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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Andrij Melnyk wird UN-Botschafter
       
       > Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland vertritt sein Land
       > künftig bei den UN. Moskau meldet Einnahme zweier Dörfer.
       
   IMG Bild: In Deutschland gut bekannnt: Andrij Melnyk als Botschafter der Ukraine
       
       ## Melnyk setzt auf deutsche Hilfe bei neuem UN-Job
       
       Der designierte ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk setzt bei seiner
       künftigen Arbeit in New York auch auf deutsche Unterstützung. „Neben den
       Waffen, mit denen die Ukrainer ihre Unabhängigkeit gegen Russland seit fast
       drei Jahren mutig verteidigen, werde ich zum Schwert des Völkerrechts,
       unserer schärfsten Waffe, greifen, um den Russen Paroli zu bieten“, sagte
       Melnyk der Deutschen Presse-Agentur. Bei dieser „Mammutaufgabe“ hoffe er
       „auf eine viel stärkere Schulter“ der deutschen Verbündeten. „Als
       Gründungsmitglied der Vereinten Nation wird sich die Ukraine mit voller
       Kraft dafür einsetzen, damit die UN-Charta und die darin verankerten
       Grundprinzipien wie territoriale Integrität heilig bleiben und von allen
       Staaten vorbehaltlos respektiert werden“, sagte Melnyk. „Als künftiger
       UN-Botschafter werde ich dafür Sorge tragen, dass die Souveränität nicht
       verwässert werden darf, und dass eine willkürliche Verschiebung von
       Staatsgrenzen nie toleriert werden kann.“ (dpa)
       
       ## Botschafter Melnyk soll Ukraine bei den UN vertreten
       
       Der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, soll
       neuer Vertreter seines Landes bei den Vereinten Nationen in New York
       werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab die Versetzung
       des derzeitigen Botschafters in Brasilien in einer Videobotschaft bekannt.
       Am Samstag wurde auch der Präsidialerlass zur Entlassung des bisherigen
       ukrainischen UN-Botschafters Serhij Kyslyzja veröffentlicht. „Die UN müssen
       eine stärkere Rolle spielen, um den russischen Aggressionskrieg zu beenden
       und einen gerechten Frieden für die Ukraine samt Sicherheitsgarantien zu
       erreichen“, sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Daran
       wolle er in New York arbeiten. „Seite an Seite mit unseren deutschen
       Freunden und Verbündeten“. Deutschland komme eine entscheidende Rolle zu,
       um Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Ende seines Angriffskrieges
       zu zwingen.
       
       Als Botschafter in Berlin hatte Melnyk offen die Bundesregierung kritisiert
       wegen der seiner Meinung nach zu zögerlichen Waffenhilfe für sein von
       Russland angegriffenes Land. Er kehrte im Oktober 2022 nach Kiew zurück und
       wurde Vizeaußenminister. Im Juni 2023 wechselte er als Botschafter nach
       Brasilien. In New York wird der für scharfe Worte bekannte Melnyk unter
       anderem auf den russischen UN-Botschafter Wassili Nebensja treffen. (dpa)
       
       ## Putin droht Ukraine mit mehr „Zerstörung“
       
       Nach einem ukrainischen Drohnenangriff weit ins russische Landesinnere hat
       Kremlchef Wladimir Putin ein Vielfaches an „Zerstörung“ durch seine Truppen
       angekündigt. „Wer auch immer und in welchem Ausmaß auch immer versucht, zu
       zerstören, wird selbst das Vielfache an Zerstörung erleben und bereuen, was
       er in unserem Land versucht hat“, sagte Putin am Sonntag bei einer
       offiziellen Zeremonie. Die Behörden der russischen Region Tatarstan hatten
       am Samstag einen „massiven Drohnenangriff“ auf die rund tausend Kilometer
       von der ukrainischen Grenze Stadt Kasan gemeldet. Das russische
       Verteidigungsministerium warf Kiew vor, „zivile Infrastruktur“ in Kasan ins
       Visier genommen zu haben. Laut der Stadtverwaltung von Kasan lösten die
       Angriffe in mehreren Stadtteilen Brände aus. Opfer wurden nicht gemeldet.
       
