, dies zu entscheiden,
       sagt Scholz nach Gremiensitzungen der SPD in Berlin. Eine ähnliche
       Situation habe es 1998 bereits im Zusammenhang mit dem Jugoslawien-Krieg
       gegeben. Das sei zwar „ein seltener Vorgang“, es habe so etwas aber schon
       einmal gegeben, sagt der Kanzler.
       
       CDU-Chef Friedrich Merz hat angekündigt, dass er noch am Montag mit dem
       SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sprechen werde. Die Gespräche mit der SPD zur
       Bildung einer Regierung seien vorbereitet, sagt er nach den
       Gremiensitzungen seiner Partei. (rtr)
       
       ## Merz kündigt Gespräche mit der SPD an
       
       13.40 Uhr: CDU-Chef Friedrich Merz hat angekündigt, dass er noch am Montag
       mit dem SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sprechen werde. Die Gespräche mit der
       SPD zur Bildung einer Regierung seien vorbereitet, sagt er nach den
       Gremiensitzungen seiner Partei. (rtr)
       
       ## Linke könnte die Schuldenbremse mitreformieren
       
       13.37 Uhr: Die Linke könnte einer Grundgesetzänderung zur Reform der
       Schuldenbremse zustimmen, unter der Bedingung, dass mehr staatliches Geld
       in die soziale Infrastruktur gesteckt wird. Für Aufrüstung werde man
       hingegen nicht stimmen, sagte Parteichefin Ines Schwerdtner in Berlin.
       
       Die Partei sei von Anfang an gegen die Schuldenbremse gewesen, diese habe
       Investitionen in die Infrastruktur blockiert.„Ich persönlich glaube auch,
       dass die nächste Bundesregierung sich da bewegen muss. Also, es bleibt ihr
       ja gar nichts anderes übrig. Auch Friedrich Merz wird da in den sauren
       Apfel beißen.“ fügte sie hinzu.
       
       Nach dem starken Abschneiden bei der Bundestagswahl sei die Linke nun in
       der Lage, für die Mitwirkung an einer verfassungsändernden
       Zwei-Drittel-Mehrheit Bedingungen stellen zu können. „Wir stimmen nur mit,
       wenn es an Bedingungen geknüpft ist“, sagte Schwerdtner. „Wir müssen in die
       soziale Infrastruktur investieren, und wenn das nicht passiert, dann werden
       wir da auch nicht mitstimmen. Für Aufrüstung werden wir nicht stimmen.“
       
       Linke und AfD haben im künftigen Bundestag zusammen mehr als ein Drittel
       der Stimmen und damit theoretisch gemeinsam eine Sperrminorität gegen
       Verfassungsänderungen. (dpa)
       
       ## Klingbeil will sich nicht drängen lassen
       
       12.55 Uhr: SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sieht keine schnelle
       Regierungsbildung mit seiner Partei. Deutschland müsse zwar schnell
       handlungs- und entscheidungsfähig sein, sagt Klingbeil in Berlin. Ob aber
       die SPD einer unionsgeführten Regierung beitreten werde, „das steht nicht
       fest“. Es könne Wochen oder Monate dauern, bis der Prozess einer
       Regierungsbildung abgeschlossen sei. (rtr)
       
       ## Bettina Stark-Watzinger will nicht mehr für FDP kandidieren
       
       12:47 Uhr Die hessische FDP-Vorsitzende Bettina Stark-Watzinger hat
       angesichts der Wahlniederlage ihrer Partei bei der Bundestagswahl
       angekündigt, nicht mehr für ihre Parteiämter zu kandidieren. „Bei den
       kommenden Parteitagen werde ich nicht mehr als Landesvorsitzende der FDP
       Hessen beziehungsweise als stellvertretende Bundesvorsitzende kandidieren“,
       erklärte Stark-Watzinger, die bis zum Bruch der Ampelkoalition im November
       Bundesbildungsministerin war, am Montag.
       
