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       # taz.de -- Versicherungen gegen digitale Gefahren: Schutz mit Lücken
       
       > Was nützen Versicherungen, die bei Cyberkriminalität helfen sollen? Eine
       > Untersuchung kommt zu einem durchwachsenen Fazit.
       
   IMG Bild: Wer nicht aufpasst und in Sicherheit investiert, kann schnell der Verlierer sein
       
       Berlin taz | Geklaute Daten, Erpressung mit Nacktbildern, ein Händler, der
       kassiert, aber nicht liefert – das Internet ermöglicht viele Arten von
       Kriminalität. Die Angst davor adressiert auch die Versicherungsbranche: Sie
       bietet Policen an, die Menschen in solchen Situationen absichern sollen.
       Doch lohnenswert sind Cyberversicherungen nicht unbedingt, so das Ergebnis
       einer [1][Untersuchung von Finanztest], einer Zeitschrift der Stiftung
       Warentest.
       
       „Die Bedrohung im Cyberraum ist so hoch wie nie zuvor.“ Zu diesem Ergebnis
       kommt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in
       seinem [2][jüngsten Bericht zur IT-Sicherheit in Deutschland]. Die drei
       größten Bedrohungen für Privatmenschen: [3][Identitätsdiebstahl], Phishing,
       um Zugriff auf Accounts oder Bankkonten zu bekommen, und Sextortion. Bei
       dieser Betrugsmasche wird das Opfer dazu genötigt, sich etwa via
       Videotelefonat nackt zu zeigen, und anschließend mit entsprechenden Bildern
       erpresst.
       
       Finanztest hat nun 20 Policen untersucht, die Betroffene von
       Cyberkriminalität absichern sollen. Die Unterschiede sind groß: Einen
       Rechtsschutz enthielten 5 der Policen. Wenn entstandene Schäden übernommen
       werden sollen, reichte die Summe von 3.000 bis 20.000 Euro pro Fall.
       
       Manche Versicherungen durchsuchen das Internet, um missbräuchlich
       verwendete persönliche Daten ihrer Kund:innen aufzuspüren, und versuchen
       eine Löschung zu erwirken. Andere werden nur dann tätig, wenn die
       Versicherten selbst einen mutmaßlichen Datenmissbrauch oder rufschädigende
       Inhalte melden. Auseinander gehen auch die Preise: Zwischen 7 und 212 Euro
       sollten die Versicherungswilligen jährlich zahlen.
       
       „Wer auf ein paar [4][Regeln] achtet, wenn er im Internet unterwegs ist,
       kommt auch ohne Cyberversicherung durchs Leben“, sagt Michael Sittig von
       Finanztest. Das Magazin empfiehlt Maßnahmen wie Datensparsamkeit, das
       Installieren von Updates und das Verwenden unterschiedlicher Passwörter für
       unterschiedliche Accounts. Aber, so Sittig: „Der Rechtsschutz, den einige
       Versicherungen bieten, ist sehr nützlich.“ Hier biete jedoch eine reguläre
       Rechtsschutzversicherung umfassendere Absicherung.
       
       18 Apr 2024
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.test.de/Cyberversicherungen-im-Vergleich-5610580-0/
   DIR [2] https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Publikationen/Lagebericht/lagebericht_node.html
   DIR [3] /Unterschaetzte-Cyberkriminalitaet/!5685254
   DIR [4] /IT-Berater-ueber-Sicherheit-im-Netz/!5983306
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Svenja Bergt
       
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