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       # taz.de -- Ukraine-Resolution im UN-Sicherheitsrat: Die Ukraine braucht Trump
       
       > Im UN-Sicherheitsrat schlägt sich Donald Trump auf die Seite Russlands.
       > Trotzdem kann die Ukraine nur auf das Wohlwollen der USA hoffen.
       
   IMG Bild: Will nicht das Beste für die Ukraine, sondern für die USA: US Präsident Donald Trump
       
       Der neue Kurs der USA unter Donald Trump gegenüber der Ukraine und Russland
       schlägt sich jetzt bei UN-Abstimmungen nieder. Im Sicherheitsrat legte die
       US-Regierung eine [1][Russland genehme Resolution] für ein „rasches Ende“
       des Krieges vor, bei der sich europäische Nato-Verbündete enthielten. In
       der Vollversammlung haben die USA gemeinsam mit Russland, Nordkorea und
       Belarus gegen die Ukraine gestimmt. Jetzt ist das Entsetzen groß. Hat Trump
       das wirklich getan? Er hat.
       
       Aber es gibt ein größeres Problem: Die Ukraine ist nach wie vor auf die USA
       angewiesen. Ihre militärische Lage ist schlecht, der russische
       Abnutzungskrieg zermürbt das Land stückchenweise. Luftangriffe zerstören
       die kritische Infrastruktur, [2][es fehlt an Soldaten], an der Front nimmt
       Russland langsam, aber stetig Dorf um Dorf ein. Die kleinere Ukraine ist
       dem größeren Russland strukturell unterlegen.
       
       Putin weiß das, deshalb zeigt er heute wenig Interesse an Verhandlungen mit
       Kyjiw. Nur der US-Präsident kann ihn jetzt noch an den Verhandlungstisch
       bringen. Denn die USA können Russland etwas bieten: gute Beziehungen zur
       westlichen Welt. Für die Ukraine bleibt dabei nur zu hoffen, dass Trump das
       Beste für sie herausholt. Allerdings hat der in den vergangenen Tagen mehr
       als deutlich gemacht: Er will nicht das Beste für die Ukraine, sondern für
       die USA: [3][seltene Erden, Öl und „alles, was wir kriegen können“], wie er
       in aller Offenheit sagte.
       
       Gut, es war klar, dass die USA die Ukraine am Ende nicht für nichts
       unterstützen. Aber unter Joe Biden wurden solche imperialen Ambitionen
       nicht derart offen rausposaunt. Das ist unter Trump anders. Der hat da
       keine Hemmungen. Gut möglich, dass am Ende der Verhandlungen zwischen Trump
       und Putin ein Deal steht, bei dem es vor allem um die Aufteilung der
       ukrainischen Rohstoffe zwischen Russland und den USA geht. Es hätte nicht
       so kommen müssen. Hätte man alles darangesetzt, den Krieg frühzeitig durch
       Verhandlungen zu beenden, dann stünde die Ukraine jetzt nicht so da – mit
       Donald Trump als ihrem Anwalt.
       
       25 Feb 2025
       
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