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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Austausch mit Erdogan
       
       > Gemeinsame Schritte wollen die Türkei und Deutschland beim Thema
       > Ukraine-Krieg gehen. Erdogan und Scholz betonen: „Wir stehen an der Seite
       > der Ukraine.“
       
   IMG Bild: Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) und Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, nach der Pressekonferenz am 19. Oktober 2024
       
       ## Russland meldet Abschuss von 110 ukrainischen Drohnen
       
       Russland hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zu Sonntag 110
       ukrainische Drohnen abgewehrt, darunter auch eine über der Hauptstadt
       Moskau. Im Onlinedienst Telegram erklärte das Verteidigungsministerium, die
       Luftabwehr habe die größte Zahl von 43 Drohnen über der Grenzregion Kursk
       abgefangen, wo ukrainische Truppen im August eine Bodenoffensive starteten.
       Weitere Drohnen seien über den Regionen Lipezk, Orjol, Nischni Nowgorod,
       Belgorod und Brjansk abgeschossen worden.
       
       Russland meldet fast täglich den Abschuss ukrainischer Drohnen über seinem
       Staatsgebiet, allerdings meistens in eher geringer Zahl. Kiew reagiert mit
       dem Beschuss nach eigenen Angaben auf russische Angriffe seit Beginn von
       Moskaus Offensive in der Ukraine im Februar 2022. Häufig zielen die
       Angriffe auf Energieanlagen ab. (afp)
       
       ## Mindestens 17 Verletzte bei Angriffen in der Ukraine
       
       Bei nächtlichen [1][russischen Luftangriffen] in der Ukraine hat es laut
       örtlichen Behörden mehrere Verletzte gegeben, zudem wurden zehntausende
       Ukrainer von der Stromversorgung abgeschnitten. „In der Nacht griff der
       Feind Krywyj Rih an, zerstörte teilweise ein Verwaltungsgebäude und
       beschädigte Wohngebäude und Fahrzeuge“, teilte der staatliche
       Rettungsdienst am Sonntag mit. Mindestens 17 Menschen wurden demnach
       verletzt, darunter ein Ersthelfer. Während Brände gelöscht wurden, habe es
       einen weiteren Angriff gegeben, hieß es.
       
       Russland griff auch eine Energieanlage in der nordöstlichen Region Sumy an,
       wie der regionale Stromversorger Sumyoblenergo im Onlinedienst Telegram
       mitteilte. Mehr als 37.000 Kunden in der Region Romny seien vorübergehend
       ohne Strom.
       
       Der Ukraine steht der bislang [2][härteste Winter seit Beginn des
       russischen Angriffskriegs] im Februar 2022 bevor. Große Teile der
       Stromversorgung sind zerstört, zudem setzt Moskau die Angriffe auf
       Energieanlagen fort. In den vergangenen Wintern waren Millionen von
       Menschen von häufigen Stromausfällen betroffen und mussten bei Minusgraden
       ohne Heizung auskommen. (afp)
       
       ## Selenskyj begrüßt Winterhilfe aus Europas Norden
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erfreut und dankbar
       über [3][Winterhilfe für sein Land] aus dem Norden Europas geäußert. Dazu
       gehört ein Unterstützungspaket mit einem Umfang von 260 Millionen Dollar
       (knapp 240 Mio Euro) aus Norwegen, wie Selenskyj in seinem abendlichen
       Videobericht erklärte.
       
       „Das Paket zielt darauf ab, unseren Energiesektor zu unterstützen“, sagte
       er. „Die Wiederherstellung zerstörter Anlagen und der Aufbau einer modernen
       Infrastruktur sind das, was wir jetzt vor dem Winter brauchen.“
       
       Selenskyj berichtete über eine weitere Hilfeleistung. Die Außenminister
       Schwedens, Norwegens, Islands, Finnlands, Litauens, Lettlands, Estlands und
       Dänemarks hatten sich in dieser Woche bei einem Besuch in Odessa auf ein
       Paket im Wert von 44 Millionen Euro für Kiew geeinigt. Davon soll Kiew
       Stromgeneratoren und Solarzellen kaufen können. Die Ukraine bereitete sich
       schon seit Wochen intensiv auf den nächsten, dritten Kriegswinter vor.
       (dpa)
       