       Sie habe für einen Richtungswechsel gekämpft. Bei der Bundestagswahl habe
       die FDP jedoch eine herbe Niederlage erlitten. „Dafür übernehme ich die
       Verantwortung“, führte Stark-Watzinger zur Begründung aus. Bei der
       Bundestagswahl am Sonntag war die FDP an der Fünfprozenthürde gescheitert.
       Laut vorläufigem Endergebnis erreichte sie 4,3 Prozent der Stimmen. (afp)
       
       ## Jede siebte Stimme außerparlamentarisch
       
       12.31 Uhr: Etwas mehr als jede siebte Stimme ging bei der Bundestagswahl an
       eine Partei, die nicht im nächsten Bundestag vertreten sein wird. Nach dem
       Ergebnis der Auszählung aller Wahlkreise wählten etwa 13,9 Prozent eine an
       der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterte Partei. Das entspricht rund 6,9
       Millionen Stimmen – wobei etwas mehr als 76.000 davon dem SSW über eine
       Ausnahmeregelung zu einem Mandat im Bundestag verholfen haben.
       
       Nicht nur die FDP (4,3 Prozent) und das BSW (4,972 Prozent) scheiterten
       trotz ihrer insgesamt mehr als 4,6 Millionen Wähler an der Sperrklausel,
       die das deutsche Parlament vor totaler Parteizersplitterung und Weimarer
       Verhältnissen schützen soll. Die meisten der 21 Parteien, die an der
       Bundestagswahl teilgenommen hatten, darunter etwa Volt und die
       Tierschutzpartei, erreichen nicht die notwendige Anzahl an Stimmen. Die
       wenigsten Stimmen von allen erhielt die Partei für Verjüngungsforschung mit
       nur 304 in ganz Deutschland. (dpa)
       
       ## Grüne wollen noch schnell an die Schuldenbremse
       
       12.25 Uhr: Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck und Außenministerin
       Annalena Baerbock dringen darauf, dass der Bundestag noch in alter
       Zusammensetzung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die Schuldenbremse
       reformiert. Diese Möglichkeit gebe es jetzt noch, sagt Habeck. Es werde
       mehr Geld für Verteidigung und für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft
       erforderlich sein. Baerbock erklärt auf Nachfrage, damit setze man sich
       nicht über den Wählerwillen hinweg. Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz
       sei aufgefordert, die nächsten Wochen verantwortungsvoll zu nutzen. Der
       neugewählte Bundestag tritt spätestens am 25. März zusammen. Dann erlischt
       die Amtszeit des alten Bundestages. (rtr)
       
       ## Bundestag wird männlicher
       
       11.55 Uhr: Der neue Bundestag wird voraussichtlich einen niedrigeren
       Frauenanteil haben als der vorherige. Das geht aus einer vorläufigen
       Sitzverteilung hervor, die das Parlament am Montagmorgen auf seiner Website
       präsentierte. Demnach beträgt der Anteil weiblicher Abgeordneter im
       Parlament etwa 32,4 Prozent. 630 Sitze würden dabei von 426 Männern besetzt
       und von 204 Frauen. Nach der Wahl 2021 lag der Frauenanteil im Bundestag
       bei 34,8 Prozent, 2017 bei 31 Prozent.
       
       Den höchsten Frauenanteil verzeichnen der vorläufigen Sitzverteilung
       zufolge die Grünen mit 61,2 Prozent und damit 52 von 85 Sitzen. Die Linke
       folgt mit 56,3 Prozent (36 von 64 Sitzen). Auch die SPD hat mit 41,7
       Prozent und 50 von 120 Sitzen einen vergleichsweise hohen Frauenanteil. Bei
       der Fraktion CDU/CSU sind nur 48 von 208 Abgeordneten Frauen, der Anteil
       liegt damit bei 23,1 Prozent. Den niedrigsten Anteil weiblicher
       Abgeordneter weist mit 11,8 Prozent und 18 von 152 Sitzen die AfD auf.
       (epd)
       
       Robert Habeck schmeißt hin
       
       11.28 Uhr: Bei der Bundespressekonferenz erklärt Robert Habeck, in Zukunft
       keine Führungsposition mehr bei Bündnis 90/Die Grünen wahrnehmen zu wollen.
       „Ich werde keine führende Rolle in den Personaltableaus der Grünen mehr
       beanspruchen oder anstreben“, sagte er in Berlin. Mit dem Wahlergebnis
       seiner Partei vom Sonntag äußerte er sich unzufrieden: „Es wäre mehr
       möglich gewesen“, sagte er.
       
