# taz.de -- Anarchistische Buchmesse: Leseratten und Friedenstauben
> Im früheren Bethanienkrankenhaus findet die Anarchistische Buchmesse
> statt. Die Bewegung ist gespalten.
IMG Bild: Bei der anarchistischen Buchmesse werden unter anderem Thesen zur „Möglichkeit der Weltrevolution“ vorgestellt
Berlin taz | Im NewYorck, dem Ostflügel des ehemaligen
Bethanienkrankenhauses in Kreuzberg, soll sich vom 5. bis zum 8. September
alles um das anarchistische Buch drehen. Dort finden die anarchistischen
Buchtage statt. Es gehe ihnen nicht darum, nur einige Bücherstände
aufzustellen, betonen die Veranstalter*innen. „Nein es reicht nicht aus,
denn was wir wollen, sind vor allem [1][Debatten, die in der Praxis münden
müssen, zu intensivieren]“, heißt es in der Einladung.
Eine lebhafte Auseinandersetzung ist am Freitag zu erwarten. Ab 18 Uhr soll
es eine „offene Debatte zum Krieg in der Ukraine und die Rolle der
anarchistischen Bewegung darin“ geben. Dabei positionieren sich die
Veranstalter*innen klar: „Einer der Schwerpunkte und Hauptanliegen für
das Stattfinden der diesjährigen Anarchistischen Buchmesse ist es den
Anti-Militarismus, die Desertion und Fahnenflucht aller Soldat*innen, den
Landesverrat, die Sabotage an der Kriegsmaschinerie, hier und überall, zu
unterstützen und zu verteidigen.“
Damit grenzen sich die Organisator*innen nicht nur vom Pazifismus und
einem Antiimperialismus ab, der nur in der Nato den Gegner sieht. Auch
gegen „Kriegstreiber, die sich als Anarchist*innen bezeichnen“, wird
Stellung bezogen. Damit ist eine Strömung in der anarchistischen Bewegung
gemeint, die für eine [2][Beteiligung von Anarchist*innen am Kampf
gegen die russische Armee in der Ukraine] eintritt und dabei auch mit der
Armee kooperiert.
## Inneranarchistische Konflikte
Im Vorfeld der Buchmesse zirkulierten polemisch gehaltene Texte
anarchistischer Gruppen und Einzelpersonen zu diesem Thema, sodass auf der
Buchmesse eine lebhafte Debatte zu erwarten ist. Ausgeladen wurde der
[3][Herausgeber des Verlags Graswurzelrevolution], wie Bernd Drücke, der
leitende Redakteur der gleichnamigen ältesten deutschsprachigen Zeitung des
gewaltfreien Anarchismus, gegenüber der taz bestätigte. Er hatte in der
Vergangenheit immer wieder den Insurrektionalismus, die aufständische
Strömung im Anarchismus, kritisiert.
Am Samstag um 12 Uhr soll über die Theorie und Praxis der deutschen
Stadtguerilla diskutiert werden. Das ehemalige RAF-Mitglied Margrit
Schiller wird am Sonntag um 10 Uhr über ihre Fluchtgeschichte berichten,
über die sie ein Buch geschrieben hat. Eine
„antipolitisch-sozialrevolutionäre Tendenz“ will am Sonntag ab 14.30 Uhr
ihre Thesen zur „Möglichkeit der Weltrevolution“ vorstellen.
Das aktuelle Programm der anarchistischen Buchmesse kann hier eingesehen
werden: https://anarchistischebuechermesse.noblogs.org/?page_id=7
5 Sep 2024
## LINKS
DIR [1] /151-Jubilaeum-Anarchismus-Kongress/!5947143
DIR [2] /Russischer-Anarchist-verteidigt-Ukraine/!5918395
DIR [3] /Zeitung-Graswurzelrevolution-wird-50/!5856660
## AUTOREN
DIR Peter Nowak
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