# taz.de -- Nato-Treffen der Ostsee-Anrainer: Ende der Tatenlosigkeit
> Die Ostsee-Anrainer der Nato wollen sich besser vor Sabotageaktionen
> schützen. Das sind erste Schritte gegen das böse Treiben Putins im Meer.
IMG Bild: Ein Estnisches Marineschiff patrouilliert in der Ostsee
Es gibt kaum einen Terminus, der weniger sexy klingt: der Schutz Kritischer
Infrastruktur. Der Begriff ist so unnahbar, so sperrig, dass man vermuten
könnte, auch deshalb sollen bei Sicherheitsplanspielen weder Gedanken noch
Personal noch Geld in Betracht gezogen werden. Allenfalls von
Fachpolitiker:innen und Sicherheitsexpert:innen wird sanft auf
deren Verletzlichkeit hingewiesen. Dabei ist sie zuständig für unsere
Versorgung, für unsere Gesundheit, für unseren Wohlstand.
Es ist wenig verwunderlich, dass erst fast drei Jahre nach Beginn der
russischen Invasion in der Ukraine eine Nato-Taskforce zur Krisensitzung
mit diesem heißen Thema einberufen wird. Konkret sind es die Nato-Staaten
rund um die Ostsee, die sich im Kampf gegen [1][russische Sabotageakte]
verbünden. Es geht um kaputte Unterseekabel im Meer, die die Datenströme
erheblich stören, um manövrierunfähige Tanker, die eine Umweltkatastrophe
auslösen können.
Es geht nicht um Bomben oder Drohnenattacken weit entfernt auf ukrainischem
Gebiet, sondern um [2][empfindliche Nadelstiche] in die Lebensadern des
Westens. Da die Folgen zwar spürbar, die Verursacher aber nur schwer zu
identifizieren sind, bleiben auch die Maßnahmen im Vagen. Jeder Angriff
soll mit einer „robusten“ Reaktion beantwortet werden, heißt es vollmundig
seitens der Taskforce.
Also will man mehr [3][Militärschiffe der Verbündeten zur Abschreckung] in
die Ostsee schicken, mehr Überwachung, mehr Koordination der Dienste. Auch
Deutschland will sich an einer solchen Mission beteiligen. Ob
Soldat:innen und Geld wenige Wochen vor einem Regierungswechsel valide
zugesagt werden können? Geschenkt. Gemeinsam rüstet man sich gegen den
Feind, der sich nicht selbst die Hände schmutzig macht, sondern im
Verborgenen arbeitet.
Die Initiative kommt spät, aber sie ist immerhin ambitioniert. Wladimir
Putin, Meister der perfiden hybriden Kriegsführung, wurde schlicht einmal
mehr unterschätzt. Die geplanten Maßnahmen gehen in die richtige Richtung.
Es sollten weitere, entschlossene Schritte folgen.
14 Jan 2025
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## AUTOREN
DIR Tanja Tricarico
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