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       # taz.de -- Negativ-Preis des Nabu: Stadt der Dinos
       
       > Der Naturschutzbund kritisiert mit seinem Preis den Senat für das
       > Schneller-bauen-Gesetz. Grünflächen seien kein Luxus, so die Begründung.
       
   IMG Bild: Die Stadt der Dinosaurier
       
       Berlin dpa | Der Naturschutzbund Deutschland zeichnet das Berliner
       [1][Schneller-bauen-Gesetz] mit einem Negativumweltpreis aus. Der Berliner
       Senat erhalte den diesjährigen „Dinosaurier des Jahres 2024“, teilte der
       Nabu mit. Das Gesetz stehe symbolisch für eine Politik, die eine dringend
       notwendige ökologische und soziale Stadtentwicklung zugunsten vermeintlich
       schnellerer Bauvorhaben opfere, meint der Nabu.
       
       Das Landesparlament hatte Anfang Dezember mit den Stimmen von CDU und SPD
       das Gesetz verabschiedet. Das Gesetz soll Prozesse vereinfachen und
       effektiver gestalten. Durch das Gesetz gibt es zahlreiche Änderungen auch
       in bereits geltenden Landesgesetzen, unter anderem werden Zuständigkeiten
       neu geordnet und Fristen verkürzt. Hintergrund ist der anhaltende
       Wohnungsmangel und das [2][Tempo beim Neubau]. „Bauen wird schneller,
       kostengünstiger und planbarer“, hatte Bausenator Christian Gaebler (SPD)
       gesagt.
       
       Das Gesetz setze an den falschen Stellen an, kritisierte Nabu-Präsident
       Jörg-Andreas Krüger. Grünflächen seien kein Luxus, sondern angesichts der
       Klimakrise und deren Auswirkungen auch in Berlin unverzichtbar. „Unter dem
       Vorwand des Bürokratieabbaus werden Regelungen gestrichen, die für den
       Klimaschutz, die Artenvielfalt und die Lebensqualität in den Städten
       unverzichtbar sind“, sagte Krüger laut Mitteilung.
       
       Der Berliner Senat habe ein Gesetz formuliert, dass Eingriffe in geschützte
       Naturräume erlaube, gleichzeitig würden die Beteiligungsrechte der Bezirke
       massiv beschnitten, so der Nabu. Grünflächen seien dadurch akut bedroht.
       Die Vorsitzende des Nabu Berlin, Melanie von Orlow, teilte mit, Berlin
       müsse stattdessen auf bereits versiegelten Flächen bauen.
       
       Seit 1993 zeichnete der Nabu mit dem „Dinosaurier des Jahres“
       Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, „die sich durch besonders
       rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz
       hervorgetan haben“. Seit 2020 werden nicht mehr Personen, sondern konkrete
       Projekte „als Umweltsauerei des Jahres“ ausgezeichnet.
       
       30 Dec 2024
       
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