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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Bau von Pier vor Gaza begonnen
       
       > Der von den USA angekündigte temporäre Hafen vor Gazas Küste ist im Bau.
       > Wegen der bevorstehenden israelischen Offensive in Rafah haben
       > Zehntausende die Stadt verlassen.
       
   IMG Bild: Kinder auf einem Kamel am Strand von Zentralgaza am 25. April 2024
       
       ## US-Militär beginnt mit Bau von Anlegestelle bei Gaza
       
       Das US-Militär hat nach Pentagon-Angaben mit dem Bau einer provisorischen
       Anlegestelle für Hilfslieferungen an der Küste des Gazastreifens begonnen.
       „Ich kann bestätigen, dass US-Militärschiffe (…) begonnen haben, die ersten
       Abschnitte des provisorischen Piers und Damms auf See zu errichten“, sagte
       Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Donnerstag zu Journalisten. US-Präsident Joe
       Biden hatte die Pläne für die provisorische Anlegestelle Anfang März
       verkündet.
       
       Alles wirke es so, dass die Anlegestelle Anfang Mai betriebsbereit sein
       werde. Der Bau wird aus einer Offshore-Plattform für den Transfer von
       Hilfsgütern von größeren zu kleineren Schiffen bestehen sowie aus einer
       Anlegestelle, um sie an Land zu bringen.
       
       Bei einem Besuch von UN-Mitarbeitern haben palästinensische Extremisten
       israelischen Angaben zufolge Mörsergranaten auf die Baustelle gefeuert. Die
       Armee habe die Beschäftigten der Vereinten Nationen in Sicherheit gebracht,
       teilten die für Kontakte mit den Palästinensern und humanitäre Hilfe
       zuständige israelische Cogat-Behörde sowie Israels Militär am Donnerstag
       mit. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Mittwoch.
       Israelischen Medien zufolge wurde niemand verletzt. (dpa/afp)
       
       ## Rafah vor bevorstehnender Bodenoffensive
       
       Vor einer bevorstehenden israelischen Offensive in Rafah haben einem
       israelischen Medienbericht zufolge bereits [1][Zehntausende Menschen die
       Stadt im Süden des Gazastreifens verlassen]. 150.000 bis 200.000
       palästinensische Zivilisten seien seit dem 7. April aus Rafah weggegangen,
       berichtete die Zeitung Jerusalem Post am Donnerstag unter Berufung auf die
       Armee. Das Militär wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.
       
       Am 7. April hatte die israelische Armee eigenen Angaben zufolge ihre
       Truppen aus der Stadt Chan Junis, die ebenfalls im Süden des Gazastreifens
       liegt, abgezogen. Seitdem begannen Zivilisten der Jerusalem Post zufolge
       Rafah etwa in Richtung Chan Junis zu verlassen. Israels Militär hofft
       demnach darauf, dass weitere Zivilisten dem Beispiel folgen und in neu
       errichtete Zeltstädte im Süden sowie im Zentrum des Gazastreifens ziehen
       werden.
       
       Laut dem israelischen Rundfunk wird erwartet, dass der angekündigte
       israelische Militäreinsatz gegen die islamistische Hamas in Rafah mit einer
       [2][mehrwöchigen Evakuierung der Zivilbevölkerung] beginnen dürfte. (afp)
       
       ## Hisbollah dementiert Tötung großer Teile der Führung
       
       Die pro-iranische Hisbollah im Libanon hat israelische Angaben
       zurückgewiesen, wonach die Hälfte ihrer örtlichen Führungsebene getötet
       worden sei. Die Behauptungen des israelischen Verteidigungsministers Joav
       Gallant seien „falsch“, verlautete am Donnerstag aus Hisbollah-Kreisen.
       Gallants Äußerungen entbehrten „jeder Grundlage“. Die Zahl der getöteten
       Hisbollah-Mitglieder in Führungspositionen könnten „an einer Hand
       abgezählt“ werden.
       
       Gallants Angaben zufolge führte die israelische Armee am Mittwoch eine
       „Offensivaktion“ mit „zahlreichen Kräften“ gegen die islamistische Miliz im
       Süden des Libanon aus. Der Minister sagte in einer Videobotschaft zudem, in
       der Region sei mittlerweile die Hälfte der örtlichen
       Hisbollah-Führungsebene getötet worden. Weiter sagte er, die verbliebene
       Hälfte der Kommandeure der Miliz verstecke sich überlasse der israelischen
       Armee das Feld.
       
       In einer gesonderten Erklärung des israelischen Militärs hieß es, die Armee
       habe 40 Hisbollah-Ziele in der Gegend um Aita asch-Schaab mit Kampfjets und
       Artillerie beschossen. Wenige Stunden zuvor hatte die [3][Hisbollah]
       ihrerseits den Abschuss dutzender Raketen vom russischen Typ Katjuscha auf
       Israel gemeldet. (afp)
       
       ## Pro-palästinensischen Proteste an Elite-Unis weiten sich aus
       
       Die pro-palästinensischen Proteste an mehreren Elite-Universitäten in den
       USA haben sich auf weitere Hochschulen des Landes ausgeweitet. Der
       republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, brachte
       am Mittwoch den Einsatz der Nationalgarde ins Spiel, sollten die
       Demonstrationen nicht schnell eingedämmt werden. In Kalifornien und Texas
       wurden insgesamt mehr als hundert Protestteilnehmer festgenommen.
       
       Die Proteste hatten zunächst an der Columbia University in New York mit
       Forderungen an die Universität begonnen, sich von Unternehmen zu trennen,
       die Verbindungen nach Israel haben.
       
       Studentenvertreter in Kalifornien hatten erklärt, mit einer „Besetzung“
       begonnen zu haben. Sie riefen unter anderem die umstrittene
       pro-palästinensische Parole [4][„From the river to the sea – Palestine will
       be free“], die als Aufruf zur Vernichtung Israels kritisiert wird. (dpa)
       
       26 Apr 2024
       
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