# taz.de -- Plagiate von Politologin Ulrike Guérot: Guérots Kündigung war rechtens
> Die Politologin Ulrike Guérot scheitert mit einer Klage gegen ihre
> Kündigung durch die Uni Bonn. Sie war mit Kritik an den Coronaregeln
> bekannt geworden.
IMG Bild: Die Politologin Ulrike Guérot scheitert mit einer Klage gegen ihre Kündigung durch die Uni Bonn
Bonn dpa | Die Kündigung der umstrittenen Politologin Ulrike Guérot durch
die Universität Bonn ist nach einem Gerichtsurteil rechtmäßig gewesen. Das
Arbeitsgericht Bonn wies am Mittwoch eine Klage der 60 Jahre alten
Wissenschaftlerin gegen die Kündigung ab. Gegen das Urteil kann Berufung
eingelegt werden.
Die Universität hatte die Kündigung [1][mit Plagiatsvorwürfen begründet].
Das Gericht folgte dem und stellte eine „Pflichtverletzung der Klägerin
durch Täuschung“ fest. Ausschlaggebend für das Gericht war dabei Guérots
Buch „Warum Europa eine Republik werden muss“. In diesem Buch habe sie an
mehreren Stellen Aussagen anderer zitiert und dies nicht richtig kenntlich
gemacht, was einem wissenschaftlichen Fehlverhalten und auch einem Plagiat
entspreche.
Den Täuschungsversuch sieht das Gericht darin begründet, dass sich Guérot
unter anderem mit diesem Buch um die Professur in Bonn beworben hatte. Da
sie keine wissenschaftliche Anfängerin sei, sondern sich auf höchstem
akademischen Niveau bewege, sei dies als besonders schwerwiegend zu werten
und rechtfertige eine Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung.
Guérot – Verfasserin des Bestsellers „Wer schweigt, stimmt zu“ – hatte
während der Corona-Pandemie mit scharfer Kritik gegen die staatlichen
Schutzmaßnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Umstritten ist sie auch
aufgrund ihrer Äußerungen zum [2][Ukraine-Krieg]. Seit Beginn des
russischen Angriffs fordert sie sofortige Friedensverhandlungen. Kritiker
werfen ihr vor, das Verhältnis von Angreifer und Angegriffenem dabei
teilweise umzukehren.
Die Gerichtsverhandlung am Mittwoch zog Dutzende Unterstützer und
Unterstützerinnen der Autorin an. Sie forderten auf Transparenten
Wissenschaftsfreiheit. Das Urteil wurde von ihnen mit Missbilligung
aufgenommen.
24 Apr 2024
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