# taz.de -- Carbon Capture and Storage (CCS): Warnung vor Kohlenstoff-Speicherung
> Ein Bündnis mehrerer Umweltverbände warnt vor
> Kohlenstoff-Speichertechnologie. Die Organisationen warnen vor giftigen
> Ablagerungen.
IMG Bild: So sieht es aus, wenn CO2 aus der Luft gewonnen wird und dann im Boden gespeichert: die Anlage Petra Nova in Richmond, Texas (USA)
Berlin taz | Fossile Emissionen nicht verhindern, sondern im Nachhinein
unschädlich machen? Das ist die [1][Idee hinter CCS, kurz für Carbon
Capture and Storage] und zu Deutsch Kohlenstoffabscheidung und
-speicherung. Das klimaschädliche CO2 wird etwa aus Abgasen gelöst und
unterirdisch gelagert. Während Bundesregierung und Europäische Union an
Strategien zum Umgang damit arbeiten, hat ein Bündnis mehrerer
Umweltverbände davor gewarnt: „CCS ist das Gegenteil von Klimaschutz“,
heißt es von den Gruppen, darunter BUND, Greenpeace und die Deutsche
Umwelthilfe. „Es verhindert den Ausstieg aus fossilen Energien, gibt der
Öl- und Gasindustrie noch mehr Macht und belastet kommende Generationen mit
der Ewigkeitslast von CO2-Deponien.“ Kurz zuvor hatten sich die
Umweltorganisationen Nabu und WWF gemeinsam mit dem Bundesverband der
Deutschen Industrie und dem Deutschen Gewerkschaftsbund für eine begrenzte
Nutzung von CCS ausgesprochen.
Viele Wissenschaftler:innen halten die Technologie für notwendig. „Das
EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 lässt sich nur erreichen, wenn zur
Mitte des Jahrhunderts mehrere Hundert Millionen Tonnen CO2 industriell
abgeschieden und dann entweder gespeichert oder weiterverwendet werden“,
sagt etwa Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Sprich:
Für Kohlekraftwerke gibt es mit [2][Windkraft] und [3][Photovoltaik]
Ersatz. In der Industrie fehlen die Alternativen – dort wird CCS gebraucht.
Doch das birgt Risiken, vor denen die Umweltschützer*innen von BUND
und Co. jetzt warnen: „CCS gefährdet unser Trinkwasser, hat einen
gewaltigen Flächenverbrauch, zerstört natürliche Landschaften und braucht
enorm viel Energie und Material.
Jede CO2-Verpressung an Land oder unter dem Meeresboden kann Erdbeben
auslösen und giftige Ablagerungen in den Böden hervorrufen“, schreiben sie.
Wirklich unschädlich sind CO2-Emissionen demnach nur, wenn sie vollständig
vermieden werden.
4 Feb 2024
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## AUTOREN
DIR Susanne Schwarz
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