       „Das Angebot war top, die Nachfrage war nicht da.“ begründete er seine
       Entscheidung. Seine Person sei zu sehr an eine Koalitions-Option mit der
       Union geknüpft gewesen. Annalena Baerbock wird hingegen nicht abtreten.
       
       Habeck hat derzeit abgesehen von seinen Regierungsämtern bei den Grünen
       keine Ämter inne. Er wurde aber erneut in den Bundestag gewählt. Der
       Grünen-Spitzenkandidat ließ am Montag offen, ob er sein Mandat wahrnehmen
       wird. „Die Antwort gebe ich, wenn wir die Gremien aufgestellt haben“,
       antwortete er auf eine entsprechende Frage. Die Partei will in den nächsten
       Tagen ihre Gremien neu zusammenstellen, zum Beispiel am Mittwoch den
       geschäftsführenden Vorstand der Bundestagsfraktion. (dpa/afp/ras)
       
       ## Kretschmer fordert „Demut und Verantwortung“ von Union
       
       11.15 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert, dass die
       Union „mit Demut und Verantwortung“ in die Verhandlungen mit der SPD gehen
       sollte. „Ich finde, das Wichtigste ist, dass wir miteinander auf Augenhöhe
       in ein Gespräch kommen“, sagt der CDU-Politiker am Rande einer
       CDU-Präsidiumssitzung. Es dürften jetzt keine Vorfestlegungen gemacht oder
       roten Linien gezogen werden. Man dürfe sich nicht gegenseitig überfordern.
       Kretschmer lobt SPD-Co-Chef Lars Klingbeil als Politiker, „den wir über
       viele Jahre kennen und schätzen und mit dem es auf jeden Fall diese
       Vertrauensbasis gibt“. Dieses Vertrauen gebe es auch zu den
       SPD-Ministerpräsidenten. (rtr)
       
       ## Wagenknecht will juristische Schritte gegen Wahlergebnis einleiten
       
       10.30 Uhr: Die Spitzenkandidatin des BSW, [10][Sahra Wagenknecht, sieht
       eine Ursache des Scheiterns] an der Fünf-Prozent-Hürde auch in der
       Zusammenarbeit mit anderen Parteien auf Länderebene. Der Eintritt in
       Koalitionen, in denen Spielraum fehlte, habe Wählerstimmen gekostet. Gerade
       eine junge Partei verliere besonders, wenn hohe Erwartungen nicht erfüllt
       werden könnten. Das BSW ist in Thüringen und Brandenburg an
       Landesregierungen beteiligt. Zudem hat das BSW nach Ansicht von Wagenknecht
       unter einer medialen Negativkampagne gelitten. Es sei als Pro-Putin-Partei
       diffamiert worden. Zudem wirft Wagenknecht Umfrage-Instituten vor, die
       öffentliche Meinung zum Nachteil ihrer Partei beeinflusst zu haben. Es
       würden juristische Schritte geprüft.
       
       Wenn eine Partei „aus dem Bundestag fliegt, weil ihr 13.400 Stimmen fehlen“
       und es zugleich Hinweise darauf gebe, dass „in relevanter Zahl Menschen
       nicht teilnehmen konnten, stellt sich schon die Frage nach dem rechtlichen
       Bestand des Wahlergebnisses“, sagte BSW-Kanzlerkandidatin Sahra Wagenknecht
       am Montag in Berlin. Sie bezog sich darauf, dass sich rund 230.000
       Auslandsdeutsche zur Wahl registriert hätten, jedoch „offenbar nur ein
       Bruchteil“ habe teilnehmen können. Das BSW hatte bei der Wahl laut
       vorläufigem Endergebnis 4,97 Prozent der Stimmen erhalten.
       
