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       # taz.de -- ++ Wahl-Ticker Thüringen und Sachsen ++: AfD bei Jungwähler:innen klar vorn
       
       > AfD ist bei jungen Wähler:innen in Sachsen und Thüringen mit Abstand
       > stärkste Partei. Maaßen maßlos enttäuscht über wertlose Werte der
       > Werteunion.
       
   IMG Bild: Und wie geht es jetzt weiter? Wegweiser zum Landtag in Erfurt
       
       ## 15.00 Uhr Maaßen maßlos enttäuscht über wertlose Werte der Werteunion
       
       Berlin taz/afp | Nach den schwachen Ergebnissen bei den Landtagswahlen in
       Thüringen und Sachsen hat Werteunion-Chef Hans-Georg Maaßen Defizite in den
       Strukturen seiner Partei eingeräumt. Das Abschneiden von unter einem
       Prozent liege an „mangelnder organisatorischer Reife und Professionalität“
       sowie „unzureichender Sichtbarkeit“, schrieb Maaßen am Dienstag im
       Onlinedienst X. „Es ist auch klar, wenn wir in die Bundestagswahl 2025
       ähnlich unprofessionell und unsichtbar hineingehen würden, sollten wir gar
       nicht erst starten.“
       
       Die extrem rechte CDU-Abspaltung des einstigen Verfassungssschutzchefs
       holte in Sachsen nur 0,3 Prozent der Stimmen, in Thüringen 0,6 Prozent.
       Damit stehen ihr auch keine öffentlichen Zuschüsse für die Wahlkampfkosten
       zu; diese gibt es bei Landtagswahlen erst ab Ergebnissen von über 1,0
       Prozent.
       
       ## 14.55: Nagelsmann wählt Kimmich
       
       Herzogenaurach dpa/taz | Joshua Kimmich ist neuer Kapitän der deutschen
       Fußball-Nationalmannschaft. Der 29-Jährige vom FC Bayern München wurde am
       Montag von Bundestrainer Julian Nagelsmann zum Nachfolger von Ilkay
       Gündogan ernannt, der nach der Heim-EM seine DFB-Karriere beendet hatte.
       Stellvertreter von Kimmich sind Antonio Rüdiger und Kai Havertz.
       
       (Das hat zwar jetzt nichts mit den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen
       zu tun, aber wir können hier ja nicht nur deprimierendes Zeug melden.) 
       
       ## 14.30: Kretschmer bleibt bei Nein zu AfD und Linkspartei
       
       Berlin dpa | Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt nach
       der Landtagswahl wie schon davor eine Zusammenarbeit mit der AfD klar aus –
       und auch eine Koalition mit der Linken.
       
       Der Unvereinbarkeitsbeschluss „ist absolut richtig und hat auch in dieser
       Zeit genau so Bestand“, sagte Kretschmer. Der Unvereinbarkeitsbeschluss der
       CDU besagt, dass diese mit AfD oder Linkspartei weder koalieren noch
       „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ pflegen darf.
       
       In der Haltung zur Linkspartei gibt es laut Kretschmer aber „graduelle
       Unterschiede“. Man habe in den vergangenen Jahren verantwortungsvoll
       zusammengearbeitet, vor einem Jahr etwa einen parteiübergreifenden
       Beschluss zur Migration verfasst, „das haben wir gemeinsam getragen, weil
       auch da klar war, wir haben eine staatsbürgerliche Verantwortung“, sagte
       er. „Mit dem Unvereinbarkeitsbeschluss ist eine Regierungsbeteiligung
       gemeint, ist eine strukturelle Zusammenarbeit gemeint.“ Das man trotzdem
       miteinander im Gespräch sei, „das halte ich für richtig“.
       
       ## 12.45: Forscher: AfD für viele Jungwähler keine extreme Partei
       
       Erfurt dpa | Das gute Abschneiden der AfD bei jungen Wählern ist aus Sicht
       eines Experten auch Ausdruck einer Normalisierung der Partei. „Die AfD wird
       nicht als unmittelbar rechtsextrem wahrgenommen“, sagte der
       Generationenforscher Rüdiger Maas der Deutschen Presse-Agentur. Viele junge
       Menschen schätzten sich selbst als politisch mittig ein, wählten dann aber
       AfD, so Maas, der kürzlich eine Studie zu dem Thema veröffentlicht hat.
       
