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       # taz.de -- Podcast „Telephobia“: Bei Anruf Angst
       
       > Die Journalistin Lea Utz hilft Menschen dabei, wichtige Anrufe zu
       > tätigen. Sie zeigt eines viel, was in Podcasts oft fehlt: Mitgefühl.
       
   IMG Bild: Podcast-Cover „Telephobia“: Hörer-Harmonie mit klassisch gekringeltem Kabel
       
       Die Nummer ist schon eingetippt, vielleicht lässt man es einmal kurz tuten,
       nur um dann hastig wieder aufzulegen. Alle kennen es. Bei manchen ist es
       eine Angst vor Telefonaten (ein sich verschlimmerndes Problem [1][in der
       Gen Z]). Andere drücken sich vor einem bestimmten Anruf. Wie schön wäre es,
       wenn jemand einem dabei die Schulter tätscheln und gut zureden würde. Die
       Journalistin Lea Utz macht genau das in „Telephobia“. Wobei, in den meisten
       Fällen ist es mehr als die bloße [2][Ermutigung zum Anruf].
       
       Utz lacht, weint und ärgert sich mit. Dass man die Begleitung der Gefühle
       der Gäste miterlebt, wirkt ziemlich therapeutisch. Zugegeben, manchmal auch
       voyeuristisch. Selbst bei heiklen Themen, Angst vor dem Anruf bei Normans
       Mobber oder dem Klinikanruf wegen einer Krankheit, weiß Utz die richtigen
       Fragen zu stellen und ihre Gäste zu ermutigen. In der neuen Staffel geht es
       bisher vor allem um verlorene Dinge: verstorbene Väter, zerbrochene
       Beziehungen und ein unvollständiges [3][Fantasybuch]. Aber auch um
       ungeklärte Fragen wie die klassische in Deutschland: War mein Opa ein Nazi?
       
       An den Anrufen lastet oft die Hoffnung, die Vergangenheit besser zu
       bewältigen oder mit einem aktuellen Problem klarzukommen. Das ist rührend.
       Schwierig ist dabei, dass nur die Gefühlswelt von der einen Person
       betrachtet werden kann, die sich schließlich dazu entscheidet, anzurufen.
       
       Was ist mit denen, die überhaupt nicht angerufen werden wollen oder etwas
       dagegen haben, ihre Geschichte im Podcast ausgebreitet zu hören? Dass es
       dafür gute Gründe gibt, kommt in mancher Folge zu kurz. Auch, weil Utz
       durch ihr Mitgefühl die Seite der Gäste einzunehmen scheint. Allein
       dadurch, dass sie öfter Sätze sagt wie: „Wir schreiben eine Nachricht“,
       wird das deutlich.
       
       Eine Frage können die Teilnehmer*innen aber nach dem Podcast abhaken:
       „Was passiert, wenn ich endlich anrufe?“
       
       27 Jun 2024
       
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