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       # taz.de -- Spital im All: Alien-Sex im Krankenhaus
       
       > In der Animationsserie „Das zweitbeste Krankenhaus der Galaxie“ jagen so
       > viele Gags den nächsten, dass der Humor verloren zu gehen droht. Schade
       > drum.
       
   IMG Bild: Dr. Klak und Dr. Sleech legen lächelnd los
       
       Für Amazon Prime geht eine neue Animationsserie an den Start. „Das
       zweitbeste Krankenhaus der Galaxie“ ist ein Versuch, den skurrilen Sci-Fi
       Humor aus [1][„Rick and Morty“] mit ernsten [2][Krankenhausdramen] à la
       [3][„Greys Anatomy“] zu verbinden. Das Ergebnis ist witzig und kreativ,
       kann aber nicht vollends überzeugen.
       
       Dr. Sleech und Dr. Klak sind Chirurginnen und beste Freundinnen. Gemeinsam
       wuseln sie sich durch acht Episoden und operieren Aliens aller Farben und
       Formen, brechen jede erdenkliche Regel eines Krankenhauses und haben sehr
       viel Sex mit KollegInnen. Sie riskieren ihre Karrieren für
       wissenschaftliche Erkenntnisse, schlagen sich mit einer sich rasant
       ausbreitenden Geschlechtskrankheitsepidemie herum und finden sich in einer
       total illegalen Zeitschleife wieder.
       
       Dabei fühlen sich diese aberwitzigen Situationen oft etwas gezwungen an und
       den überraschenden und unvorhersehbaren Humor der ersten Staffeln von „Rick
       and Morty“ erreicht „Das zweitbeste Krankenhaus der Galaxie“ nicht ganz. Zu
       selten werden die in intergalaktischem Tempo laufenden Gags mit echten,
       emotional wirksamen Momenten abgewechselt.
       
       ## Echtes Charakterwachstum
       
       In Folge fünf gelingt es ein mal sehr gut, als Dr. Sleech einen Tag lang
       als vertretende Chefärztin agiert und direkt mit einer riesigen Menge an
       Patienten konfrontiert ist. Die gesamte Folge über rauscht sie von einem
       irrwitzigen Alien zum nächsten und muss am Ende eine schwere Lehre ziehen
       als ein Patient verstirbt. Momente wie diese, in denen echtes
       Charakterwachstum spürbar wird, bleiben jedoch eine Seltenheit.
       Reizüberflutung aufgrund der nicht enden wollenden Sex-Jokes und anderen
       Gags sind die Folge.
       
       Letztendlich kann man bei „Das zweitbeste Krankenhaus der Galaxie“ von
       einer Serie mit Potenzial sprechen. Die Prämisse ist durchaus
       vielversprechend und auch die Hauptcharaktere Dr. Sleech und Dr. Klak sind
       trotz ihrer außerirdischen Erscheinung durchaus „menschlich“. Bleibt zu
       hoffen, dass Produzentin Cirocco Dunlap die Chance auf eine zweite Staffel
       bekommt. Meiner Meinung nach dann gerne mit etwas weniger Tentakel-Sex und
       etwas mehr Story.
       
       1 Mar 2024
       
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