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       # taz.de -- Trends bei Lebensmitteln und Technik: Katzenfutter mit KI
       
       > Ohne Farbstoffe, ohne Zuckerzusatz, glutenfrei. Bei Lebensmitteln ist es
       > längst normal, auf das hinzuweisen, was nicht drin ist. Und bei Technik?
       
   IMG Bild: Katzenfutter, vielleicht mit oder ohne Zusatzstoffe aber mit KI
       
       Früher war mehr „mit“. Mit Lametta (am Nadelbaum), mit Schnee (im Winter),
       mit Wärmestrahlung (bei Glühbirnen), aber vor allem beim Verkaufen. Eine
       Firma, die ihr Produkt anpreisen wollte, machte das über plakative
       Hinweise, was neben dem Offensichtlichen noch so drin sei. Nur Zucker,
       Gelatine und Farbstoffe aka Fruchtgummi? Nein, mit Vitaminen!
       
       In der Geschichte ein bisschen nach vorne gespult und wir sind im Heute:
       Das „mit“ hat sich ausgehypt und plötzlich liegt „ohne“ im Trend. Im
       Supermarkt: ohne Konservierungsstoffe, ohne Zuckerzusatz, ohne Gluten. In
       der Drogerie: ohne Silikone, ohne Octocrylen, ohne Parfüm, Parabene und
       Farbstoffe. Natürlich heißt das umgekehrt, dass es doch noch ziemlich viele
       Produkte gibt, in denen all das drin steckt, aber hey: Auch beim Ausmisten
       muss man ja mal an einer Stelle anfangen.
       
       Jedenfalls: Was Technik angeht, stecken wir noch ganz tief drin in der
       Mit-Phase. Was gerade am meisten gehypt wird, das muss natürlich rein. Was
       also wäre ein neues IT-Vorhaben ohne [1][künstliche Intelligenz]?
       Vielleicht in Wahrheit sinnvoller, besser und weniger energieintensiv. Aber
       das ist nicht der Punkt. Kundenbetreuung? Gesundheitsapp? Asylverfahren? Es
       gibt nichts, das sich nicht durch eine Prise KI verfeinern ließe – und wenn
       es nur dazu dient, zu zeigen, dass man am Puls der Zeit ist.
       
       Immerhin: KI hat mit seinem Hype endlich das vorige Mit-Thema ins Aus
       gekickt: Blockchain. Das hielt sich erstaunlich lange, wurde zwischendurch
       kurz überlagert vom Metaverse und von [2][NFTs], von denen heute nur noch
       Nerds wissen, was das eigentlich ist und dass es auch etwas mit Blockchains
       zu tun hat.
       
       ## Das Ohne-Zeitalter auch für KI?
       
       Dass es mit dem Blockchain-Thema zu Ende ging, hätte man spätestens dann
       ahnen können, als Brauereien anfingen, das Logo der Kryptowährung Bitcoin
       auf Biere zu drucken. Hat ja auch wirklich viel miteinander zu tun: Kann
       beides in Überdosis gefährlich werden, ist in der Herstellung etwas für
       Spezialist:innen und na ja, beides beginnt mit dem Buchstaben B.
       
       Warum sollte das mit KI nicht funktionieren? Katzenfutter, Koriander,
       Kartoffelecken, Käse, Kaffee, Kürbis, Kalbfleisch – da lässt sich mit KI
       bestimmt noch etwas rausholen. Und wenn sich jemand entscheiden müsste, ob
       lieber Zusatzstoff E 357 aka Kaliumadipat oder KI im Kuchen sein soll, dann
       vielleicht doch lieber Letzteres.
       
       Doch womöglich beginnt ja auch bald in der IT das Ohne-Zeitalter. Und
       überall werben „Ohne Blockchain“-, „KI-frei“- und „Ohne Cloud“-Siegel für
       Software, die nur das enthält, was auch drin sein muss. Bis dahin dürfen
       wir uns sicher über weitere interessante Ideen freuen: Wie wäre es denn mit
       einem Kundenbetreuungschat mit 3-D-Hologramm-Avatar?
       
       1 Aug 2024
       
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