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       # taz.de -- Kräftemessen vor Amtsantritt: Tiktok nützt Trump
       
       > Tiktok stellt sich in den USA selbst ab. In der künftigen Debatte unter
       > Trump dürfte das Argument der nationalen Sicherheit keine Rolle mehr
       > spielen.
       
   IMG Bild: Keine tanzenden Katzen mehr: Tiktok ist in den USA abgeschaltet
       
       Die Runde geht an Tiktok: Sein chinesischer Mutterkonzern ByteDance
       [1][hat die Onlineplattform in den USA am Sonntag abgeschaltet] – nach
       Ankündigung und in dem Bewusstsein, dass schon am Montag Trump die
       Regierungsgeschäfte übernimmt. Und dieser hat bereits angekündigt, von dem
       Gesetz, das Tiktok dazu zwingt, sein US-Geschäft entweder zu verkaufen oder
       einzustellen, Abstand zu nehmen.
       
       Dass Trump sich zum Tiktok-Fan gewandelt hat, ist überhaupt nicht
       überraschend. Denn Tiktok passt wunderbar in den Instrumentenkasten des
       neuen US-Präsidenten: vor allem der aggressive Algorithmus, der
       Nutzer:innen mit aller Kraft in den Sog der Masse von ultrakurzen Videos
       zieht. Der ihnen sehr schnell polarisierende und extreme Inhalte vorsetzt,
       die Kategorien wie Wahrheit oder Lüge auflösen. Warum sollte Trump eine
       Plattform, die ihm so gut in den Kram passt, loswerden wollen?
       
       [2][Die Biden-Regierung hatte das Gesetz] noch maßgeblich mit einer Gefahr
       der Plattform für die nationale Sicherheit begründet. Komplett von der Hand
       zu weisen ist das nicht. Auch wenn dabei nicht primär die Inhalte eine
       Rolle spielten, sondern die Frage, wie stark China ByteDance steuert. Doch
       für den Gesetzgebungsprozess werden wirtschaftliche Gründe mindestens
       ebenso maßgeblich gewesen sein: Tiktok ist im Vergleich zu US-Plattformen
       wie Instagram oder X einfach zu erfolgreich geworden.
       
       Der wirtschaftliche Faktor könnte auch weiterhin eine Rolle spielen – das
       Sicherheitsargument ist dagegen offensichtlich obsolet. Denn um die
       nationale Sicherheit der USA zu gefährden, braucht Trump Tiktok nicht. Das
       schafft er schon sehr kompetent selbst.
       
       An dem Argument der nationalen Sicherheit könnte sich aber eigentlich die
       EU ein Beispiel nehmen. Schließlich ist auch hier die ein oder andere
       Plattform aktiv, in der sich eine Gefahr für die Sicherheit der
       Mitgliedstaaten sehen ließe, zum Beispiel in Sachen Destabilisierung der
       Demokratie. Was X-Eigentümer und Trump-Buddy Elon Musk wohl dazu sagen
       würde?
       
       19 Jan 2025
       
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