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       # taz.de -- Bündnis Sahra Wagenknecht in Hessen: Ehemaliger Linker teilt aus
       
       > BSW-Landeschef Ali Al-Dailami findet es nicht gut, dass sich die Linke
       > „nicht klar gegen Waffenexporte“ stellt. Außenpolitisch sei man „nicht
       > zufrieden“.
       
   IMG Bild: V.l.n.r.: SBSW-Vizebundeschef Shervin Haghsheno und die hessischen Co-Chefs Oliver Jeschonnek und Ali Al-Dailami
       
       Wiesbaden taz | 11 von 16 gibt es nun: Am Samstag hat das „Bündnis Sahra
       Wagenknecht“ (BSW) seinen hessischen Landesverband gegründet. Rund 50
       Mitglieder der Partei wählten bei der Gründungsversammlung in Wiesbaden den
       früheren Linkenpolitiker und Bundestagsabgeordneten Ali Al-Dailami mit 100
       Prozent Zustimmung sowie den Frankfurter Unternehmer Oliver Jeschonnek mit
       80 Prozent Zustimmung zu den Vorsitzenden. Mit diesem Schritt liege man
       beim Parteiaufbau „voll im Plan“, erklärte der stellvertretende
       Bundesvorsitzende des BSW, Shervin Haghsheno.
       
       Bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr hatte die Linke in Hessen
       lediglich 3,1 Prozent der Stimmen erzielt und gehört nach 15 Jahren dem
       Hessischen Landtag nicht mehr an. Ziel des neu gegründeten Landesverbands
       ist es, auch in Hessen die Fünfprozenthürde zu überwinden. Laut
       Informationen des Hessischen Rundfunks gab es landesweit rund 2.000
       Anfragen auf Parteimitgliedschaft. Neue Mitglieder sollen aber erst
       aufgenommen werden, wenn die Strukturen des Landesverbands etabliert sind.
       
       ## Widersprüchliche Aussagen
       
       Al-Dailami kritisierte am Samstag, dass sich die Linke in der Frage von
       Krieg und Frieden „nicht klar gegen Waffenexporte“ positioniert habe. Die
       Aussagen der Partei seien widersprüchlich. Mit der Neugründung des
       BSW-Landesverbands wolle man verdeutlichen, dass es hier eine
       „Repräsentationslücke“ gebe, die nicht nur die Linke offen gelassen habe.
       
       Außerdem werde die Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem Aufbau des
       Nato-Kommandos „zu einer Drehscheibe des Ukrainekrieges“ hinsichtlich
       Waffenlieferungen und Ausbildung von Soldaten, warnte Al-Dailami. Im Falle
       einer möglichen Eskalation oder eines „Flächenbrandes“ könne somit „auch
       Hessen zu einer Zielscheibe dieses Krieges werden“. Nötig seien
       Verhandlungen und ein Ende des Krieges, sagte Al-Dailami. Generell wolle
       man deutlich machen, dass man mit der außenpolitischen Situation „überhaupt
       nicht zufrieden“ sei.
       
       Für Hessen seien zudem Themen wie soziale Gerechtigkeit und Bildung von
       großer Bedeutung, betonte Al-Dailami. Der 42-Jährige war von 2013 bis 2021
       Vorsitzender des Kreisverbandes Gießen der Linken und von 2018 bis 2022
       stellvertretender Parteivorsitzender. Der Co-Vorsitzende Jeschonnek ist 48
       Jahre alt und führt ein mittelständisches Beratungsunternehmen.
       
       ## Auch in Rheinland-Pfalz gibt es einen BSW-Verband
       
       Ende September hatte das BSW bereits einen Landesverband in Rheinland-Pfalz
       gegründet. Dort wählten 45 Mitglieder beim Gründungsparteitag in
       Kaiserslautern den Bundestagsabgeordneten und früheren
       Linken-Landesvorsitzenden Alexander Ulrich sowie Sina Listmann zu den
       Landesvorsitzenden. [1][BSW-Gründerin] Sahra Wagenknecht, die am Samstag in
       Wiesbaden nicht anwesend war, hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende des
       Jahres in allen Bundesländern vertreten zu sein. (mit dpa)
       
       13 Oct 2024
       
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