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       1 TV-Serien können Politik machen
       
       In Großbritannien wurden Hunderte Postfilialleiter*innen Ende der
       1990er Jahre wegen Diebstahls angeklagt, viele verurteilt. Zu Unrecht, wie
       sich später herausstellte. Sie hatten keine Schuld an den Fehlbeträgen in
       den Postfilialen, es war ein Softwarefehler gewesen. Ein öffentlicher
       Aufschrei blieb lange aus, die Betroffenen kämpften um Aufklärung. Nun
       wurde zu Jahresbeginn ein mehrteiliges TV-Drama über den Skandal
       ausgestrahlt, das viel Aufmerksamkeit bekam und die Politik unter Druck
       setzte. Premierminister Rishi Sunak kündigte ein Gesetz an, dass die
       Betroffenen entlasten und entschädigen soll. Kunst hat eben Macht.
       
       2 Die Letzte Generation braucht mehr Trecker
       
       Die Straßenblockaden der Bauern haben in den vergangenen Tagen die
       Nachrichtenbilder bestimmt. Das können wir auch, dachten sich
       Aktivist*innen der Letzten Generation. Sie haben für 45 Minuten eine
       Leipziger Straße blockiert – auf Spielzeugtraktoren aus Plastik. Die
       Landwirte hätten gezeigt, dass Straßenblockaden eine Veränderung in der
       Politik bewirken könnten, sagte ein Sprecher der Gruppe. Deshalb schrieb
       die Letzte Generation auf ein Plakat neben ihrem Kindertrecker auch: „Hört
       auf uns, wir haben Traktoren“.
       
       3 In Ecuador schwappt die Bandenkriminalität live ins Fernsehen
       
       Lange galt das kleine Land als relativ sicher, doch jetzt eskaliert die
       Gewalt der Drogenbanden. Am Dienstag stürmten Bewaffnete ein Studio des
       Fernsehsenders TC Televisión und nahmen vor laufender Kamera mehrere
       Geiseln. Präsident Daniel Noboa erklärte per Dekret 22 Banden zu
       terroristischen Organisationen, gegen die das Militär vorgehen werde. Für
       die Bevölkerung wird die Lage immer gefährlicher – deshalb kümmern sich
       jetzt viele selbst um ihre Sicherheit.
       
       4 Auch im All ist nichts sicher
       
       Es war der Zufallsfund einer Doktorandin: eine gigantische, kreisförmige
       Struktur im All mit 1,3 Milliarden Lichtjahren Durchmesser, mehr als 9
       Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Der „Große Ring“ ist eine der
       größten jemals beobachteten Strukturen, mit dem bloßen Auge aber nicht
       erkennbar. Nach derzeitigen Theorien dürften Strukturen dieser
       Größenordnung eigentlich nicht existieren – was bisherige Vorstellungen
       über unser Universum infrage stellt. Big ring, big questions.
       
       5 Mäuse sind ordentlich
       
       Ein Naturfotograf aus Wales bemerkte, dass immer wieder Gegenstände in
       seinem Schuppen auf mysteriöse Weise ihren Ort wechselten. Er installierte
       eine Nachtsichtkamera, und siehe da: Eine Maus sammelte fast jede Nacht
       Wäscheklammern und Schrauben ein und legte sie ordentlich in einem Fach ab.
       Von wegen Heinzelmännchen! (kop)
       
       13 Jan 2024
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Hanna Kopp
       
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