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       # taz.de -- KI-Gesetz in der Europäischen Union: Kennzeichnung wird Pflicht
       
       > Die Europäische Union bekommt einheitliche Regeln für den Einsatz von
       > künstlicher Intelligenz. Das KI-Gesetz wird ab dem Jahr 2026 in Kraft
       > treten.
       
   IMG Bild: KI kanns besser als diese Wachsfigur bei Madame Tussauds, und muss deshalb gekennzeichnet werden
       
       Brüssel afp | Die Europäische Union bekommt einheitliche Regeln für den
       Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Der Rat der 27 EU-Mitgliedstaaten
       verabschiedete am Dienstag in Brüssel endgültig das KI-Gesetz, das die
       Nutzung der Technologien etwa in der Videoüberwachung, Spracherkennung oder
       bei der Auswertung von Finanzdaten regelt. Das Gesetz greift allerdings
       erst ab Frühjahr 2026.
       
       Vorgesehen ist etwa eine Kennzeichnungspflicht: Entwickler sollen mit
       künstlicher Intelligenz erzeugte Texte, Töne und Bilder markieren müssen,
       um Menschen nicht in die Irre zu führen. Experten halten dies wegen der
       Fülle des Materials allerdings für schwer kontrollierbar.
       
       Für „risikoreiche“ Anwendungen sollen in der EU verschärfte Vorschriften
       gelten, etwa für die Gesichtserkennung an Bahnhöfen oder anderen
       öffentlichen Orten. Nötig ist künftig eine richterliche Anordnung.
       [1][Grundsätzlich verboten wird eine Massenüberwachung] mit biometrischen
       Daten wie in China.
       
       ## Mehr Klarheit bei Regeln rund um Gesichtserkennung
       
       Amnesty International hatte vor dem Hintergrund der kürzlich beschlossenen
       Reform des EU-Asylrechts davor gewarnt, Gesichtserkennung und andere
       umstrittene Technologien gegen Migranten und andere Schutzsuchende
       einzusetzen. Das polizeiliche Identifizieren von Menschen in Echtzeit sei
       nicht streng genug geregelt, kritisierten auch Europaabgeordnete von SPD
       und Linken.
       
       [2][Das KI-Gesetz müsse in Deutschland auf „innovationsfreundliche“ Weise
       umgesetzt werden], sagte hingegen Bundesverkehrsminister Volker Wissing
       (FDP) am Dienstag in Brüssel. Es gelte, KI-Technologien „in den eigenen
       Händen“ zu behalten. „[3][Künstliche Intelligenz] ist eine
       Schlüsseltechnologie, von der unsere Wettbewerbsfähigkeit abhängt“, betonte
       Wissing.
       
       Die Bundesregierung hatte sich auf EU-Ebene nach eigenen Angaben mit dafür
       eingesetzt, sogenannte Allzweck-KI wie den Chatbot ChatGPT nicht als
       Hochrisiko-Anwendung einzustufen. Durch ChatGPT hatte KI vor gut einem Jahr
       schlagartig große Aufmerksamkeit bekommen.
       
       Die Anwendung kann mit Nutzerinnen und Nutzern über Textnachrichten
       kommunizieren und in Sekundenschnelle ausführliche Antworten auf Fragen
       geben. Inzwischen kann sie auch Bilder erstellen, die täuschend echt
       aussehen. Alternative Programme sind etwa Picsart, DeepAI oder Bard von
       Microsoft.
       
       Bis das Gesetz im Frühjahr 2026 greift, setzt die Kommission auf
       freiwillige Absprachen mit den Unternehmen. Kritiker befürchten jedoch,
       dass die EU-Vorgaben in zwei Jahren bereits wieder veraltet sein könnten.
       
       21 May 2024
       
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