       Die klassische Aufteilung der Parteienlandschaft in links und rechts
       verliere für junge Wähler an Bedeutung, sagte er weiter. „Dadurch rutschen
       diese Extremparteien auch nicht an die Ränder.“ Es gebe unter jungen Leuten
       auch eine hohe Toleranz gegenüber AfD-Wählern im Freundeskreis. „Uns haben
       viele junge Leute gesagt: „Die Rechtsextremen tun uns nichts, die sind
       nicht böse“. Diese Gefahr scheinen vor allem ältere Menschen zu sehen. Das
       wird völlig unterschätzt.“
       
       Bei den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen wurde die AfD bei jungen
       Wählern jeweils mit deutlichem Abstand stärkste Kraft. In Thüringen setzten
       laut Forschungsgruppe Wahlen 36 Prozent der Menschen zwischen 18 und 29 ihr
       Kreuz bei der AfD. Das waren 11 Prozent mehr als bei der Landtagswahl 2019.
       CDU und Linke landeten mit je 13 Prozent auf Rang zwei. In Sachsen wählten
       30 Prozent in der Altersgruppe die AfD und damit 9 Prozent mehr als vor
       fünf Jahren. Hier kam die CDU mit 15 Prozent auf den zweiten Platz.
       
       ## 12.35: SPD-Spitze hält an Scholz fest
       
       Berlin dpa | Die SPD-Spitze stellt sich auch nach dem schlechten
       Abschneiden bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen ausdrücklich hinter
       Kanzler Olaf Scholz. „Olaf Scholz ist unser starker Bundeskanzler und er
       wird unser starker Kanzlerkandidat sein“, sagte Parteichefin Saskia Esken
       im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Wie bei der vergangenen Bundestagswahl
       werde es der SPD auch dieses Mal gelingen, in den letzten Monaten den Wind
       zu drehen.
       
       ## 12.30 Uhr: Wagenknecht beharrt auf Mitsprache, aber nicht bei
       Koalitionsverhandlungen. Raketen-Votum sei aber Pflicht
       
       Berlin dpa/rtr | BSW-Chefin Sahra Wagenknecht sieht sich als erste
       Ansprechpartnerin für mögliche Koalitionspartner ihrer Partei in Thüringen
       und Sachsen. „Wer mit uns koalieren möchte, muss auch mit mir sprechen“,
       sagte die Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht am Montag in Berlin.
       „Ich denke schon, ein persönliches Gespräch ist da angemessener als ein
       Telefonat.“ Die eigentlichen Koalitionsverhandlungen würden aber im Land
       geführt. Da gehe es um fachliche Details, sagte Wagenknecht.
       
       Zuvor hatte sie gefordert, dass eine Landesregierung mit BSW-Beteilugung
       ein Votum gegen die Stationierung Mittelstreckenraketen abgeben müsse.
       Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe „mal eben nebenbei auf einem
       Nato-Gipfel“ den USA die Genehmigung gegeben zur Stationierung neuer
       Raketen. „Kein anderes europäisches Land lässt das zu“, sagte Wagenknecht.
       „Und wenn wir (…) Teil einer Landesregierung sind, dann muss diese
       Landesregierung dazu beitragen, dass sich hier etwas verändert und dass
       auch diese Entscheidung wieder gekippt wird.“
       
       ## 11.40: Sächsischer Flüchtlingsrat vermisst demokratische Kultur
       
       Leipzig/Dresden epd | Nach der Landtagswahl sorgt sich der sächsische
       Flüchtlingsrat um die Situation von Geflüchteten im Freistaat. Mit der
       Stärkung rechtsextremer Positionen auf parlamentarischer Ebene könnte „eine
       weitere Zunahme von Diskriminierung und Übergriffen im Alltag“ verbunden
       sein, teilte der Flüchtlingsrat am Montag in Leipzig mit. Bereits jetzt
       würden bundesweit die meisten Attacken auf Schutzsuchende in Sachsen
       stattfinden. Der Sprecher des sächsischen Flüchtlingsrates, Dave Schmidtke,
       erklärte: „Diskussionen, die vor einigen Jahren noch als rassistische
       Propaganda abgetan worden wären, sind inzwischen salonfähig.“ Das Kopieren
       rechtsextremer Inhalte von demokratischen Parteien habe den rechten Rand
       gestärkt und die Brandmauer bröckeln lassen.
       
