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       # taz.de -- Berlins Verkehrs- und Umweltsenatorin: Bonde hat noch nicht geliefert
       
       > … finden BUND und Changing Cities: Nach 100 Tagen im Amt sei die Bilanz
       > der Verkehrs-, Umwelt und Klimasenatorin reichlich bescheiden.
       
   IMG Bild: Könnte öfter mal den Mund aufmachen, findet der BUND: Verkehrs-, Umwelt- und Klimasenatorin Ute Bonde
       
       Berlin taz | Wollte man ungnädig sein, könnte man Ute Bonde als eine Art
       Ersatz-Ersatz-Senatorin bezeichnen, zumindest was diese Legislaturperiode
       angeht: Die frühere Chefin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (CDU)
       übernahm die Verkehrs-, Umwelt- und Klimaverwaltung am 23. Mai von ihrer
       Parteifreundin Manja Schreiner, als die über Plagiatsvorwürfe stolperte.
       Schreiner selbst hatte das Amt ein gutes Jahr zuvor – nach
       Wiederholungswahl und Senatsneubildung – von Bettina Jarasch (Grüne)
       übernommen.
       
       Bis Herbst 2026 hat Bonde aber noch die Chance, für den längsten Abschnitt
       der Wahlperiode die Geschicke der Senatsverwaltung zu lenken. Geht es nach
       dem BUND-Landesverband, muss sie sich aber noch sehr ins Zeug legen, um
       etwas zu leisten: In einer 100-Tage-Bilanz attestierte der Bund für Umwelt
       und Naturschutz am Donnerstag der Senatorin, „noch nicht großartig in
       Erscheinung getreten“ zu sein. „Bisher ist noch völlig unklar, in welche
       Richtung die Senatorin agiert“, [1][so Geschäftsführerin Gabi Jung].
       
       Aus Jungs Sicht versteckt sich Bonde bei wichtigen eigenen Themen: „Natur-
       und Artenschutz scheint bei ihr noch nicht angekommen zu sein.“ Beim
       „Schneller-Bauen-Gesetz“ habe sie sich zu wenig für diese Belange
       eingesetzt, das gelte auch für den Görlitzer Park, dessen geplante
       Umgestaltung aus Sicht des BUND Biotope gefährdet.
       
       ## Radwege gestoppt, TVO vorangetrieben
       
       Im Mobilitätsbereich habe Bonde eine öffentliche Reaktion auf die
       Mittelkürzungen bei der BVG vermissen lassen. Stattdessen seien unter ihrer
       Ägide der [2][Bau der meisten Radschnellwege gestoppt] worden, während für
       die [3][umstrittene Autostraße TVO] das Planfeststellungsverfahren eröffnet
       worden sei.
       
       In diese Richtung geht auch die Kritik des Vereins Changing Cities, die
       darüber hinaus auf die Kommunikationsstrategie der Senatorin abzielt: „Im
       Stile ihrer Vorgängerin hat sie fast alle Radschnellverbindungen und vier
       von sechs Fahrradparkhäusern stoppen lassen – ohne dies jedoch der
       Öffentlichkeit mitzuteilen“, so Sprecherin Mara Hasenjürgen. „Erst durch
       anonyme Hinweise erfuhr Changing Cities von dem neuerlichen Radwegestopp
       und machte den Skandal öffentlich.“
       
       Auch darauf habe es von Bonde keine Reaktion gegeben, so Hasenjürgen: „ Mit
       der konsequenten Anti-Fahrrad-Politik unter dem Radar zu fliegen, scheint
       ihre Strategie zu sein.“ Changing Cities tuft daher für den 8. September zu
       einer großen Fahrraddemonstration auf.
       
       Aus Sicht von Gabi Jung ist nun unter anderem wichtig, dass Ute Bonde eine
       auskömmliche Finanzierung für das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm
       (BEK) sichere. Auch der klimaneutrale und sozialverträgliche Umbau der
       Energie- und Wärmeversorgung sei eine entscheidende Aufgabe für die
       Senatorin.
       
       30 Aug 2024
       
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   DIR Claudius Prößer
       
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