       Ob sie noch an der Spitze der Partei blieben werde lässt die BSW-Gründerin
       Sahra Wagenknecht vorerst offen. Dies werde nun in den Gremien beraten,
       sagte Wagenknecht in Berlin. Wenn es ein Ergebnis gebe, werde man dies
       mitteilen. Auf Nachfrage wollte sie ausdrücklich nicht sagen, ob sie sich
       zurückzieht. „Ich weiß, dass Sie das sehr gerne jetzt hören möchten, und
       deshalb werde ich Ihnen diesen Gefallen jetzt nicht tun.“ Die Einladung zu
       diversen TV-Talkshows am Wahlabend war sie in letzter Minute nicht
       nachgekommen. (cin/reuters/dpa/afp)
       
       ## 🐾 Sieger des rassistischen Wahlkampfes
       
       10.25 Uhr: Die AfD hat sich bei der Bundestagswahl verdoppelt. Dass die
       anderen Parteien an sie verloren haben, liegt auch am Migrationswahlkampf.
       [11][AfD-Watcher Gareth Joswig berichtet].
       
       ## CDU Ministerpräsident Hendrik Wüst will Brücken bauen
       
       10.13 Uhr: Nach dem harten Wahlkampf schlägt Nordrhein-Westfalens
       Ministerpräsident Hendrik Wüst versöhnliche Töne an und wirbt zur
       Kompromissbereitschaft zur [12][schnellen Bildung einer neuen
       Bundesregierung]. „Die Menschen in Deutschland haben einen Politikwechsel
       gewählt“, sagte der CDU-Politiker vor Sitzungen der Spitzengremien seiner
       Partei in Berlin. „Jetzt ist die politische Mitte gefordert
       zusammenzukommen, auch Brücken zu bauen und Antworten zu geben auf die
       Sorgen der Menschen, denn nur so werden wir am Ende die extremen Ränder
       wieder klein kriegen.“
       
       Wüst sagte zur Frage, ob ein Politikwechsel mit der jetzigen Kanzlerpartei
       SPD möglich sei, nichts werde einfach, weil die Herausforderungen groß
       seien. „Es sind jetzt alle gefordert, aufeinander zuzugehen und gemeinsam
       Antworten zu geben.“ Die SPD werde sicherlich ihr Abschneiden in ehemaligen
       Hochburgen anschauen und Schlüsse daraus ziehen, wo Wähler hingegangen
       seien. (dpa/taz)
       
       ## 🐾AfD mobilisiert viele Nichtwähler:innen
       
       10.04 Uhr: Enttäuschte Ampel-Wähler:innen verschaffen der Union ein starkes
       Wahlergebnis. Die AfD mobilisiert besonders viele Nichtwähler:innen. Die
       Linke gewinnt links. Ein [13][Überblick von Raoul Spada], Co-Ressortleiter
       der taz-Regie.
       
       ## Fehlende Zweidrittelmehrheit: Linke zu Gesprächen bereit
       
       9.16 Uhr: Die Linke hat sich nach der Bundestagswahl offen für
       Kooperationen mit anderen Parteien bei Gesetzen gezeigt, die eine
       Zweidrittelmehrheit verlangen. „Natürlich sind wir gesprächsbereit, ist
       doch gar keine Frage“, sagte Ko-Parteichef Jan van Aken am Montag im
       ARD-„Morgenmagazin“. Union-Kanzlerkandidat Friedrich Merz müsse sich im
       Parlament „warm anziehen“. Bei Angriffen auf Arbeitnehmende und
       Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger werde die Linke „eine wirklich
       starke Opposition sein“.
       