       „Die Uhr der demokratischen Kultur in Sachsen zeigt fünf nach zwölf“,
       erklärte Schmidtke. Darunter würden vor allem Minderheiten im Freistaat
       leiden. So etwa würden Rufe nach mehr Abschiebungen das Ankommen von
       Asylsuchenden blockieren, vor allem wenn gleichzeitig im
       Integrationsbereich enorm gekürzt werde, erklärte Schmidtke. Im Wahlkampf
       seien kaum positive Perspektiven beim Thema Migration zu hören gewesen. Der
       Flüchtlingsrat appellierte „an alle demokratischen Kräfte, sich entschieden
       gegen Diskriminierung einzusetzen“.
       
       ## 10.40: Sitzverteilung in Sachsen wird korrigiert: AfD und CDU verlieren,
       SPD und Grüne gewinnen je einen Sitz
       
       Berlin taz | Die Sitzverteilung in Sachsen wird nachträglich korrigiert.
       Das teilte der Landeswahlleiter am Montag mit. Aufgrund eines
       Softwarefehlers sei in der Nacht eine falsche Sitzzuteilung nach dem
       vorläufigen Ergebnis veröffentlicht worden, [1][heißt es in einer
       Erklärung.] Nach den errungenen Stimmen bekommen laut Wahlleitung nun die
       Grünen und die SPD je einen Sitz mehr. Die CDU und die AfD bekommen einen
       Sitz weniger als ursprünglich angegeben.
       
       Wichtig ist das insbesondere für die AfD. Sie kommt damit nur noch auf 40
       der 120 Sitze im neuen Landtag. Sie verfügt damit nicht mehr über eine
       Sperrminorität im Landtag, mit der bestimmte Landesgesetze, die mit einer
       Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten beschlossen werden müssen, blockiert
       werden können.
       
       Die bisher regierende Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen kommt durch
       die Neuberechnung zwar insgesamt auf einen Sitz mehr. Für eine absulte
       Mehrheit im neuen Landtag reicht das aber weiterhin nicht.
       
       ## 10.25: Arbeitgeber-Präsident spricht von Warnzeichen für die Ampel
       
       Berlin rtr | Präsident Rainer Dulger wertet die Landtagswahlen in Thüringen
       und Sachsen als deutliches Warnzeichen für die Ampel-Politik von SPD,
       Grünen und FDP im Bund. „Besonders der Zulauf zu den politischen Rändern
       zeigt die starke Verunsicherung der Menschen und das fehlende Zutrauen,
       dass sich unser Land in die richtige Richtung entwickelt“, erklärt der Chef
       der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Die Antwort
       auf Populismus und rückwärtsgewandte Konzepte muss eine pragmatische
       Politik sein, die sich an den Problemen der Betriebe und ihrer
       Beschäftigten orientiert. Die Ampel-Parteien sind jetzt umso mehr zum
       Handeln aufgefordert.“
       
       ## 10.20: BSW will AfD-Einladung ablehne
       
       Berlin rtr | Nach Angaben der Co-Bundesvorsitzenden Amira Mohamed Ali wird
       das BSW nicht auf eine Einladung des thüringischen AfD-Landeschefs Björn
       Höcke zu Gesprächen eingehen. „Wir haben ja eine Koalition mit der AfD klar
       ausgeschlossen, deswegen macht das keinen Sinn“, sagt Mohamed Ali den
       TV-Sendern RTL/ntv. Die AfD komme als Koalitionspartner nicht infrage, denn
       sie sei in Teilen rechtsextrem und habe Faschisten in ihren Reihen. Höcke
       hatte am Sonntagabend angekündigt, er werde als stärkste Partei in
       Thüringen zu Sondierungsgesprächen einladen.
       