       Kiew äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff in Kasan. Die ukrainische
       Armee verübt regelmäßig Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur und
       Industrieanlagen. Kiew zufolge sind diese Angriffe eine Reaktion auf die
       russischen Angriffe auf die Ukraine im Rahmen der seit fast drei Jahren
       andauernden russischen Offensive im Land. Das russische
       Verteidigungsministerium hatte seine Angriffe auf die ukrainische
       Energieinfrastruktur ebenfalls als Vergeltungsschläge für mit westlichen
       Waffen erfolgte ukrainische Angriffe bezeichnet. Putin drohte zudem mit dem
       Angriff einer Hyperschallrakete auf Kiew, sollte die Ukraine ihre Angriffe
       auf russisches Territorium nicht einstellen. (afp)
       
       ## Unregelmäßigkeiten bei Russland-Geschäften mit BMW-Autos
       
       Beim Münchner Autohersteller BMW ist es zu Unregelmäßigkeiten im
       Zusammenhang mit Autoexporten nach Russland gekommen. Interne
       Kontrollmaßnahmen hätten Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, heißt es in einer
       Stellungnahme des Unternehmens. Der weitere Verkauf von Fahrzeugen sei
       gestoppt worden. „Zudem hat sich die BMW Group entschieden, den
       hauptverantwortlichen Mitarbeitern zu kündigen“, heißt es in der
       Stellungnahme weiter. Das Unternehmen bestätigte damit einen Bericht des
       „Business Insider“. Demnach sollen vom BMW-Standort Hannover aus mehr als
       100 hochwertige Fahrzeuge zu russischen Abnehmern gebracht worden sein.
       
       Der internationale Handel mit Russland unterliegt infolge des
       Angriffskrieges gegen die Ukraine diversen Sanktionen, unter anderem der
       Europäischen Union. Für die Lieferung von Autos an russische Abnehmer
       besteht ein striktes Embargo. Laut BMW sind Unternehmen diverser Branchen
       davon betroffen, dass in Russland trotz eigener Einhaltung der Sanktionen
       Produkte der jeweiligen Unternehmen im Verkauf verfügbar sind oder in
       Russland angeboten werden. Dies komme in der Regel durch sogenannte
       Graumarktimporte zustande. Die BMW Group versuche, mit Hilfe verschiedener
       Maßnahmen, diese Art der Importe zu verhindern. (dpa)
       
       ## Russland meldet Einnahme zweier Dörfer in Ostukraine
       
       Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung in Moskau
       erneut zwei Ortschaften im Osten der Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht.
       Die Dörfer Losowa in der Region Charkiw und Sonziwka in Donezk seien
       eingenommen worden, melden staatliche russische Nachrichtenagenturen unter
       Berufung auf das Verteidigungsministerium. Unabhängig überprüfen lassen
       sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Die russischen Streitkräfte
       rücken jedoch seit geraumer Zeit stetig im Osten der Ukraine vor. (rtr)
       
       ## Ukraine: Haben 52 von 103 russischen Drohnen abgefangen
       
       Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht 52 russische
       Drohnen abgefangen und zerstört. Insgesamt hätten die russischen
       Streitkräfte 103 Drohnen auf Ziele in der Ukraine gestartet. Eine Drohne
       habe den ukrainischen Luftraum in Richtung Belarus verlassen, erklärt das
       ukrainische Militär auf Telegram. 44 Drohnen habe es aus den Augen
       verloren. (rtr)
       
       ## Russland meldet Abschuss von 42 ukrainischen Drohnen
       
       Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung in Moskau
       insgesamt 42 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Von dem Angriff
       in der Nacht seien fünf Oblaste betroffen gewesen, teilt das russische
       Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Zwanzig Drohnen seien über Orjol
       abgeschossen worden, jeweils acht über Rostow und Brjansk, fünf über Kursk
       und eine über Krasnodar. Brjansk, Kursk und Rostow grenzen direkt an die
       Ukraine, Krasnodar liegt gegenüber der bereits 2014 von Russland
       annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Die Oblast Orjol liegt weiter im
       Landesinneren. Ihr Gouverneur Andrej Klytschkow teilt mit, im Dorf Stalnoi
       Kon sei nach dem Angriff eine Treibstoffanlage in Brand geraten. „Das Feuer
       konnte schnell eingegrenzt werden und ist mittlerweile vollständig
       gelöscht. Es gab weder Opfer noch nennenswerte Schäden.“ Treibstoffanlagen
       in Orjol wurden bereits die zweite Woche in Folge von den ukrainischen
       Streitkräften angegriffen. Sie wollen den Nachschub für die russischen
       Truppen im Osten der Ukraine beeinträchtigen. Die Gouverneure von Rostow
       und Brjansk teilen mit, bei den jüngsten Drohnenangriffen habe es weder
       Opfer noch Schäden gegeben. (rtr)
       
