URI:
       # taz.de -- Taylor Swift ist Person of the Year: Popstar mit Macht
       
       > Das Magazin „Time“ ehrt dieses Jahr Sängerin Taylor Swift. Die Begründung
       > scheint übertrieben, aber immerhin nutzt Swift ihre Macht
       > verantwortungsvoll.
       
   IMG Bild: 3 Cover für Taylor Swift
       
       Nach Wladimir Putin, Donald Trump und Elon Musk darf sich nun auch Taylor
       Swift so nennen: „Person of the Year“. Am Mittwochnachmittag unserer Zeit
       gab das Time Magazine bekannt, dass ihr als erstem weiblichem Popstar der
       berühmt-berüchtigte Titel verliehen wird.
       
       Die Reihenfolge der bisherigen Ehrenträger lässt erahnen, dass die Vergabe
       relativ wahllos und vornehmlich an US-Amerikaner_innen erfolgt. Das Magazin
       erklärt, dass die Person geehrt werde, die für besonders viele Nachrichten
       gesorgt habe. Und das kann Taylor Swift in jedem Fall für sich
       beanspruchen. Ob ein neues Album, eine in Minuten ausverkaufte Welttournee
       oder ein Film über eben jene Tour – alles, was Taylor Swift ihren Fans, den
       sogenannten Swifties, hinwirft, bricht irgendwelche Rekorde.
       
       Denn mit ihrer Popmusik – [1][die durchaus angenehm zum Hören ist], aber
       keineswegs etwas Einzigartiges hat – schafft sie es, alle möglichen
       Menschen zu begeistern: Teenager und Renter_innen oder Republikaner_innen
       und Demokrat_innen. Und zwar nicht nur in den USA, sondern international.
       
       ## Swift und ihre Fan-Community sind politisch
       
       Die Swifties gelten als mächtigste Fan-Community aktuell. Dass damit auch
       Verantwortung und Macht einhergeht, hat Taylor Swift erkannt. Nach
       jahrelangem politischem Schweigen macht sie sich mittlerweile für
       verschiedene gesellschaftliche Anliegen stark: gegen Waffengewalt und für
       das Recht auf Abtreibung oder stärkere Selbstbestimmung von queeren
       Menschen. Und die Swifties folgen.
       
       Erst kürzlich [2][organisierten sich Fans aus Argentinien], um den rechten
       Präsidentschaftskandidaten Javier Milei zu verhindern. Erfolglos, wie wir
       heute wissen. Überhaupt sind die politischen Erfolge der Popsängerin und
       ihrer Fans derzeit noch nicht wirklich sichtbar. Die Begründung der Times
       scheint etwas übertrieben, wenn sie schreibt, Taylor Swift sei der „main
       character of the world“, der einen Weg gefunden habe, Grenzen zu
       durchbrechen.
       
       Doch immerhin hat Taylor Swift keinen Krieg gestartet, Rechten eine
       demokratische Plattform überlassen oder mit rassistischer Hetze ein Land
       geführt. Damit ist sie ihren Vorgängern um einiges voraus – und das reicht
       in einem so dunklen Jahr wie 2023 vielleicht, um „Person of the Year“ zu
       sein.
       
       6 Dec 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Remake-von-Taylor-Swifts-Album-1989/!5966575
   DIR [2] /Taylor-Swift-in-Argentinien/!5969351
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Carolina Schwarz
       
       ## TAGS
       
   DIR Taylor Swift
   DIR Popmusik
   DIR Aktivismus
   DIR US Open
   DIR Schwerpunkt Stadtland
   DIR Feminismus
   DIR Taylor Swift
   DIR US-Wahl 2024
   DIR Chor
   DIR Kolumne Cultural Appreciation
   DIR Argentinien
   DIR Taylor Swift
   DIR Kolumne Gossip Girl
   DIR Elon Musk
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Taylor Swift mit Trump-Fan befreundet: Keine Kontaktschuld
       
       Taylor Swift hängt bei den US-Open mit einer Trumpistin ab. Egal!
       Freundschaft mit Andersdenkenden ist legitim.
       
   DIR Gelsenkirchen wartet auf den Star: Swifties auf Schalke
       
       Nach Tokio, London und Paris spielt Taylor Swift ihre ersten
       Deutschland-Konzerte jetzt in: Gelsenkirchen. Wie elektrisierend!
       
   DIR Autorin Sophia Fritz: „Sehnsucht nach mehr Ehrlichkeit“
       
       Autorin Fritz findet den Begriff „toxische Weiblichkeit“ aus feministischer
       Sicht hilfreich. Er bezeichne Verhaltensmuster, die Solidarität
       verhinderten.
       
   DIR Das Phänomen Taylor Swift: Auf Heldinnenreise
       
       Taylor Swift ist die unbestrittene neue Queen of Pop, „Swifties“ bilden ein
       riesiges Fan-Universum. Unsere Autorin ist eine von ihnen.
       
   DIR Agentin-Verschwörung um Taylor Swift: Was angeblich jeder weiß
       
       Das Trump-Volk fürchtet Taylor Swift. Der Megastar soll in geheimer Mission
       für Präsident Biden unterwegs sein. Ist da vielleicht was dran?
       
   DIR Queerer Chor erobert Wien: Fetisch statt Frack
       
       Der Wiener Schmusechor ist queer, stimmgewaltig und poppig. In der
       Klassikstadt ist er eine willkommene Alternative zu den spießigen Pendants.
       
   DIR Taylor Swifts Erfolgsgeheimnis: Weiß und reich und hübsch und nett
       
       130 Millionen Menschen in den USA bezeichnen sich als Fans von Taylor
       Swift. Sie ist progressiv, bodenständig und irgendwie nett. Kann das gut
       gehen?
       
   DIR Amtseinführung in Argentinen: Drastische Sparpolitik in Aussicht
       
       Begleitet von Gästen wie Orbán, Bolsonaro und Selenski wurde der neue
       Präsident Argentiniens vereidigt. Javier Milei spricht von einer neuen Ära.
       
   DIR Taylor Swift in Argentinien: Swifties sind Aktivisties
       
       Von wegen Pop ist tot: Die Fans von Taylor Swift nutzen ihr Konzert in
       Argentinien, um gegen den rechten Präsidentschaftskandidaten zu
       mobilisieren.
       
   DIR Neue Fan-Kulturen: Legt euch nicht mit den Swifties an
       
       Ob Britney-Stans, K-Pop-Fans oder Swifties: Fans entdecken ihre politische
       Schlagkraft, wenn sie sich gemeinsam organisieren und hartnäckig bleiben.
       
   DIR „Time“ ehrt Elon Musk: Clown des Jahres
       
       Der Tesla-Chef ist nicht nur reichster Mensch der Welt, sondern nun auch
       Person des Jahres. Das „Time Magazine“ hat ihn dazu gekürt. Warum?