       ## 10.15: Voigt: „Weltpolitik wird nicht in Thüringen entschieden“. Wolf
       sieht das anders
       
       Berlin afp | Nach der Landtagswahl in Thüringen hat CDU-Spitzenkandidat
       Mario Voigt zur Geduld bei der Regierungsbildung aufgerufen. Darüber werde
       „nicht über Nacht“ entschieden, sagte Voigt am Montag vor einer Sitzung des
       CDU-Präsidiums in Berlin. Seine Partei habe den Auftrag, die Gespräche
       darüber zu führen. Erwartungen des möglichen Koalitionspartners BSW zu
       Verhandlungen über internationale Fragen wie die Stationierung von
       US-Mittelstreckenraketen in Deutschland erteilte Voigt einen Dämpfer.
       „Weltpolitik wird nicht in Thüringen entschieden“, sagte er.
       
       BSW-Spitzenkandidatin Katja Wolf sagte im Deutschlandfunk, dass aus
       Thüringen „ein sehr deutliches Zeichen kommen muss für diplomatische
       Lösungen“ des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und gegen die
       Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland. Das sei
       „unumstößlich“.
       
       ## 🐾 10.00: Bündnis Sahra Wagenknecht: Oh diese Lücke, diese entsetzliche
       
       Die Kritik an der neuen populistischen Partei ist berechtigt. Aber für den
       Erfolg des BSW tragen Linke und Ampel eine Mitverantwortung,
       [2][kommentiert Kersten Augustin, Leiter der taz-Inlands-Redaktion.]
       
       ## 10.00: Kühnert kritisiert FDP
       
       Berlin afp | SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat nach den Verlusten bei
       den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen die Umsetzung wichtiger
       Vorhaben der Sozialdemokraten in der Ampel-Koalition gefordert. So seien
       bei der Rentenreform „viele Versprechen noch nicht eingelöst“, sagte er im
       Sender Phoenix am Montag. Er machte die FDP dafür verantwortlich.
       
       Grund sei, dass „einer unserer Koalitionspartner das Rentenpaket der
       Bundesregierung noch in einer Warteschleife hält“, sagte Kühnert vor einer
       Sitzung des Parteivorstands zur Bewertung des Wahlausgangs. „Da spreche
       ich, glaube ich, für viele in der SPD, wenn ich sage: Der Geduldsfaden wird
       dünner.“ In der FDP gibt es seit Monaten wegen steigender Beiträge
       Widerstände gegen das sogenannte Rentenpaket
       
       ## 🐾 09.35: Ramelows Ruhe nach dem Sturz
       
       Bodo Ramelow ist als Ministerpräsident abgewählt. Doch merkwürderweise
       hadert er kaum damit und will nun Politik als einfacher Abgeordneter
       machen, [3][schreibt taz-Parlamentskorrespondentin Anna Lehmann].
       
       ## 09.10: Söder spricht von Zäsur
       
       München afp | Für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU)
       sind die Rekordergebnisse der in Teilen rechtsextremen AfD bei den
       Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen eine Zäsur. „Auch wenn sich das
       durch Umfragen angedeutet hat: Wenn das Wahlergebnis real wird, dann spürt
       man erst mal, was sich in Deutschland verändert hat“, sagte er am Montag im
       Radio „Bayern 2“.
       
       Verantwortlich für die Rekordergebnisse der AfD sei die Ampelregierung in
       Berlin. „Die Ampel ist eine rauchende Ruine im Osten“, sagte Söder. Die
       Ergebnisse seien ein tiefer Einschnitt in die deutsche
       Nachkriegsgeschichte, mit dem man sich intensiv auseinandersetzen müsse.
       