       Die Linke zeigte sich daher zu Kooperationen bei bestimmten Themen bereit.
       „Die Schuldenbremse muss natürlich weg“, sagte van Aken im ZDF-„Moma“.
       Einen Blankoscheck wolle seine Partei der Regierung aber nicht ausstellen.
       Es gehe darum, Wege zu finden, bei denen Linke nicht „über den Tisch
       gezogen“ werde und die trotzdem der „Demokratie nach vorne helfen“. Eine
       deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben lehnte van Aken ab.
       
       Die Linke kam bei der Bundestagswahl laut vorläufigem amtlichen Ergebnis
       auf 8,8 Prozent der Stimmen und erzielte damit das zweitbestes Ergebnis
       seit ihrer Gründung. An einer Regierung wird die Partei aller Voraussicht
       nach nicht beteiligt sein. Die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit
       Blick auf die Linkspartei, der eine Koalition ausschließt. (afp/taz)
       
       ## Mehrheiten im neuen Bundestag machen Grundgesetzänderungen schwierig
       
       9.10 Uhr: Die Mehrheitsverhältnisse im neuen Bundestag machen
       Grundgesetzänderungen schwierig – etwa für Reformen der Schuldenbremse oder
       neue Sondervermögen. Union, SPD und Grüne verfügen laut dem vorläufigen
       amtlichen Endergebnis künftig zusammen über 413 Mandate und damit nicht
       über die für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit im
       Parlament. Dafür wären 420 Stimmen erforderlich.
       
       Da die demokratischen Parteien eine Kooperation mit der in Teilen
       rechtsextremistischen AfD ausschließen, wäre das notwendige Quorum nur
       unter Einbeziehung der Linkspartei zu erreichen, mit der CDU und CSU
       bislang nicht zusammenarbeiten wollen. Zudem lehnt die Linke beispielsweise
       Mehrausgaben für die Bundeswehr oder für Militärhilfen an die Ukraine ab.
       (afp)
       
       Grüne trauern um verlorenes Kreuzberg
       
       09.02 Uhr: Der Grünen-Landesvorsitzende Philmon Ghirmai sieht die Gründe
       für den großen Wahlerfolg der Berliner Linken bei der Bundestagswahl auch
       bei seiner Partei. Es habe in der Hauptstadt ein großes Bedürfnis gegeben,
       dem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen: „Die Linke hat das in einer
       Deutlichkeit gemacht, wie das andere Parteien, unsere eingeschlossen, nicht
       gemacht haben.“ Daraus habe die Linke Profit schlagen können.
       
       Mit 16,8 Prozent Zweitstimmen landeten die Grünen in Berlin nur auf dem
       dritten Platz hinter der Linken mit 19,9 Prozent und der CDU mit 18,3
       Prozent. Zudem hat die Partei ihre langjährige Hochburg, den Wahlkreis
       Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost, an die Linke verloren. Hier
       siegte der Linken-Politiker Pascal Meiser. „Der Verlust des Direktmandats
       in Friedrichshain-Kreuzberg ist ein herber Schlag“, meint Ghirmai.
       
       Der Wahlkreis war der erste, den jemals ein Grüner hatte gewinnen können:
       [14][Christian Ströbele] hatte dort 2002 erstmals vorn gelegen und das
       Mandat bei den Wahlen 2005, 2009 und 2013 klar verteidigt. Bei der letzten
       Bundestagswahl 2017 hatte die Parteilinke Canan Bayram den Wahlkreis
       gewonnen. Dann hatten sich Partei und Politikerin überworfen. [15][Bayram
       trat nicht mehr an, weil sie die „Glaubwürdigkeit der Grünen infrage
       gestellt“ sah.] (dpa/taz)
       
       🐾 Thüringen braucht Weltoffenheit
       
       09.00 Uhr: In den ostdeutschen Flächenländern hat die AfD mehr als 30
       Prozent der Stimmen bekommen. In Thüringen ging nur ein Direktmandat nicht
       an sie, [16][berichtet taz-Ost-Korrespondent David Muschenich].
       
