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       # taz.de -- Südschnellweg-Ausbau in Hannover: Aktivisten erwarten Rodungen
       
       > Der Streit um den geplanten Ausbau des Südschnellwegs in Hannover spitzt
       > sich zu – die Gegner rechnen mit einem baldigen Beginn der Rodungen.
       
   IMG Bild: Ein Baumhaus der Aktivisten am geplanten Südschnellweg in Hannover
       
       Hannover dpa | Im Konflikt um den geplanten [1][Ausbau des Südschnellwegs]
       in Hannover wappnen sich Umweltschützer für den Beginn der Rodungen.
       „Wahrscheinlich“ für Montag [2][rechneten die Aktivisten] mit der Räumung
       der besetzten Bäume, die Dauermahnwache in der Leinemasch sei bis Montag
       angemeldet, sagte eine Sprecherin von „Leinemasch bleibt“ am Freitag.
       
       Zuvor hatte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr angekündigt, dass
       die Vorbereitungen des Baufeldes am Montagmorgen beginnen sollten. Ab
       Sonntagabend und voraussichtlich bis zum kommenden Freitag werde der
       Südschnellweg gesperrt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
       
       Der Ausbau der wichtigen Schnellstraße soll helfen, den oftmals stark
       stockenden Verkehr zu entzerren. Geplant ist ein neuer Tunnel, der in den
       kommenden Jahren eine marode Brücke ersetzen soll. Anfang Dezember 2022
       begannen die Bauarbeiten für das umstrittene Projekt unter anderem mit
       Baumrodungen im Überschwemmungsgebiet der Leine.
       
       Immer wieder gab es Streit zwischen Umweltschützern und Befürwortern des
       Projektes. Aktivisten besetzten unter anderem Bäume. Sie versuchten, die
       Baumhäuser neben der Mahnwache mit einem Wassergraben und Stacheldraht
       sowie Barrikaden zu schützen.
       
       ## Umstrittene Verbreiterung
       
       Laut Landesbehörde geht es um Vorbereitungen für die Brückenersatzneubauten
       der Leine- und der Leineflutbrücke. Sollten die Arbeiten früher als geplant
       beendet sein, werde die Straße, die zwischen Landwehrkreisel und
       Seelhorster Kreuz gesperrt werde, umgehend freigegeben.
       
       Autofahrer müssten mit gravierenden Einschränkungen rechnen, weil einige
       umliegende Straßen wegen des Hochwassers noch gesperrt seien. Die Polizei
       wollte sich zum Zeitpunkt einer Räumung nicht äußern.
       
       Die Gegner des Projekts lehnen vor allem die geplante Verbreiterung der
       Schnellstraße im Süden Hannovers ab, wie die Sprecherin sagte. Der geplante
       Ausbau ersticke die Verkehrswende. Zum geplanten Ausbau hatte es zunächst
       einen [3][Runden Tisch mit Vertretern von Land und Bund sowie Kritikern und
       Befürwortern des Projekts] gegeben. Besonders umstritten ist die
       Verbreiterung der Schnellstraße von 14,50 auf 25,60 Meter. Die Kosten für
       das vom Bund finanzierte Projekt wurden zuletzt auf rund 580 Millionen Euro
       geschätzt, bis zu zehn Jahre soll die Bauzeit dauern.
       
       Die Sprecherin der Aktivisten kündigte für Sonntagnachmittag einen
       Spaziergang durch die Leinemasch an, rund 100 Demonstranten würden
       erwartet. Es sei eine „dynamische Situation“.
       
       12 Jan 2024
       
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