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       # taz.de -- Adventskalender (20): Ein Weg aus der Pflegesackgasse
       
       > In Berlin ist ein Modellprojekt gestartet, um internationale
       > Pflegefachkräfte einfacher in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.
       
   IMG Bild: Händeringend wird in der Pflege nach Fachpersonal gesucht, auch aus dem Ausland werden geschulte Fachkräfte angeworben
       
       Es gibt sie noch, die nicht ganz so schlechten Dinge – auch wenn sie
       derzeit rar gesät sind. In diesem Advent zaubern wir jeden Tag etwas
       Meckerfreies aus unserem Kalender. Sei’s politisch, musikalisch,
       kulinarisch oder – wie heute – arbeitspolitisch. 
       
       Wenn es um Personalnotstand in der Pflege geht, wird immer wieder auf die
       dringend notwendige Anwerbung internationaler (Pflege-)Fachkräfte
       verwiesen. Vor einigen Monaten erst sind Bundesaußenministerin Annalena
       Baerbock (Grüne) und [1][Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)] auch
       dafür nach Südamerika gereist.
       
       Was dabei häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass es für Menschen,
       die ihren Berufs- oder Universitätsabschluss außerhalb der EU gemacht
       haben, alles andere als einfach ist, sich diesen in Deutschland anerkennen
       zu lassen. Ganz zu schweigen von den Kosten, die durch das
       Anerkennungsverfahren anfallen können – bis zu 600 Euro, in Einzelfällen
       sogar mehr.
       
       Ende November startete daher ein neues Modellprojekt des von der
       Senatsarbeitsverwaltung koordinierten Regionalen Integrationsnetzwerkes
       Berlin (RIN). In Zusammenarbeit mit der Stiftung SPI bietet das RIN jetzt
       einen Anpassungslehrgang an, der ebenjene internationale Kolleg:innen in
       einem siebenmonatigen Lehrgang zu Pflegefachkräften entsprechend des
       Pflegeberufegesetzes weiter qualifiziert. Das Besondere und bundesweit
       Einmalige an dem Projekt ist ein integrierter und vor allem fachbezogener
       Sprachkurs.
       
       ## Ausgesprochen gutes Lernklima
       
       Insgesamt 23 Teilnehmer:innen zählt der erste Lehrgang. Und die
       Motivation sei sehr hoch, sowohl unter Teilnehmer:innen als auch unter
       den Dozent:innen, berichtet Anna Maria Stahl-Czechowska vom RIN der taz.
       Auch das Lernklima sei ausgesprochen gut. Die Teilnehmer:innen des
       Lehrgangs würden sich im hohen Maße am Unterricht beteiligen, auch im
       Sprachkurs. Zugleich stünden die Fach- und Sprachlehrer:innen im regen
       Austausch miteinander, so Stahl-Czechoswka.
       
       Der Lehrgang ist Teil des [2][Anerkennungsprozesses] – und für die
       Teilnehmenden kostenfrei. Parallel zum Fach- und Sprachunterricht arbeiten
       sie bereits in Berliner Pflegeeinrichtungen. Die Praxisnähe soll den
       späteren vollständigen Einstieg in den Arbeitsalltag erleichtern. Nach
       erfolgreichem Abschluss des Lehrganges und unter Vorlage eines
       B2-Sprachzertifikats können die Absolvent:innen unmittelbar in der
       Pflege eingesetzt werden.
       
       Für das kommende Jahr wie auch für 2025 sind bereits weitere Lehrgänge in
       Planung. Außerdem will man das Projekt auf weitere Berufsgruppen ausweiten.
       Für internationale Sozialpädadgog:innen bietet die Stiftung SPI
       bereits ähnliche Lehrgänge an, allerdings ohne Sprachkurs.
       
       Das Modellprojekt lässt hoffen. Zukünftig könnte es dadurch einfacher
       sein, internationale Fachkräfte nicht nur besser anzuwerben, sondern auch
       schneller in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Klar ist: Sie
       werden [3][händeringend] gebraucht.
       
       20 Dec 2023
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Luise Bartsch
       
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