       ## SPD-Generalsekretär erwartet schwierige Verhandlungen mit der Union
       
       08.50 Uhr: SPD-Generalsekretär Matthias Miersch erwartet schwierige
       Verhandlungen mit der Union über die Bildung einer neuen Bundesregierung.
       Er kündigte eine Mitgliederentscheidung der SPD an.
       
       Miersch sagte im ARD-„Morgenmagazin“: „Es gibt keinen Automatismus, aber
       die demokratische Mitte muss natürlich versuchen, in diesen Zeiten auch
       zusammenzuarbeiten.“ Die SPD werde sehen, wie Unions-Kanzlerkandidat
       Friedrich Merz sich jetzt verhalte in den Gesprächen. „Dann werden wir das
       davon abhängig machen, ob es tatsächlich zusammengeht, ja oder nein. Am
       Ende, das steht fest, steht eine Mitgliederentscheidung der SPD.“ (dpa)
       
       AfD gewinnt fast alle Wahlkreise in Ostdeutschland
       
       8:09 Uhr: Die [17][AfD hat bei der Bundestagswahl] am Sonntag mit Ausnahme
       Berlins fast alle Wahlkreise in Ostdeutschland gewonnen. Lediglich im
       Wahlkreis Potsdam/Potsdam-Mittelmark setzte sich SPD-Spitzenkandidat Olaf
       Scholz durch, zudem mit Sören Pellmann in Leipzig-Süd und Bodo Ramelow in
       Erfurt/Weimar zwei Politiker der Linkspartei. In Berlin setzte sich die in
       Teilen rechtsextremistische AfD zudem im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf
       durch.
       
       Im übrigen Bundesgebiet ging die AfD allerdings laut dem vorläufigen
       amtlichen Endergebnis in den Wahlkreisen leer aus. Hier dominierte die
       CDU/CSU. Ein Teil der Wahlkreise ging auch an SPD und Grüne. Die Linke
       gewann zudem vier Wahlkreise in Berlin, darunter auch den Wahlkreis
       Friedrichshain/Kreuzberg, der bisher als sichere Grünen-Hochburg galt. Im
       Westen Berlins dominierte die CDU.
       
       AfD-Chef Tino Chrupalla hat die Ergebnisse seiner Partei als „sensationell“
       bezeichnet und geht in Ostdeutschland von einer baldigen
       Regierungsbeteiligung aus. „Die Ostdeutschen haben ganz klar gesagt, sie
       wollen keine Brandmauer mehr“, sagte der AfD-Bundessprecher im
       RBB-Inforadio. CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz schließt eine
       Zusammenarbeit mit der AfD aus – zuletzt sagte er das in der ZDF-Wahlrunde,
       als AfD-Chefin Alice Weidel von einer „ausgestreckten Hand“ für etwaige
       Koalitionsgespräche sprach. (cin/dpa/afp)
       
       ## 🐾 taz-Kommentar: Linke hat keine Zeit, jetzt lang zu feiern
       
       08.00 Uhr: Die Linke profitierte von glücklichen Umständen, hat im
       Wahlkampf aber auch vieles richtig gemacht, [18][kommentiert
       taz-Inlands-Ressortleiter Kersten Augustin].
       
       ## Strack-Zimmermann zeigt sich offen für FDP-Vorsitz, Kemmerich schließt
       Neugründung der Partei nicht aus
       
       7:45 Uhr: Nach dem verpassten Wiedereinzug in den Bundestag hat sich die
       FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann nach dem angekündigten
       [19][Rücktritt des FDP-Chefs Christian Lindner] offen für eine Übernahme
       des Parteivorsitzes gezeigt. „Ich stehe voll und ganz hinter der FDP und
       werde dort in der Partei Verantwortung übernehmen, wo es notwendig ist und
       wo es gewünscht wird“, sagte die EU-Abgeordnete der Bild-Zeitung laut
       Mitteilung am Montag.
       
