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       # taz.de -- Debatte über EU-Asylpolitik: Keine schnelle Lösung in Brüssel
       
       > Die EU stellt sich auf eine neue Migrationsdebatte ein. Kommissionschefin
       > Ursula von der Leyen bleibt derweil gelassen.
       
   IMG Bild: Ankunft auf Gran Canaria, in Spanien sind seit Januar 22.000 Migranten aus Afrika angekommen
       
       Brüssel taz | Die EU richtet sich auf eine neue Migrationsdebatte ein.
       Angestoßen wird sie nicht nur von Deutschland, das nach dem Attentat von
       Solingen über schärfere Gesetze diskutiert und dabei – wie
       Oppositionsführer [1][Friedrich Merz] (CDU) – mit dem Finger auf Brüssel
       zeigt.
       
       Angeheizt wird der Streit auch von 15 weiteren EU-Ländern, die seit Monaten
       mehr Einsatz gegen irreguläre Migration fordern – und von der Krise in
       Spanien. Seit Januar sind mehr als 22.000 Migranten aus Afrika auf den
       Kanarischen Inseln angekommen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im
       Vorjahreszeitraum. Doch wer von Brüssel schnelle Lösungen erwartet, wird
       enttäuscht.
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hielt es bisher nicht einmal
       für nötig, auf die Forderungen ihres Parteifreunds Merz einzugehen. Sie
       verspricht aber weiterhin, die umstrittene EU-Grenzschutzagentur Frontex
       auszubauen und die Zahl der Grenzschützer auf 30.000 zu verdreifachen. Dazu
       kündigt sie einen „neuen Ansatz für Rückführungen“ von nicht anerkannten
       Asylbewerbern an. Dafür ist ein Rechtsrahmen geplant, der für schnellere
       Verfahren sorgen soll.
       
       Doch wann und wie das umgesetzt werden soll, ist unklar. Die nächste
       EU-Kommission dürfte im November ihre Arbeit aufnehmen, neue Gesetze
       brauchen Jahre. Selbst der vor der Europawahl eiligst verabschiedete neue
       Asyl- und Migrationspakt tritt erst 2026 vollständig in Kraft.
       
       ## Asylrecht bleibt unverändert
       
       Natürlich könne jedes EU-Land schneller handeln, sagt die
       CDU-Europaabgeordnete Lena Düpont, die den Pakt mit ausgehandelt hat. „Die
       Wirkung bleibt aber, das haben wir immer kommuniziert, eine
       mittelfristige“.
       
       Und was ist mit [2][der „nationalen Notlage“,] die Merz ausrufen will, um
       EU-Regeln zu umgehen? Bisher sei völlig unklar, was der CDU-Chef damit
       meint, heißt es in Brüssel. Die deutschen Grenzkontrollen könnten schon
       jetzt verlängert werden, wenn dies gut begründet wird. Am Asylrecht und an
       der Genfer Flüchtlingskonvention werde man jedoch nicht rütteln, heißt es
       im Ministerrat.
       
       Auch eine Reform der umstrittenen Dublin-Verordnung steht nicht zur
       Debatte. Solingen sei ein schlechtes Beispiel, heißt es in Brüssel.
       Schließlich hätten die Behörden die in „Dublin“ vorgesehenen Fristen für
       die Rücküberführung nach Bulgarien nicht eingehalten. Deutschland müsse
       sich daher an die eigene Nase fassen, statt den Fehler bei der EU zu
       suchen.
       
       28 Aug 2024
       
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