       ## 08.27: Wahlleiter überprüft Ergebnis zur Landtagswahl in Sachsen
       
       Dresden/Kamenz dpa | Der Wahlleiter will das Ergebnis zur Sitzverteilung im
       sächsischen Landtag überprüfen. Mehrere Parteien und Experten von
       Wahlrecht.de gehen davon aus, dass sich der Landeswahlleiter bei der neuen
       Sitzverteilung im Landtag verrechnet haben könnte, berichtet die Leipziger
       Volkszeitung. Demnach sei ein falsches Sitzverteilungsverfahren angewendet
       worden. Der Sachverhalt sei bekannt und werde überprüft, sagte eine
       Sprecherin der Landeswahlleitung auf dpa-Anfrage.
       
       Laut LVZ hätte die AfD nach dem anderen Verfahren einen Sitz weniger und
       würde nicht mehr über eine Sperrminorität im Landtag verfügen. Mit dieser
       Sperrminorität könnten bestimmte Landesgesetze, die mit einer
       Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten beschlossen werden müssen, nicht
       ohne die AfD-Parlamentarier zustande kommen.
       
       In Sachsen werden wie auch in anderen Bundesländern Verfassungsrichter und
       die Spitzen der Landesrechnungshöfe mit Zweidrittelmehrheit aller
       Parlamentarier gewählt. Bestimmte Posten könnten dann also ohne
       AfD-Zustimmung nicht nachbesetzt werden. Zudem könnten sich die Landtage
       nicht selbst auflösen.
       
       ## 🐾 08.15: Grünen-Niederlage im Osten: Es kann besser werden
       
       In Sachsen und Thüringen haben die Grünen einiges richtig gemacht und
       trotzdem katastrophal verloren. Aus dem Ergebnis lassen sich aber Lehren
       ziehen, [4][analysiert taz-Parlamentskorrespondent Tobias Schulze.]
       
       ## 07.50: Weidel sieht ohne AfD nur „linke Mehrheiten“ und fordert
       Neuwahlen im Bund
       
       Berlin afp | AfD-Chefin Alice Weidel hat sich nach dem guten Abschneiden
       ihrer Partei bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen optimistisch
       gezeigt, an der Regierungsbildung beteiligt zu werden. „Wir müssen
       festhalten, dass ohne die AfD keine stabile Mehrheitsbildung möglich ist“,
       sagte sie am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Sie glaube nicht, dass sich die
       „undemokratische Brandmauer“ durchhalten lasse. Ohne die AfD seien nur
       linke Mehrheiten möglich, dies wolle der Wähler nicht, befand Weidel.
       
       Die Ampel-Regierung in Berlin sei abgewählt worden, fügte Weidel hinzu.
       „Niemand möchte mehr diese grüne Politik in der Bundespolitik haben und in
       der Landespolitik schon gar nicht.“ Nun müsse der Weg für Neuwahlen frei
       gemacht werden.
       
       ## 🐾 07.45: Schwierige Suche nach Mehrheiten
       
       Nur das BSW und die AfD gewinnen bei der Wahl in Sachsen dazu. Das liegt
       nicht nur an der Ampelregierung, [5][analysiert taz-Korrespondent David
       Muschenich].
       
       ## 07.40: Zentralrat der Juden entsetzt über Wahlergebnisse: „Deutschland
       taumelt“
       
       Berlin afp | Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich entsetzt
       gezeigt über den Ausgang der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen.
       „Immer mehr Menschen wählen die AfD aus politischer Überzeugung“, schrieb
       Zentralratspräsident Josef Schuster in einem am Montag veröffentlichten
       Gastbeitrag für die Bild-Zeitung. „Ein populistisches BSW lässt noch vieles
       unbekannt, aber das, was wir von dieser neuen Partei und seinem
       Spitzenpersonal wissen, lässt nichts Gutes erahnen.“
       
       Schuster urteilte mit Blick auf die Wahlergebnisse: „Deutschland taumelt.
       Können wir uns von diesem Treffer erholen?“ Die freie Gesellschaft dürfe
       „nicht fallen, gerade im Angesicht des islamistischen Terrors“, mahnte der
       Zentralratspräsident. Nun seien „ungeschminkte Wahrheiten“ sowie
       „Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit“ gefragt, „keine populistischen
       Scheinantworten radikaler Parteien.“
       
       Schuster forderte eine deutliche Reaktion der anderen Parteien: „Es ist an
       der Politik der Mitte, Klartext zu sprechen – Tacheles. Kontern wir
       endlich“, verlangte er.
       
