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       # taz.de -- Bargeldlose Busse in Hamburg: Ein Hindernis fürs Busfahren
       
       > Seit Jahresbeginn kann man in Hamburg im Bus nicht mehr mit Bargeld
       > bezahlen. Das stellt nicht nur für marginalisierte Menschen eine Hürde
       > dar.
       
   IMG Bild: Praktisch nur für die, die sie haben: HVV-Prepaid-Karte
       
       Es ist eine rhetorische Frage, die der Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
       derzeit im Rahmen einer Werbekampagne stellt: „Und was bewegt dich?“, will
       er wissen – und zielt damit natürlich auf sich und seine Verkehrsmittel,
       die die Menschen in Hamburg Tag für Tag durch die Stadt bewegen. Nur lässt
       sich nach den vergangenen zwei Monaten, seit der die Bargeldzahlung [1][in
       den Bussen des HVV] nicht mehr möglich ist, festhalten: Vor allem deren
       Abschaffung bewegt sehr viele – und das berechtigterweise ziemlich negativ.
       
       Seit Jahresbeginn [2][ersetzt eine Prepaid-Karte die Barzahlung] in Bussen.
       Vor der Fahrt ist eine solche Karte nun zu erwerben, um dann mit dieser im
       Bus an dem Terminal vorne an der Fahrerkabine ein Ticket zu kaufen, ohne
       lange im Portemonnaie nach Münzen suchen zu müssen. [3][Auch den
       BusfahrerInnen soll das Entlastung bringen], müssen sie nun nicht mehr Geld
       wechseln und das Ticket ausgeben. Eine schöne Idee – auf den ersten Blick.
       Allein: Die Praxis zeigt, dass die Beschaffung, Aufladung und Nutzung der
       Karte nicht gut durchdacht ist.
       
       Dass bei derlei Neuerungen marginalisierte Gruppen, wie Wohnungslose,
       [4][ältere Menschen oder Personen mit Handicap], nicht bedacht werden, ist
       nichts Neues: Schon vor der Einführung gab es Kritik, weil die
       Prepaid-Karten nur in Fünf-Euro-Schritten aufgeladen werden können – eine
       Hürde für Menschen, die um Cent-Beträge auf der Straße bitten.
       
       Und weiter stehen nicht an allen Bushaltestellen Automaten; noch immer sind
       die Verkaufsstellen, Tankstellen etwa oder Supermärkte, übersichtlich;
       nachts oder an den Wochenenden haben diese ohnehin nicht durchgehend
       geöffnet. Wer also ohne Smartphone oder Prepaid-Karte an der Bushaltestelle
       steht, ist aufgeschmissen.
       
       ## Auch Touris haben ein Problem
       
       Es hat auch niemand beim HVV an TouristInnen gedacht: Einige von ihnen
       stehen nun auch vor dem praktischen Problem, einen Bus nutzen zu wollen,
       aber darin oder an der Bushaltestelle kein Ticket zu bekommen. Es ist schon
       erstaunlich, dass an TouristInnen in einer Stadt wie Hamburg, die enorm
       abhängig vom Tourismus ist, offenbar zu wenig gedacht wird.
       
       Als problematisch hat sich auch schon gezeigt, dass das verbleibende
       Guthaben nur kurz nach dem erfolgreichen Abbuchen auf dem Display im Bus zu
       sehen ist. Wer das nicht so schnell erkennen kann, kann bei der nächsten
       Fahrt nur hoffen, dass noch genügend Guthaben auf der Karte ist.
       
       Im Bus die Karte aufzuladen, ist schließlich nicht möglich. Auch das
       verwundert: In vielen anderen Städten und Ländern ist die Abschaffung von
       Bargeld zugunsten digitalisierter Kartenkäufe schließlich gut umgesetzt:
       Dort befinden sich Fahrkartenautomaten in den Verkehrsmitteln, an denen mit
       der EC-Karte bezahlt werden kann.
       
       Und so ist sogar nachzuvollziehen, dass, wer zu den Aufgeschmissenen
       gehört, aktuell eben auch mal ohne zu bezahlen Bus fährt. Vielleicht
       motiviert diese Einnahmeneinbuße ja den HVV schnell, seine unpraktische
       Reform doch nochmal abzuwandeln.
       
       10 Mar 2024
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /OePNV-in-Hamburg/!5959438
   DIR [2] https://www.hvv.de/de/prepaidcard
   DIR [3] /Buendnis-von-Fridays-for-Future-und-Verdi/!5993196
   DIR [4] /Keine-Barrierefreiheit-bei-Stationsumbau/!5992224
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Luna Harms
       
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