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       # taz.de -- Öffentlich-Rechtlichen im Kulturkampf: Die Kaninchen von der ARD
       
       > Die Absage der ARD-Buchlounge mit Sebastian Hotz zeigt: Der Sender hat im
       > Kulturkampf gegen rechtspopulistische Meinungsmache keine Strategie.
       
   IMG Bild: Wie ein Kaninchen auf der Flucht: Die ARD steht wohl eher für „Angst regiert dich“
       
       Der [1][MDR] sieht einer Kündigung des Medienstaatsvertrages durch eine
       mögliche [2][AfD-Regierung in Thüringen] gelassen entgegen“, meldet „ZAPP“.
       Um zu der Erkenntnis zu gelangen, hat das NDR-Medienmagazin mit dem
       Juristischen Direktor des MDR gesprochen.
       
       Die frohe Botschaft aus Leipzig lautet, wenn Thüringen ausscheiden sollte,
       macht der MDR halt mit Sachsen und Sachsen-Anhalt weiter. Dass da die AfD
       auch ante portas steht, wenn auch ohne Björn Höcke, scheint nicht so
       wichtig zu sein. Allerdings klingt das eher nach „Kaninchen ist
       hakenschlagend auf der Flucht“. ARD steht wohl eher für „Angst regiert
       dich“.
       
       Bester Beleg war die Nummer [3][mit El Hotzo]. Da wurde vergangene Woche
       sogar die groß angekündigte ARD-Buchlounge mit Sebastian Hotz im
       Literaturhaus Nürnberg abgesagt. Veranstalter*in war ARD-Kultur, der
       MDR hat die Federführung. Die tiefschürfende Begründung war, „aufgrund der
       aktuellen Entwicklungen hat ARD-Kultur entschieden, die für heute (18.
       Juli) geplante Buch-Lounge abzusagen.
       
       Wir bitten dafür um Verständnis“. Sonst nichts, kein Argument, keine
       weitere Erläuterung. „Mehr möchten wir dazu nicht sagen und bitten um Ihr
       Verständnis“, stand noch in der Mail. Nee, kriegt ihr nicht! Was das
       Literaturhaus Nürnberg in weiser Voraussicht auf seiner Homepage
       veröffentlicht hatte, ist richtig.
       
       „Das Literaturhaus Nürnberg e. V. ist ein Ort des Diskurses (…) und ein
       Lernort in Sachen Demokratie. Ein Ort der Auseinandersetzung, des
       Argumentierens und auch des Aushaltens von Positionen, die von der eigenen
       Meinung abweichen“.
       
       ## Jetzt gibt es eine Wand
       
       „Auch wenn wir die menschenverachtende Äußerung von ‚El Hotzo‘ keinesfalls
       teilen, möchten wir mit ihm darüber auf dem Podium sprechen. Auch darüber,
       wie er seine Medienpräsenz nutzt und wie er mit der Verantwortung dabei
       umgeht.“
       
       Die begründungsfreie Absage zeigt, dass die ARD keine Strategie hat. Sie
       weiß nicht, wie sie im laufenden Kulturkampf agieren, sich positionieren,
       vielleicht sogar überleben will. Leute, ihr habt euch schon vor Jahren mit
       dem Rücken an der Wand gefühlt, wenn Michael Hanfeld in der FAZ über die
       GEZ lästerte.
       
       Dabei gab’s damals gar keine Wand. Die gibt es jetzt, und ihr macht das
       Kaninchen. (Offenlegung: Ich habe als ARD-Sprecher 2016/17 auch bei den
       Kaninchen mitgemacht, bin jetzt aber nicht mehr im Stall.)
       
       Bei solchen „aktuellen Entwicklungen“ müssen wir uns echt Sorgen machen.
       Die ARD ist nur bedingt abwehrbereit. „Sie hat nie trainiert, um den Punkt
       für sich zu machen“, fragt die Mitbewohnerin, „alle reden durcheinander und
       sind sich noch uneins, wie sie in die Offensive gehen“.
       
       Die Stöckchen, die den Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft hingehalten
       werden, sind im Vergleich zu El Hotzos’ Post viel größer. Die Kaninchen
       werden springen, springen, springen. Wie sagte AfD-Gauland doch: „Wir
       werden sie jagen!“
       
       26 Jul 2024
       
       ## LINKS
       
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   DIR [3] /Kulturkampf-um-El-Hotzo/!6021096
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Steffen Grimberg
       
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