       ## 07.40: Kretschmer: Bündnis mit BSW möglich
       
       Berlin dpa/afp | Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
       hält nach der Landtagswahl in seinem Land eine Koalition mit der SPD und
       dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) für möglich. „Es wird nicht einfach
       sein, es wird auch seine Zeit dauern, aber es ist möglich“, sagte
       Kretschmer am Morgen nach der Wahl im Deutschlandfunk.
       
       Die Co-Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), Amira Mohamed
       Ali, zeigt sich grundsätzlich offen für eine Koalition mit der CDU. „Es
       gibt Parallelen, es gibt auch erhebliche Unterschiede“, sagte Mohamed Ali
       am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die CDU. Ob man wirklich
       zueinander finde, werde sich erst bei Koalitionsverhandlungen zeigen. Eine
       Koalition mit der AfD schloss Mohamed Ali aus.
       
       ## 🐾 07.30: Triste Manifestation im Osten
       
       Die Wahlen im Osten sind kein Rechtsruck. Sie zeigen mit Wucht, was längst
       da war. Wichtig sind jetzt die Engagierten, [6][kommentiert taz-Redakteurin
       Anne Fromm].
       
       ## 06.50: Internationaler Pressereaktionen: „Sieg von Putin“
       
       Der Schweizer Tages-Anzeiger kommentiert: „Für die SPD, die Kanzlerpartei,
       fällt der erste Wahltag im Osten rabenschwarz aus. Gehen die
       Sozialdemokraten in drei Wochen auch in Brandenburg unter und verliert ihr
       Ministerpräsident Dietmar Woidke dort seine Macht, wackelt auch Kanzler
       Olaf Scholz. In Hinblick auf die Bundestagswahlen in einem Jahr ist eine
       Revolte der Partei gegen ihn dann nicht mehr auszuschließen.“
       
       Die italienische Tageszeitung La Repubblica spricht von einem Sieg von
       Putin: „Der Kreml hat jetzt seine Wortführer im Herzen Europas. Russlands
       Präsident hat einen außergewöhnlichen und beunruhigenden politischen Sieg
       errungen. Die „faschistische“ rechte AfD und die nostalgische Linke sind
       zusammen mit anderen europäischen Formationen wie dem Rassemblement
       National in Frankreich oder der Lega in Italien seine Vorposten in der EU.
       Die Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Krieg in der Ukraine wird durch
       ein scheinbares Streben nach Frieden kaschiert.“
       
       Die italienische Zeitung Corriere della Sera meint zum Ausgang der
       Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen: „Aus dem Wirbelsturm der beiden
       Landtagswahlen geht ein anderes Land hervor, ein anderes Deutschland. In
       Erfurt und Dresden vertraut eine Mehrheit der Bevölkerung ihre
       Enttäuschungen und Frustrationen zwei populistischen Parteien an, der
       nationalistischen und fremdenfeindlichen Ultra-Rechtspartei AfD sowie der
       neo-peronistischen Hybridpartei BSW, der politischen Kreatur von Sahra
       Wagenknecht, die prorussischen Pazifismus, wirtschaftlichen Statismus und
       harte Anti-Einwanderungspolitik miteinander verbindet.“
       
       Das Wall Street Journal schreibt: „(…) Die Ergebnisse der Parlamentswahlen
       in Sachsen und Thüringen am Sonntag (…) sorgen für weitere Bestürzung auf
       einem Kontinent, der bereits durch den Niedergang der traditionellen
       Parteien und den Aufstieg der Aufständischen verunsichert ist. (…) Das
       größere Problem ist, was der gemeinsame Aufstieg der AfD und des BSW über
       den Kollaps der Regierungsparteien in Deutschland aussagt. (…)
       
       Es bestätigt, was nationale Umfragen schon seit einem Jahr oder länger
       sagen: Die Wähler haben die Nase voll von Olaf Scholz und einer Koalition,
       die Migration nicht steuern kann und sich trotz des greifbaren und
       wachsenden wirtschaftlichen Schadens an Klimazielen festklammert.“
       