       ## Vier Feuerwehrleute bei ukrainischem Angriff verletzt
       
       Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in der
       russischen Stadt Dserschinsk sind nach Angaben des Gouverneurs vier
       Feuerwehrleute von Granatsplittern verletzt worden. Sie seien behandelt und
       anschließend nach Hause geschickt worden, teilt Gleb Nikitin, Gouverneur
       der Oblast Nischni Nowgorod auf Telegram mit. (rtr)
       
       ## Russische Flugabwehr zerstört Drohne über Moskau
       
       Russland wehrt nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf die Hauptstadt
       Moskau ab. Wie Bürgermeister Sergej Sobjanin über den Kurznachrichtendienst
       Telegram mitteilt, wurde mindestens eine Drohne von der Luftabwehr
       zerstört. Schäden oder Verletzte durch herabfallende Trümmerteile habe es
       nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. (rtr)
       
       ## Ukrainischer Botschafter Makeiev warnt vor BSW-Politik
       
       Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, fordert CDU
       und SPD dazu auf, den außenpolitischen Forderungen des Bündnis Sahra
       Wagenknecht nicht nachzugeben. „Wer die Parolen des BSW übernimmt, verliert
       nur selbst“, sagte er dem Stern. Die „Politiker der demokratischen
       Parteien“ sollten sich „weder auf Landes- noch auf Bundesebene von
       Populisten von den Grundprinzipien der Demokratie, dem Völkerrecht oder der
       Solidarität mit der Ukraine abbringen lassen.“
       
       Das BSW hatte eine Positionierung gegen die geplante Stationierung
       weiterreichender US-Raketen in Deutschland und ein Eintreten für einen
       Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine immer wieder zur
       Voraussetzung für eine Koalitionsbildung gemacht. Die Ministerpräsidenten
       von Sachsen und Brandenburg, Michael Kretschmer und Dietmar Woidke, sowie
       der Thüringer CDU-Chef Mario Voigt hatten sich nach den Landtagswahlen in
       ihren Ländern für ein stärkeres diplomatisches Engagement Deutschlands zur
       Beendigung des Ukraine-Kriegs ausgesprochen – und stießen damit auch
       innerparteilich auf Kritik.
       
       Forderungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs sollten „einzig
       und allein an Moskau“ gerichtet werden, führte Makeiev aus. Er kritisierte:
       „Das BSW instrumentalisiert den genozidalen Krieg Russlands gegen mein
       Land, um politisch davon zu profitieren.“ Zugleich leugne das Bündnis
       russische Kriegsverbrechen und betreibe Täter-Opfer-Umkehr. Es sei ein
       „Bündnis Leninistischer Ideologen“. (dpa)
       
       ## Scholz und Erdogan rücken enger zusammen
       
       Gemeinsame Schritte wollen die Türkei und Deutschland beim Thema
       Ukraine-Krieg gehen. Die Ankündigungen blieben aber im Ungefähren. Ankara
       ist für die Bundesregierung ein wichtiger Partner, weil sie gute
       Beziehungen zum Kreml unterhält. Scholz kündigte an, ausloten zu wollen,
       wie die Türkei und Deutschland in der Frage kooperieren könnten. „Wir
       stehen beide eng an Seite der Ukraine.“
       
       Im russischen Angriffskrieg ist die Türkei bereits als Mittler aufgetreten
       und spielte eine Schlüsselrolle etwa beim mittlerweile ausgesetzten
       Korridor über das Schwarze Meer zur Ausfuhr ukrainischen Getreides. Der
       Bundeskanzler wirbt seit einigen Wochen verstärkt für eine weitere
       Ukraine-Friedenskonferenz, an der dann auch Russland teilnehmen soll. (dpa)
       
       ## Sorge wegen nordkoreanischen Soldaten in der Ukraine
       
       Die Bundesrgeierung hat sich besorgt über Berichte geäußert, dass Nordkorea
       die russische Armee in der Ukraine mit Soldaten unterstützen will. „Wir
       beobachten seit geraumer Zeit eine immer engere militärische Zusammenarbeit
       zwischen Russland und Nordkorea, etwa in Form von Waffenlieferungen. Dies
       ist höchst besorgniserregend“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der
       Nachrichtenangentur Reuters am Samstag. „Auch jüngste entsprechende
       Meldungen verfolgen wir mit großer Sorge“, fügte er mit Blick auf die
       Berichte über die Entsendung von Soldaten des ostasiatischen Landes hinzu.
       „Wir fordern Nordkorea mit Nachdruck auf, jegliche Unterstützung für
       Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine unverzüglich
       einzustellen.“
       
