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       # taz.de -- Entschließungsantrag der Union: Bundestag lehnt Taurus-Lieferung ab
       
       > Seit Monaten tobt die Debatte um die Lieferung der Marschflugkörper an
       > die Ukraine. Die Union wollte Druck auf die Regierung machen – und
       > scheiterte.
       
   IMG Bild: Waffen für die Ukraine: Demo für den Taurus vor dem Kanzleramt
       
       Berlin taz | Seit Monaten wartet [1][die Ukraine auf eine Lieferung des
       Marschflugkörpers Taurus aus Deutschland]. Doch dort gibt man sich
       zögerlich. Zu groß ist die Befürchtung, dass dank der Reichweite des
       panzerbrechenden Kriegsgeräts von mehr als 500 Kilometern auch russisches
       Gebiet getroffen werden könnte. Zudem wartet man auf die Zustimmung aus den
       USA.
       
       Zwar gab es vereinzelte Stimmen bei Grünen und FDP, doch über eine
       Lieferung des Taurus nachzudenken, [2][schließlich ist die Hoffnung groß,
       dass der Marschflugkörper ein „Gamechanger“ im Krieg zwischen der Ukraine
       und dem russischen Aggressor sein könnte]. Kanzler Olaf Scholz sieht das
       aber nach wie vor anders – und gab keine Freigabe.
       
       Die Union wollte nun Druck machen – und scheiterte. Ein am Mittwochabend im
       Bundestag debattierte Entschließungsantrag fand keine Mehrheit unter den
       Abgeordneten. Nur 176 Abgeordnete der Union und je einer der AfD und ein
       fraktionsloser Parlamentarier stimmten für den Antrag. Die SPD und die
       Grünen votierten geschlossen dagegen, bei der FDP gab es außer den
       Nein-Stimmen auch zwei Enthaltungen.
       
       Die AfD und die Abgeordneten der früheren Linken lehnten den
       Entschließungsantrag ebenfalls mit großer Mehrheit ab. Am Ende kamen 485
       Nein-Stimmen zusammen. Aus der Union stimmten auch Mario Czaja (CDU) und
       Hans-Peter Friedrich (CSU) dagegen. In dem Antrag der Unionsfraktion wird
       die Bundesregierung aufgefordert, „endlich und unverzüglich der Ukraine
       einsatzbereite Taurus-Marschflugkörper der Bundeswehr in größtmöglichem
       Umfang bereitzustellen und unmittelbar nachzubeschaffen“. Es wurde in
       namentlicher Abstimmung abgestimmt – auch um klarzustellen, dass es
       innerhalb der Ampel durchaus unterschiedliche Haltungen gibt.
       
       ## Koalitionsfrieden oder Glaubwürdigkeitsprobleme?
       
       Allerdings kam die Ablehnung des Antrags nicht überraschend. Etliche
       Grünen- und FDP-Abgeordnete hatten bereits gesagt, dass sie zwar für eine
       Lieferung sind, den Unionsantrag aber dennoch ablehnen werden. „Das
       Abstimmungsergebnis zeigt, dass es der Ampel wichtiger ist, den
       Koalitionsfrieden zu wahren, als für die eigene Überzeugung einzustehen,
       das kratzt an der Glaubwürdigkeit“, sagte der CDU-Sicherheitspolitiker
       Roderich Kiesewetter im Anschluss an die gescheiterte Abstimmung.
       
       Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann
       (FDP), hatte der Union dagegen „despektierliches“ Verhalten vorgeworfen,
       weil sie den Antrag mit der Debatte über den Bericht der Wehrbeauftragten
       verknüpft hatte.
       
       Deutschland ist nach [3][den USA der zweitgrößte Waffenlieferant für die
       Ukraine.] Derzeit sind vor allem Luftabwehr-Systeme und Artillerie
       gefordert. Über eine weitere Unterstützung wird derzeit auch in den USA
       sowie in der EU diskutiert.
       
       18 Jan 2024
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Debatte-um-Waffenlieferungen-an-Ukraine/!5983213
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       ## AUTOREN
       
   DIR Tanja Tricarico
       
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