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       # taz.de -- Krieg in der Ukraine: Keine Angst vor Trump und Putin
       
       > Die Angst in Europa vor den erratischen Entscheidungen Trumps und Putins
       > wächst. Doch das ist falsch. Europa muss jetzt geeinter denn je
       > auftreten.
       
   IMG Bild: Mit dem Zweiten sieht man besser: Von der Leyen und Macron am 28.01. in Paris
       
       Muss Europa Angst haben? Es ist nur allzu menschlich, sich über die
       neuesten Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump zu empören, zu sorgen und
       zu wüten. Wenn [1][Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
       vorwirft, ein „Diktator ohne Wahlen]“ zu sein und Kyjiw für den Krieg
       verantwortlich macht, dann beeinflusst Trump damit nicht nur das Schicksal
       einer unabhängigen Ukraine, sondern verändert die Weltordnung, so wie wir
       sie kennen. Dann darf es einen schaudern, insbesondere für die ukrainische
       Bevölkerung, die nach wie vor täglich massiven russischen Angriffen
       ausgesetzt ist.
       
       Trump macht klar: Wer einst ein Freund war, ist plötzlich ein Feind. Dabei
       scheint [2][Wladimir Putin dem US-Präsidenten als Souffleur zu dienen].
       Dass der Kreml jetzt erklärte, dass man mit der US-Position zur Ukraine
       „vollkommen“ übereinstimme, sollte nun die letzten Zögerlichen vom
       Schulterschluss der beiden Präsidenten überzeugen.
       
       Was heißt das für Europa? Der Moment der Angst darf sich nicht zu einem
       Gefühl der Ohnmacht entwickeln. Die beiden [3][Treffen ausgewählter
       europäischer Staatschefs in Paris] waren dafür ein erstes wichtiges Signal,
       obgleich man sich angesichts der akuten Lage konkrete Entscheidungen
       erhofft hatte. Europa muss besonnen handeln: Dazu gehört einerseits die
       Klärung, wie weitere Verteidigungsausgaben finanziert werden sollen.
       
       ## Macron und Starmer allein in Washington
       
       Andererseits sollte der aktuelle französische Alleingang beendet werden.
       Während die EU-Kommission zum dritten Jahrestag des russischen Überfalls
       auf die Ukraine am Montag nach Kyjiw reist, planen Frankreichs Präsident
       Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer in der kommenden
       Woche eine Reise nach Washington. Dass kein Vertreter der Europäischen
       Kommission Starmer und Macron begleitet, ist fragwürdig. Auch wenn Trump
       die EU-Institutionen ohnehin nicht ernst nimmt.
       
       Trotzdem sollten Frankreich und Co. nach Bündnispartnern innerhalb der
       eignen Reihen suchen. Denn klar ist, dass sich die 27 EU-Mitgliedsstaaten
       mit einem blockierenden ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und
       einem nach Russland abdriftenden slowakischen Premier Robert Fico keine
       gemeinsamen Beschlüsse vereinbaren lassen.
       
       Macron wäre gut beraten, seinen polnischen Kollegen Donald Tusk, der auch
       baltische Interessen vertritt, mit nach Washington zu nehmen. Oder auch den
       finnischen Präsidenten Alexander Stubb, einer der wichtigsten Unterstützer
       der Ukraine. Ein starkes Bündnis im Bündnis würde Trump in Washington
       beweisen: Europa hat keine Angst und die Ohnmacht überwunden.
       
       20 Feb 2025
       
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