       Zuvor hatten es aus Südkorea und der Ukraine geheißen, Nordkorea
       unterstütze Russland bei seinem Angriffskrieg nicht nur mit Raketen.
       Nordkorea habe entschieden, insgesamt 12.000 Soldaten nach Russland zu
       schicken, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter
       Berufung auf die Spionageabwehr. Der ukrainische Präsident Wolodymyr
       Selenskyj hatte Nordkorea bereits am Donnerstag vorgeworfen, Tausende
       Soldaten zur Unterstützung der russischen Armee vorzubereiten. Der Chef des
       westlichen Militärbündnisses Nato, Mark Rutte, hatte dazu erklärt, bislang
       gebe es noch keine Beweise für eine Präsenz nordkoreanischer Soldaten in
       Russland. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin äußerte sich ähnlich.
       
       Die Entsendung der Soldaten würde ein enormes Risiko der Eskalation des
       Konfliktes bedeuten, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am
       Samstag in Kiew. Nordkorea verfügt nach jüngsten Angaben Südkoreas über
       1,28 Millionen aktive Soldaten und hat die Entwicklung von ballistischen
       Raketen und eines Atomwaffenarsenals vorangetrieben. (rtr)
       
       ## G7 sagen Ukraine „unerschütterliche Unterstützung“ zu
       
       Vor dem Hintergrund diverser militärischer Konflikte haben die
       Verteidigungsminister der G7-Staaten unter anderem der Ukraine ihre
       „unerschütterliche Unterstützung“ zugesichert. Bei dem Treffen in Neapel
       warnten die Minister aus Italien, Deutschland, Frankreich, Kanada, den USA,
       Japan und Großbritannien am Samstag auch vor einer weiteren Eskalation der
       Kämpfe in Nahost.
       
       Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto empfing seine Amtskollegen,
       darunter Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), in der
       süditalienischen Stadt. Unter den Teilnehmern des ersten G7-Treffens der
       Verteidigungsminister überhaupt waren auch der neue Nato-Generalsekretär
       Mark Rutte und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.
       
       Die zahlreichen Konflikte – einschließlich der Instabilität in den
       afrikanischen Ländern südlich der Sahara und der wachsenden Spannungen im
       asiatisch-pazifischen Raum – zeigten, „dass sich die Sicherheitslage
       verschlechtert hat und die Prognosen für die nahe Zukunft nicht positiv
       sind“, sagte Crosetto zum Auftakt des Treffens in der Stadt, in der es auch
       einen Nato-Stützpunkt gibt.
       
       Er glaube aber, „dass unsere heutige Anwesenheit (…) eine starke Botschaft
       an diejenigen sendet, die versuchen, unsere demokratischen Systeme zu
       behindern“, betonte Crosetto. In der Abschlusserklärung der G7-Minister
       hieß es: „Wir unterstreichen unsere Absicht, der Ukraine weiterhin Hilfe zu
       leisten, einschließlich kurz- und langfristiger militärischer Hilfe.“ An
       dem Treffen in Neapel nahm auch der ukrainische Verteidigungsminister
       Rustem Umerow teil. (afp)
       
       ## Mehrere Verletzte nach Angriff auf Saporischschja
       
       Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Großstadt
       Saporischschja sind nach ersten Berichten der Rettungskräfte mehrere
       Menschen verletzt worden. Zunächst seien vier Verletzte gemeldet worden,
       berichtete der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fjodorow. Die
       Zahl der Verletzten stieg nach offiziellen Angaben bis zum späteren Abend
       auf acht, unter ihnen zwei Kinder.
       
       Nach Berichten ukrainischer Medien detonierten am frühen Abend mindestens
       zwei gelenkte Gleitbomben im Zentrum der Stadt. An mehreren Gebäuden
       entstanden schwere Schäden. Rettungsdienste suchten nach möglichen weiteren
       Opfern unter den Trümmern. (dpa)
       
       20 Oct 2024
       
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