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       # taz.de -- Netflix-Weihnachtsfilm „Carry-On“: Trashy Copaganda
       
       > Weihnachten am Flughafen kann nur Stress bedeuten. Erst recht, wenn eine
       > Kofferbombe dazukommt. Dieser Actionfilm ist nichts für schwache Gemüter.
       
   IMG Bild: Ein Film für alle ohne Anspruch
       
       Ethan arbeitet bei der Sicherheitskontrolle im Flughafen von Los Angeles.
       Seit drei Jahren hat er keine Beförderung bekommen, seinen Traum Polizist
       zu werden, hat er lange aufgegeben und dazu ist seine Freundin schwanger.
       [1][Als er an Heiligabend] endlich vom Metalldetektor zum Handgepäckscanner
       versetzt wird, sieht er seine Chance für einen Aufstieg.
       
       Dann taucht in einer der Wannen ein vermeintlich vergessene
       Miniaturtelefoniergerät auf, das er sich warum auch immer ins Ohr steckt.
       Am anderen Ende der Leitung: ein Erpresser, der das Nervengift Nowitschok
       in ein Flugzeug schmuggeln will.
       
       Weihnachten am Flughafen kann nur Stress bedeuten. Erst recht, wenn dann
       noch eine Kofferbombe dazukommt. Die fast zwei Stunden Laufzeit von
       „Carry-On“ ist also nichts für schwache Gemüter: Fingernägel kauend und den
       Atem anhaltend sieht man dabei zu, wie Ethan (Taron Egerton – bekannt aus
       „Rocketman“ als Elton John) die Situation zu entschärfen – haha – und
       seinen namenlosen Erpresser (Jason Bateman) auszutricksen versucht.
       
       Doch der scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein, killt einen
       Kollegen, droht damit, Ethans Freundin zu exekutieren. Die Rolle als
       Psychomörder steht dem sonst eher milden Bateman im Übrigen sehr gut.
       
       Ein Vergleich zu [2][„Stirb Langsam“ mit Bruce Willis] liegt nahe, da auch
       dieses Katz-und-Maus-Spiel in der Weihnachtszeit angesiedelt ist, ohne
       jedoch ein klassischer Weihnachtsfilm zu sein. An den Actionklassiker von
       1988 reicht „Carry-On“ jedoch nicht ganz heran.
       
       Ja, „Carry-On“ ist nicht gerade ein Meisterwerk, auch nicht besonders
       tiefgründig und die Charaktere sind flacher als die Landebahn des
       Flughafens LAX, aber der Film erreicht das, was er will: Stumpf aber
       unterhaltsam erzeugt er Spannung und verbreitet nebenbei [3][ein bisschen
       Polizeipropaganda.] Aber zwischen den Jahren kann man ja mal ein Auge
       zudrücken.
       
       25 Dec 2024
       
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