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       # taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Esel dumm?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Dieses Mal geht es um eine Redewendung.
       
   IMG Bild: Esel sind sanftmütig, klug und werden häufig unterschätzt
       
       Eseln begegnet man in allen möglichen Situationen. In Märchen wie den
       Bremer Stadtmusikanten, im Tierpark oder – in Redewendungen. Das sind
       Sätze, die Menschen immer wieder benutzen, ohne sie jemals zu verändern.
       Sie haben auch immer die gleiche Bedeutung.
       
       Wahrscheinlich hast du mal die Redewendung „Du bist dumm wie ein Esel“
       gehört und dich dann gefragt, ob es überhaupt stimmt, dass Esel dumm sind.
       Das zu hinterfragen, war schlau von dir, denn dieser Spruch ist weder nett
       noch wahr. Ganz im Gegenteil sogar – [1][Esel sind sanftmütig], klug und
       werden häufig unterschätzt. Wie kam es also zu diesem Missverständnis?
       
       Es ist so: Wenn Esel eine Gefahr wahrnehmen, entscheiden sie sich nicht –
       wie etwa Pferde – zu flüchten, sondern bleiben stehen. Fest und starr, so
       als würden sie im Boden Wurzeln schlagen. Sie beobachten die
       Gefahrensituation und überlegen, wie sie am klügsten vorgehen könnten, um
       sich der Gefahr zu entziehen. Dabei gleichen sie das Erlebnis mit früheren
       Erfahrungen ab, sie erinnern sich. Man kann ihnen nur schwer ansehen, wenn
       sie dabei auch Angst oder Schmerz empfinden.
       
       Dieses Verhalten wirkt auf manche stur oder gar dumm, aber in Wirklichkeit
       wägt der Esel ab, ist vorsichtig und bedacht. Das hat etwas mit der
       ursprünglichen Heimat des Esels zu tun, dem Gebirge. Dort ist es felsig und
       steil und der Esel muss sich mit Vorsicht bewegen, damit er nicht stürzt
       und sich verletzt. So kommt es, dass der Esel, der zwar zur Familie der
       pferdeartigen Tiere gehört, auch in brenzligen Situationen nicht direkt
       flüchtet, wie es die viel ängstlicheren Pferde tun.
       
       Kein Wunder, dass die ruhigeren Esel zu den [2][ältesten Haustieren] der
       Welt gehören. Vor etwa 6.000 Jahren haben Menschen sie domestiziert, das
       heißt, sie haben einst wilde Esel gezähmt und sie zum Beispiel als
       Lastentiere genutzt. Esel pflegen auch enge Beziehungen zu ihren
       Artgenossen. Sie suchen sich einen besten Freund aus und verbringen viel
       Zeit mit ihm. Wird ein Eselpaar voneinander getrennt, werden die Tiere
       schnell unsicher und angespannt.
       
       Du siehst also, Esel werden von Menschen oft nicht richtig verstanden. Man
       könnte die Redewendung also auch einfach umdrehen: „Dumm wie ein Mensch“.
       Lieber aber nehmen wir uns ein Beispiel am Esel und bleiben ganz ruhig.
       
       Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an [3][kinderfragen@taz.de].
       
       8 Apr 2024
       
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