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       # taz.de -- Mutmaßliches Attentat auf Trump: Bedrohung auf dem Golfplatz
       
       > Wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl vereitelt der Secret
       > Service offenbar ein weiteres Attentat auf Donald Trump. Verletzt wird
       > niemand.
       
   IMG Bild: Auch beim Golfen nicht sicher: Donald Trump, Spitzenkandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahl im November
       
       Washington taz | Der frühere US-Präsident Donald Trump ist offenbar zum
       zweiten Mal innerhalb weniger Monate ins Visier eines Attentäters geraten.
       Dies erklärte die US-Bundespolizei FBI in einer Stellungnahme am Sonntag.
       Das FBI untersucht einen „offenbaren Mordversuch gegen den ehemaligen
       Präsidenten Donald Trump“, sagte die Behörde in einem Post auf X.
       
       Der 78-Jährige republikanische Spitzenkandidat blieb unverletzt und
       befindet sich in Sicherheit. „Meine Entschlossenheit ist nach einem
       weiteren Anschlag auf mein Leben nur noch stärker! Ich werde niemals
       nachlassen. Ich werde niemals aufgeben. Ich werde niemals kapitulieren“,
       wurde Trump in einer E-Mail seines Wahlkampfteams zitiert.
       
       Der Zwischenfall ereignete sich am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit). Der
       Secret Service, der in den USA für den Schutz hochrangiger Politiker
       zuständig ist, entdeckte den Verdächtigen nach eigenen Angaben wenige
       hundert Meter von Trump entfernt in den Büschen am Zaun um den Golfplatz
       und eröffnete das Feuer. Der Verdächtige soll danach in einem Auto
       geflüchtet sein und das Gewehr und eine Kamera zurückgelassen haben. Ein
       Zeuge notierte das Kennzeichen des Fahrzeugs. Kurze Zeit später wurde er
       auf einer Autobahn in der Nähe des Tatorts festgenommen.
       
       „Es gab einen Zeugen, der zu uns kam und sagte: ‚Hey, ich habe den Kerl aus
       dem Gebüsch rennen sehen, er ist in einen schwarzen Nissan gesprungen und
       ich habe ein Foto von dem Fahrzeug und dem Kennzeichen gemacht‘, das war
       großartig“, erklärte Bradshaw. Behörden konnten ein Sturmgewehr, zwei
       Rucksäcke und eine GoPro-Videokamera am Ort des versuchten Attentats
       sicherstellen.
       
       ## Verdächtiger wollte in der Ukraine kämpfen
       
       Sicherheitsbehörden in Florida identifizierten später den 58-jährigen Ryan
       Wesley Routh als mutmaßlichen Schützen. Ein Reporter der New York Times
       stellte fest, dass er Routh im vergangenen Jahr interviewt hatte: Routh
       hatte da den Plan, ehemalige Soldaten der afghanischen Regierungsarmee als
       Kämpfer gegen die russische Invasion in die Ukraine zu bringen.
       
       Routh war nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im
       Februar 2022 nach Kyjiw gereist, um dort die Landesverteidigung zu
       unterstützen – und war dort unter anderem von der Nachrichtenagentur AFP
       interviewt worden.
       
       CNN und CBS berichteten, Routh sei ein selbständiger Bauunternehmer für
       bezahlbaren Wohnraum auf Hawaii, der in den vergangenen Jahrzehnten
       mehrmals festgenommen worden sei. Er habe sich im Internet regelmäßig zu
       Politik und aktuellen Ereignissen geäußert, darunter auch Kritik an Trump.
       
       Im März 2022 hatte Routh im Onlinedienst X angekündigt, in die Ukraine
       reisen zu wollen. Er sei bereit „zu kämpfen und zu sterben“. AFP
       interviewte ihn Ende April bei einer Demonstration in Kiew. „Putin ist ein
       Terrorist, dem ein Ende gesetzt werden muss“, sagte er damals.
       
       ## Kamala Harris verurteilt politische Gewalt
       
       US-Präsident Joe Biden und [1][Vizepräsidentin Kamala Harris] wurden über
       den Vorfall informiert und beide seien darüber „erleichtert“, dass der
       Ex-Präsident in Sicherheit ist, so das Weiße Haus. „Ich wurde darüber
       informiert, dass in der Nähe des ehemaligen Präsidenten Trump und seines
       Anwesens in Florida Schüsse fielen und bin froh, dass er in Sicherheit
       ist“, schrieb Harris auf der Plattform X.
       
       „Ich verurteile politische Gewalt. Wir alle müssen unseren Teil dazu
       beitragen, dass dieser Vorfall nicht zu weiterer Gewalt führt“, wurde sie
       in einer Mitteilung des Weißen Hauses in Washington zitiert. Ausdrücklich
       lobte Harris den Secret Service und die anderen Sicherheitskräfte für ihre
       Wachsamkeit. Die Regierung werde sicherstellen, dass der Secret Service
       über alle Ressourcen, Fähigkeiten und Schutzmaßnahmen verfüge, die er zur
       Erfüllung seiner wichtigen Aufgabe benötige, sagte sie weiter.
       
       Trumps Vizekandidat, Senator JD Vance aus Ohio, schrieb später am Sonntag
       auf X, der ehemalige Präsident sei „guter Dinge“. „Er ist einer der
       stärksten Menschen, die ich je gekannt habe. Er ist guter Dinge und
       entschlossener denn je, unser Land zu retten“, postete US-Senator und
       Trump-Verbündeter Lindsey Graham.
       
       Das mutmaßliche Attentat am Sonntag erfolgte nur etwa zwei Monate nachdem
       Trump während einer Kundgebung in Pennsylvania von einer Kugel am rechten
       Ohr verletzt wurde. Trump überlebte den Mordversuch im Juli um wenige
       Zentimeter. Der Schütze wurde damals von Scharfschützen getötet.
       
       [2][Der erste Attentatsversuch im Juli führte zu heftiger Kritik am Secret
       Service], zu deren Aufgabe der Schutz von Präsidenten, deren Familien und
       anderer namhafter Politiker gehört. Im US-Kongress wurde eine Arbeitsgruppe
       ins Leben gerufen, die den Vorfall in Pennsylvania untersuchen soll. Der
       Vorsitzende der Arbeitsgruppe, der Abgeordnete Mike Kelly, verlangt vom
       Secret Service ein Briefing zum jüngsten Vorfall.
       
       16 Sep 2024
       
       ## LINKS
       
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   DIR Hansjürgen Mai
       
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