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       ## Wenig beliebt, aber wichtig
       
       Wohl jeder Beruf auf der Welt bringt es mit sich, mit Wiederkehrendem
       konfrontiert zu sein. Auch wenn der Bäcker vielleicht jeden Tag gerne eine
       neue Torte kreieren würde, bestimmen Klassiker wie die Schrippe sein
       tägliches Tun. Ähnlich der Journalistenberuf: Hier ist es das Neue,
       Ungewohnte, das speziellen Reiz ausübt. Aktuell beispielsweise mit
       Neukaledonien.
       
       Nicht selten ist man aber auch hier mit Themen konfrontiert, die man als
       Nachrichtenmensch schon zigmal gelesen hat, die auf den ersten Blick wenig
       Neues erzählen – und trotzdem immer wieder aufkommen. Die Schrippenthemen
       sozusagen. Ein Beispiel dafür ist die Wohnungsnot in Deutschland. Seit
       Jahren berichten Medien wie die taz ausführlich über diese Misere. Welche
       Neubauziele wurden nun schon wieder verfehlt? Und wie sehr diesmal: stark
       oder exorbitant?
       
       Auch wir als Redaktion stehen dann vor der Frage: Machen wir das Thema groß
       auf der Seite 3 oder weniger prominent im Inland? Entweder also einen
       Schwerpunkt setzen, um an die Dringlichkeit des Problems zu erinnern. Oder
       nicht, weil vielleicht sogar mancher Leser des Themas leicht überdrüssig
       ist.
       
       Am Donnerstag hat sich die Wohnungsnot unter anderem gegen die UK-Wahl und
       Nahost durchgesetzt. Auch, weil eigentlich alle wissen: Ja, das Problem ist
       nicht neu, aber es ist nach wie vor riesig. Und es betrifft viele Menschen
       (das gilt übrigens auch für andere Großthemen, Klima und Migration etwa).
       Torte gibt’s auch wieder – an einem anderen Tag.
       
       Daniel Godeck
       
       24 May 2024
       
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