# taz.de -- Islamisches Zentrum in Hamburg: Faeser schließt „Blaue Moschee“
> Die Innenministerin verbietet die prominente Imam-Ali-Moschee in Hamburg,
> die vom Iran gesteuert wird. Razzien gab es auch in anderen
> Bundesländern.
IMG Bild: Einsatzkräfte der Polizei während einer Razzia auf dem Gelände des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH)
Berlin/Hamburg dpa | Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat das
[1][Islamische Zentrum Hamburg (IZH) verboten], weil es nach Einschätzung
ihres Ministeriums die Errichtung einer autoritär-islamischen Herrschaft
propagiert. Das IZH verbreite als direkte Vertretung des iranischen
„Revolutionsführers“ in aggressiv-kämpferischer Weise die Ideologie der
sogenannten „Islamischen Revolution“ in Deutschland, hieß es in einer
Mitteilung ihres Ministeriums.
„Mir ist es dabei sehr wichtig, klar zu unterscheiden: Wir handeln nicht
gegen eine Religion“, betonte Faeser. Die friedliche schiitische Glaubens-
und Religionsausübung sei ausdrücklich nicht von dem Verbot berührt.
[2][Razzien gab es in Zusammenhang mit dem Verbot], das auch fünf
Teilorganisationen umfasst, am Morgen unter anderem in der sogenannten
Blauen Moschee in Hamburg sowie bei einem Moscheeverein in Berlin. Aufgrund
gerichtlicher Anordnungen seien insgesamt 53 Objekte in Hamburg, Bremen,
Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Nordrhein-Westfalen
und Bayern durchsucht worden, teilte das Bundesinnenministerium mit.
Das IZH sei eine extremistische [3][islamistische Organisation], die
verfassungsfeindliche Ziele verfolge, hieß es in der Mitteilung weiter.
Nach den gegen das IZH gerichteten umfassenden Durchsuchungsmaßnahmen vom
vergangenen November hätten sich die schweren Verdachtsmomente erhärtet,
sagte Faeser. Die Ideologie richte sich gegen Frauenrechte, gegen eine
unabhängige Justiz und den demokratischen deutschen Staat.
„Außerdem unterstützen das „Islamische Zentrum Hamburg“ und seine
Teilorganisationen die Terroristen der Hizb Allah und verbreiten einen
aggressiven Antisemitismus“, erklärte die Innenministerin. Das American
Jewish Committee Berlin begrüßte das Verbot.
Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Maßnahmen
zeigten, dass fortwährende Angriffe auf zentrale Grundprinzipien nicht
hingenommen würden. „Außerdem betone ich erneut, dass Hass und Hetze gegen
Juden, Jüdinnen und israelische Staatsangehörige in Berlin nicht geduldet
werden.“
24 Jul 2024
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