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       # taz.de -- Freilassungen in Kuba: 127 Gefangene sind frei
       
       > US-Präsident Biden hatte Kuba von der US-Liste der Terrorismus
       > unterstützenden Staaten streichen lassen. Freigelassen wurden nun auch
       > kubanische Oppositionelle.
       
   IMG Bild: Havanna, Kuba, 15. Januar: Daniel Cruz, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, gibt ein Interview
       
       Havanna AFP | In [1][Kuba] sind seit der Streichung des Landes von der
       US-Terrorliste bislang 127 Gefangene freigelassen worden. Diese Anzahl an
       Häftlingen sei „zwischen Mittwoch und Donnerstag (…) vorzeitig entlassen
       worden“, erklärte Maricela Sosa, stellvertretende Vorsitzende des Obersten
       Gerichtshofs Kubas.
       
       Am frühen Donnerstagmorgen hatten vier Häftlinge, die wegen ihrer Teilnahme
       an Protesten gegen die Regierung im Juli 2021 verurteilt worden waren, das
       Gefängnis San Miguel del Padrón in einem Vorort der Hauptstadt Havanna
       verlassen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Auch am
       Mittwoch hatten inhaftierte Demonstranten ihr Gefängnis verlassen.
       
       Unter den Freigelassenen war der bekannte [2][kubanische Dissident José
       Daniel Ferrer,] der wegen der Teilnahme an Protesten gegen die
       kommunistische Regierung Kubas schon mehrfach im Gefängnis saß. Nach seiner
       Freilassung rief Ferrer in einem Interview mit einem in den USA ansässigen
       Radiosender seine Mitbürger auf, „keine Angst“ vor der Regierung in Havanna
       zu haben. Diese sei „zunehmend ängstlich“ und „schwach“.
       
       Am Dienstag hatte der [3][scheidende US-Präsident Joe Biden] verkündet,
       Kuba von der US-Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten zu streichen.
       Danach erklärte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, es werde insgesamt „553
       wegen verschiedener Verbrechen ordnungsgemäß verurteilten Personen die
       Freiheit“ gewähren.
       
       ## Trump setzte Kuba auf Terrorliste
       
       Vor vier Jahren hatte der damalige und künftige Präsident Donald Trump Kuba
       auf die US-Liste der Terrorunterstützer gesetzt, auf der auch Syrien, der
       Iran und Nordkorea verzeichnet sind.
       
       Der designierte US-Außenminister, der kubanischstämmige Marco Rubio, ließ
       erkennen, dass die von Biden beschlossene Streichung nur von kurzer Dauer
       sein könnte. Er habe „keinen Zweifel daran, dass sie alle Voraussetzungen
       erfüllen, um ein staatlicher Förderer des Terrorismus zu sein“, sagte Rubio
       am Mittwoch in seiner Befragung durch den US-Senat.
       
       17 Jan 2025
       
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