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       # taz.de -- Olympiatriathlon in schmutziger Seine: Eine Stadt als Fototapete
       
       > Die Posse um die zu schmutzige Seine zeigt: Paris wird für schöne
       > Olympia-Bilder nur benutzt. Die Stadt rächt sich auf ihre Weise.
       
   IMG Bild: Schöne Kulisse zum Eintauchen: Seine am Grand Palais-Pont Alexandre
       
       Was für beeindruckende Bilder. Dutzendweise springen vor der im Stil des
       Neobarock erbauten Pont Alexandre III [1][erst die Frauen, später die
       Männer am Mittwoch in die Seine, kraulen um die Wette] vom Grand Palais in
       Richtung Eiffelturm, der sich im Hintergrund in den Himmel streckt. Perfekt
       für diese Olympischen Spiele im Postkartenformat. Dass das Wasser,
       offiziell für unschädlich für die Triathlet:innen erklärt, immer noch
       reichlich trübe ist, sieht man ja zum Glück im TV nicht so.
       
       Tagelang war die [2][Qualität des Seinewassers] das große Thema. Und
       tagelang war klar, der Triathlon in der Seine wird stattfinden. Komme, was
       da wolle. [3][The games must go on].
       
       Die Idee, den Sport aus den Arenen in die Stadt zu bringen, hin zu den
       Menschen, erscheint zwar auf den ersten Blick charmant. Tatsächlich geht es
       nicht um die Menschen, sondern nur um die historischen Fassaden als
       pittoresken Hintergrund.
       
       Wer an diesen Tagen durch die französische Hauptstadt geht, stellt fest: Es
       ist anders als sonst. Nein, kein Gedrängel. Auf den Straßen kaum Autos. In
       der Metro sogar freie Sitzplätze. Und das liegt nicht nur daran, dass die
       Tickets für die U-Bahn plötzlich fast das Doppelte kosten.
       
       Nur da, wo Teile der Stadt ganz offiziell zum Sportplatz erklärt wurden,
       sammeln sich Menschen. Die meisten mit wichtig baumelnden Olympiaausweisen
       um den Hals. In allen Sprachen der Welt parlierend. Aber Französisch? Da
       muss man schon genau hinhören. Denn viele Pariser:innen sind wie alle
       Jahre im Sommer aus der Stadt geflohen. Und in diesem Jahr erst recht. Man
       kann es ihnen nicht verdenken.
       
       Paris ist eine Mahnung an alle anderen Metropolen der Welt, deren
       Machthaber:innen von Olympischen Spielen träumen. Sie werden allenfalls
       als Fototapete gebraucht. Die Stadt Paris immerhin, so mag man es lesen,
       wehrt sich. Mithilfe des Regens kippt sie der olympischen Gigantomanie ihre
       ganze Scheiße aus der Kanalisation vor die Füße. Der olympische Traum ist
       nicht tot. Er riecht nur ein wenig. Nach Haute Koture.
       
       31 Jul 2024
       
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   DIR [3] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/muenchen-1972-2022/512574/the-games-must-go-on/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Gereon Asmuth
       
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