       ## 05.00: Scholz für Bündnisse ohne AfD
       
       Berlin rtr | Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Ergebnisse der
       Landtagswahlen als „bitter“ bezeichnet und die Parteien in Sachsen und
       Thüringen aufgefordert, Bündnisse ohne die AfD zu schmieden. „Alle
       demokratischen Parteien sind nun gefordert, stabile Regierungen ohne
       Rechtsextremisten zu bilden“, sagte Scholz der Nachrichtenagentur Reuters
       am Montag. Er äußerte sich als SPD-Bundestagsabgeordneter. Die Ergebnisse
       für die AfD in Sachsen und Thüringen würden ihm Sorgen bereiten. „Daran
       kann und darf sich unser Land nicht gewöhnen. Die AfD schadet Deutschland.
       Sie schwächt die Wirtschaft, spaltet die Gesellschaft und ruiniert den Ruf
       unseres Landes“, betonte Scholz.
       
       ## 02.20: Vorläufiges Wahlergebnis in Sachsen: CDU bleibt vorn
       
       Dresden dpa | Knapper Sieg nach langem Zittern: Die CDU hat die
       Landtagswahl in Sachsen gewonnen – vor der zweitplatzierten AfD. Nach
       Auszählung aller Stimmen legt die AfD gegenüber der Wahl von 2019 zwar
       deutlich zu, kann die leicht verlierende Union aber nicht überrunden.
       
       Die CDU kam auf 31,9 Prozent (2019: 32,1 Prozent). Die AfD liegt mit 30,6
       Prozent (27,5) knapp dahinter. Das BSW erreichte aus dem Stand 11,8
       Prozent. Die SPD landete bei 7,3 Prozent (7,7). Die Linke rutschte
       dramatisch ab auf 4,5 Prozent (10,4).
       
       Die Grünen bekamen 5,1 Prozent (8,6). Die FDP verpasste mit nur 0,9 Prozent
       (4,5) erneut den Einzug in den Landtag – wie schon bei den vergangenen zwei
       Landtagswahlen.
       
       Die vom sächsischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch
       eingestufte AfD bekommt 41 Sitze im Landtag (38), die CDU 42 Mandate (45).
       Das BSW stellt 15 Abgeordnete. Die SPD erhält 9 Sitze (10), die Grünen
       kommen auf 6 Sitze (12), ebenso wie Die Linke (14). Die Freien Wähler, die
       2,3 Prozent erhielten, sind mit einem Abgeordneten im Parlament vertreten,
       der ein Direktmandat gewann.
       
       Zur Abstimmung aufgerufen waren etwa 3,3 Millionen Bürger. Die
       Wahlbeteiligung lag bei 74,4 Prozent – so hoch wie noch nie bei einer
       Landtagswahl im Freistaat.
       
       ## 00.50: Vorläufiges Wahlergebnis in Thüringen: AfD erstmals stärkste
       Kraft
       
       Erfurt dpa | Erstmals in der Nachkriegsgeschichte ist mit der AfD eine als
       rechtsextremistisch eingestufte Partei bei einer Landtagswahl stärkste
       Kraft geworden. In Thüringen liegt sie nach vorläufigen Ergebnissen auf
       Platz eins.
       
       Die AfD von Spitzenkandidat Björn Höcke kommt nach dem vorläufigen
       amtlichen Ergebnis auf 32,8 Prozent (2019: 23,4 Prozent). Die CDU landet
       bei 23,6 Prozent (21,7). Aus dem Stand schafft das BSW 15,8 Prozent – und
       lässt damit die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow weit hinter sich,
       die dramatisch auf 13,1 abstürzt (31,0). Starke Verluste verbuchen die
       Parteien der Berliner Ampel-Regierung: Die SPD verzeichnet mit 6,1 Prozent
       (8,2) ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der
       Bundesrepublik. Die Grünen scheiden mit 3,2 (5,2) aus dem Parlament aus,
       ebenso die FDP mit 1,1 Prozent (5,0).
       
       Den ausführlichen taz-Wahl-Ticker zu allen Entwicklungen am Sonntag
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       2 Sep 2024
       
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