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       # taz.de -- Schadsoftware „Kapeka“: Hintertür für Russland
       
       > Finnische Sicherheitsforscher*innen haben eine gefährliche
       > Hintertür für Windows-Systeme gefunden. Die Schadsoftware tarnt sich als
       > Add-In.
       
   IMG Bild: Windows-Programme waren von russischen Cyberangriffen betroffen
       
       Helsinki dpa | Das Sicherheitsunternehmen WithSecure hat eine bislang
       unbekannte Schadsoftware entdeckt, die eine virtuelle Hintertür in
       bestimmte Windows-Systeme einbaut und für Cyberangriffe verwundbar macht.
       Die Schadsoftware mit dem Codenamen „Kapeka“ könne mit der [1][russischen
       Bedrohungsgruppe „Sandworm“] in Verbindung gebracht werden, die von der
       Hauptdirektion des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation
       (GRU) betrieben werde, erklärte das finnische Unternehmen. „Sandworm“ sei
       vor allem für seine zerstörerischen [2][Angriffe gegen die Ukraine]
       berüchtigt.
       
       Die Erkenntnisse von WithSecure wurden von Microsoft bestätigt. Beim
       US-Software-Konzern wird die Schadsoftware unter dem Namen „KnuckleTouch“
       geführt. Rüdiger Trost, Sicherheitsexperte bei WithSecure, wertete die
       Entdeckung als „großen Schlag gegen Russland, das diese Hintertür in der
       Ukraine und in Osteuropa eingesetzt hat.“
       
       „Mit der Aufdeckung fehlt dem russischen Geheimdienst nun eine wichtige
       Hintertür, denn die jetzt eingerichteten Schlupflöcher werden nun in kurzer
       Zeit gefunden und geschlossen.“ Russland verliere damit an Schlagkraft im
       Cyberkrieg, der den konventionellen Russland-Ukraine-Krieg begleite, sagte
       Trost.
       
       Nach weiteren Angaben von WithSecure tarnt sich die Schadsoftware als
       Erweiterung („Add-in“) für die Microsoft-Textverarbeitung Word. Die
       Hintertür werde nicht massenhaft verbreitet, sondern sehr zielgerichtet.
       „Bei der Kapeka-Backdoor (…) handelt es sich vermutlich um ein
       maßgeschneidertes Tool, das bei Angriffen mit begrenztem Umfang eingesetzt
       wird“, sagte Mohammad Kazem Hassan Nejad, Sicherheitsforscher bei
       WithSecure Intelligence. Das Angriffswerkzeug sei seit Mitte 2022 in
       Osteuropa verwendet worden.
       
       17 Apr 2024
       
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