       Der Landesvorsitzende der FDP Thüringen, [20][Thomas Kemmerich, forderte
       derweil eine Auseinandersetzung] über die inhaltliche und personelle
       Ausrichtung der FDP beim Bundesparteitag im Mai. Dabei schloss er auch eine
       Neugründung der Partei nicht aus: „Wenn sich die Linksliberalen beim
       Parteitag durchsetzen, dann bleibt mir keine andere Wahl, als eine neue
       liberale Partei zu gründen.“ Die Gründung einer Alternativpartei zur FDP
       sollte die Ultima Ratio sein, betonte Kemmerich weiter. „Aber wenn ein
       Comeback der Marke FDP als aussichtslos erscheint, sollte das in Erwägung
       gezogen werden.“ (cin/afp)
       
       ## 🐾 taz-Gastkommentar: Regieren ohne Mehrheit
       
       07.30 Uhr: In Berlin nimmt eine schwierige Koalition den Hut, um einer kaum
       weniger schwierigen Koalition Platz zu machen. Oder vielleicht auch nicht,
       [21][schreibt der Politologe Claus Leggewie in einem taz-Kommentar.]
       
       ## Guten Morgen im Deutschland danach
       
       07:16 Uhr: 23 Kandidatinnen und Kandidaten, die bei der Bundestagswahl in
       ihrem Wahlkreis die relative Mehrheit der Erststimmen erhalten haben,
       ziehen trotzdem nicht in den Bundestag ein. Das teilte Bundeswahlleiterin
       Ruth Brand am frühen Montagmorgen mit. Betroffen sind 15 Kandidierende der
       CDU, vier der AfD, drei der CSU und eine Kandidatin der SPD.
       
       Hintergrund ist eine [22][neue Regelung im Wahlrecht, wonach nur die
       Zweitstimmen darüber entscheiden, wie viele Sitze eine Partei im Bundestag
       erhält]. Gewinnt sie mehr Wahlkreise, als durch den Zweitstimmenanteil
       gedeckt sind, geht ein Teil der Siegerinnen und Sieger leer aus. (afp)
       
       Vorläufiges amtliches Endergebnis: BSW schafft es nicht über 5 Prozent
       
       04:35 Uhr: Es reicht für die „Große“ Koalition aus CDU/CSU und SPD, da im
       Bundestag nur fünf Fraktionen vertreten sein werden: Die Union stellt die
       stärkste mit 208 Sitzen, ihr folgen die AfD mit 152, die SPD mit 120, die
       Grünen mit 85 und die Linke mit 64. Mit 328 gemeinsamen Sitzen kommt
       Schwarz-Rot am Ende dann doch deutlich über die benötigte Anzahl von 316.
       
       Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge wurde die Union mit 28,5
       Prozent stärkste Kraft. Es folgen die AfD mit 20,8 Prozent, die SPD mit
       16,4 Prozent, die bislang mit der SPD regierenden Grünen mit 11,6 Prozent
       und die Linke mit 8,8 Prozent. Die FDP blieb mit 4,3 Prozent klar unter der
       Fünf-Prozent-Hürde.
       
       Das BSW von Sahra Wagenknecht verfehlte den Einzug mit 4,972 Prozent nur
       äußerst knapp. Für ein Überschreiten der Fünf-Prozent-Hürde fehlten dem BSW
       etwa 13.000 Stimmen. Wäre das BSW in den Bundestag gekommen, hätte sich die
       Union für eine Regierungsbildung zwei Koalitionspartner suchen müssen.
       (mos/afp)
       
       *Anm. der Redaktion: Ursprünglich hatte die Nachrichtenagentur dpa das
       Wahlergebnis der Union mit 28,6 Prozent beziffert. Weil der Rechnung ein
       Rundungsfehler zugrunde lag, hat sie es mittlerweile auf 28,5 Prozent
       korrigiert. Auswirkungen auf die Sitzverteilung hat das nicht. 
       
       🐾 Guten Morgen am Tag nach der Bundestagswahl. Alle News vom Sonntag finden
       Sie [23][im Liveticker des Wahlabends hier].
       
       24 Feb 2025
       
       ## LINKS
       
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