       ## Pistorius: Putin hat konsequent auf Kriegswirtschaft umgestellt
       
       Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kann nicht ausschließen, dass
       Russland in wenigen Jahren Nato-Territorium angreift. „Wenn wir die
       Bedrohung ignorieren, weil sie uns Unbehagen bereitet, wird sie nicht
       kleiner, sondern größer“, sagt Pistorius den Zeitungen der Funke
       Mediengruppe laut Vorabbericht. Mit einem militärischen Angriff Russlands
       auf die Nato sei aktuell nicht zu rechnen. Putin habe aber konsequent auf
       Kriegswirtschaft umgestellt. Russland produziere in wenigen Monaten mehr
       Waffen und Munition als alle Länder der Europäischen Union zusammen in
       einem Jahr. „Ab 2029 oder 2030 könnte Putin so aufgerüstet haben, dass
       Russland zu einem Angriff auf die Nato in der Lage wäre.“ Der Minister
       warnt: „Wir müssen auch damit rechnen, dass Putin in den nächsten Jahren
       durch einen Vorstoß an der ein oder anderen Stelle des Bündnisgebiets
       testen könnte, wie geschlossen die Nato wirklich ist.“ (rtr)
       
       ## CIA-Chef Burns besucht zum Abschied die Ukraine
       
       Der scheidende Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns,
       ist bei einem Abschiedsbesuch in Kiew vom ukrainischen Präsidenten
       Wolodymyr Selenskyj empfangen worden. „Wir haben uns in diesem Krieg oft
       getroffen, und ich bin dankbar für seine Unterstützung“, schrieb Selenskyj
       auf der Plattform X. „Bill, ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute“,
       verabschiedete er den Amerikaner. „Wir werden uns sicher wiedersehen, und
       wir werden bestimmt sehen, dass dieser Krieg mit einem echten und
       dauerhaften Frieden endet.“
       
       Der Spitzendiplomat Burns (68) hat in den USA unter demokratischen und
       republikanischen Regierungen gedient – unter anderem als Botschafter in
       Russland und später als Vizeaußenminister. Als CIA-Chef besuchte er im
       November 2021 Moskau und kam mit der Überzeugung zurück, dass Kremlchef
       Wladimir Putin die Ukraine angreifen werde. Erkenntnisse der USA über den
       russischen Truppenaufbau halfen Kiew, im Februar 2022 auf den Einmarsch
       vorbereitet zu sein. Im Herbst 2022 glaubten die USA, Anzeichen für einen
       möglichen Einsatz von Atomwaffen durch Russland in der Ukraine zu sehen.
       Burns traf sein russisches Gegenüber Sergej Naryschkin in Istanbul und
       warnte Moskau vor einer solchen Eskalation.
       
       Der designierte US-Präsident Donald Trump will seinen Vertrauten John
       Ratcliffe zum CIA-Direktor machen. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus
       Texas ist derzeit Co-Vorsitzender eines Trump-nahen konservativen
       Think-Tanks und war in der ersten Amtszeit des Republikaners als
       Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter
       anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. Seine
       Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden. (dpa)
       
       ## Selenskyj droht Luftangriffe auf russisches Gebiet an
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat als Vergeltung für
       russische Luftangriffe weitere Attacken gegen Militäreinrichtungen in
       Russland angedroht. „Wir werden auf jeden Fall weiterhin russische
       militärische Ziele mit Drohnen und Raketen angreifen“, sagte er in seiner
       abendlichen Videoansprache aus Kiew. Dabei setze die Ukraine mehr und mehr
       selbst produzierte Waffen ein. Es gehe gegen „genau die Militärbasen, die
       russische militärische Infrastruktur, die für diesen Terror gegen unser
       Volk genutzt wird“. Mit Terror meinte er die jüngsten russischen
       Luftangriffe. In Kiew seien gerade erst die Aufräumarbeiten nach einem
       Angriff mit ballistischen Raketen vom Freitag beendet worden, sagte
       Selenskiy. Am Samstag sei in Cherson im Süden eine Krebsklinik getroffen
       worden. „Glücklicherweise gab es keine Verletzten: Die Menschen waren im
       Schutzraum, Patienten und medizinisches Personal.“ Aber die russische Seite
       wisse genau, wie wichtig das Spezialkrankenhaus sei. In der vergangenen
       Woche habe Russland mehr als 550 Gleitbomben, fast 550 Kampfdrohnen und
       mehr als 20 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt,
       schrieb Selenskyj im sozialen Netzwerk X. (dpa)
       
       22 Dec 2024
       
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