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       # taz.de -- Nach Crash der Kryptowährung $LIBRA: Milei will schlecht informiert gewesen sein
       
       > Eine von dem argentinischen Präsidenten beworbene Kryptowährung entpuppt
       > sich als „rug pull“. Hat er das wirklich nicht wissen können?
       
   IMG Bild: Größer gehts kaum: So kennt man Javier Milei. Hat er sich in der Kryptoaffäre verhoben?
       
       Buenos Aires afp | Nach dem Zusammenbruch [1][einer von ihm beworbenen
       Kryptowährung] hat der argentinische Präsident Javier Milei eine
       Untersuchung des Falls angeordnet. Er erklärte am Samstag, er habe die
       Details des Projekts nicht gekannt und „offensichtlich keine Verbindung“
       dazu gehabt. Milei hatte die Kryptowährung $LIBRA, die von Experten als
       Schneeballsystem bezeichnet wurde, zuvor auf Social Media beworben.
       
       Laut argentinischen Medienberichten hatte der Präsident auf X auf das
       Projekt verwiesen und erklärt, es gehe darum, „durch die Finanzierung
       kleiner Unternehmen und argentinischer Unternehmer das [2][Wachstum der
       argentinischen Wirtschaft anzukurbeln]“. Nur wenige Stunden später löschte
       er den Beitrag und erklärte, er habe sich entschieden, das Projekt nicht
       mehr zu bewerben, nachdem er mehr darüber erfahren habe. Kurz nach Mileis
       Werbung hatte die Kryptowährung einen Rekordkurs erreicht – und war dann
       abgestürzt.
       
       Der Experte Javier Smaldone bezeichnete die Kryptowährung als „rug pull“,
       eine weit verbreitete Art von [3][Schneeballsystem in der Kryptobranche].
       Dabei werden mit einer neuen Kryptowährung möglichst viele Investoren
       angezogen. Sobald der Wert der Währung stark angestiegen ist, verkaufen die
       großen Anteilseigner ihre Anteile und die Währung bricht zusammen.
       
       Laut Smaldone dauerte dieser Prozess bei $LIBRA etwa zwei Stunden. „Der
       Gewinn liegt bei etwa 107 Millionen Dollar“, sagte der Informatiker der
       Nachrichtenagentur AFP.
       
       ## Versuch der Schadenbegrenzung
       
       Nach dem Zusammenbruch der Währung erklärte das argentinische Präsidialamt,
       angesichts der Ereignisse habe Milei selbst die Antikorruptionsbehörde OA
       eingeschaltet, „um zu untersuchen, ob ein Mitglied der Regierung
       einschließlich des Präsidenten missbräuchlich gehandelt hat“. Milei sei in
       keiner Weise an der Entwicklung der Kryptowährung beteiligt gewesen. Eine
       Sondereinheit der OA werde zudem die Entstehung der Kryptowährung und alle
       damit im Zusammenhang stehenden Unternehmen und Personen untersuchen.
       
       Von der Opposition wurde Milei kritisiert. Die [4][ehemalige Präsidentin
       Christina Kirchner] nannte Milei einen „Krypto-Betrüger“. Der Senator
       Martín Lousteau von der Zentrumspartei UCR wies darauf hin, dass Milei
       bereits zum zweiten Mal eine Kryptowährung beworben habe, die sich später
       als Betrug herausstellte.
       
       16 Feb 2025
       
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