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       # taz.de -- Motive der Hamas: An die Kritiker Israels
       
       > Der Anschlag der Hamas hat nichts mit den jüdischen Siedlungen im
       > Westjordanland oder der Freiheit der Palästinenser zu tun. Sie verfolgt
       > ein anderes Ziel.
       
   IMG Bild: Ein von der Hamas rekrutierter Junge in Gaza, 2005
       
       Der Anschlag der Hamas hat mit der israelischen Siedlungspolitik, so
       furchtbar man diese auch finden mag, nichts zu tun. Die Hamas ist eine
       terroristische Organisation mit ähnlichem Profil wie der IS und mit
       ähnlichen Zielen.
       
       Der Gazastreifen ist im Jahr 2005 von Israel komplett geräumt worden. Die
       in Gaza befindlichen israelischen Siedlungen wurden dabei mit teils
       brutaler Gewalt der israelischen Armee geräumt. Damals schrieb die
       internationale Presse euphorisch, dass nun [1][Gaza zum Singapur des Nahen
       Ostens] werden könne. Das wäre auch tatsächlich möglich gewesen, wenn nicht
       die Bevölkerung von [2][Gaza schon 2006 mehrheitlich die
       Terrororganisation Hamas als ihre Vertretung gewählt hätte].
       
       Nach teils militärischer Auseinandersetzung der Hamas mit der offiziell
       dort wie in ganz Palästina regierenden Fatah übernahm 2007 die Hamas
       endgültig die Herrschaft über Gaza, als eine vom übrigen Palästina
       unabhängige Entität. Um sich vor Hamas-Angriffen zu schützen, schloss
       Israel, aber auch das arabische Ägypten, die Grenze zu Gaza, worauf von nun
       an Gaza von manchen als ein Freiluftgefängnis bezeichnet wurde. Dabei wurde
       immer verschwiegen, dass sich am Boykott von Gaza neben Israel, nicht ohne
       Grund, auch Ägypten beteiligte.
       
       Was danach passierte, sollte allgemein bekannt sein. Die Hamas verwandelte
       Gaza in eine Militärbasis für Überfälle auf Israel. Sie rüstete sich außer
       mit Handfeuerwaffen mit zunächst selbstgebastelten, später auch iranischen
       Raketen aus und griff immer wieder Israel mit Raketen an.
       
       ## Kampf für die Freiheit Palästinas?
       
       Darauf folgten jedes Mal israelische Antworten mit Flugzeugen, um die
       Raketenbasen zu zerstören, manchmal setzte Israel auch Bodentruppen ein, um
       der Lage Herr zu werden. Die Angriffe der Hamas wurden immer heftiger, die
       Anzahl der verschossenen Raketen steigerte sich, wie auch deren Reichweite
       und Zielgenauigkeit, wobei die Ziele der Hamas in Israel fast
       ausschließlich zivil gewesen sind. Kein Land der Welt würde sich eine
       solche permanente Bedrohungslage bieten lassen. Die vorläufig letzte
       Steigerung dieser Angriffe [3][war der Terroranschlag vom 7. Oktober 2023].
       
       Nun könnte man die Angriffe der Hamas auf die zivile Bevölkerung Israels
       als gerechten Kampf für die Freiheit Palästinas interpretieren. Man muss
       aber hierfür ihre Ziele genau unter die Lupe nehmen. Die Ausgangslage, das
       seit 2005 freie Territorium von Gaza, wo die Hamas ab 2007, wie sie wollte,
       schalten und walten konnte, nutzte sie nicht für die Verbesserung der Lage
       des Volkes, sondern für die totale Aufrüstung zum Kampf gegen Israel und
       zum Bau von hunderten Kilometern von Tunneln, um vor Gegenangriffen Israels
       geschützt und im Kampf beweglicher zu sein.
       
       Die Aufrüstung der Hamas hat viel Geld und Mittel verschlungen, das den
       Menschen in Gaza hätte zugutekommen müssen. Stattdessen verharren diese im
       Elend, während die Führungsclique der Hamas ein Luxusleben führt. Die EU
       und darunter insbesondere Deutschland sind die größten Geldgeber der
       Palästinenser, auch in Gaza.
       
       Von diesem Geld werden [4][auch Schulbücher finanziert], in denen teils zur
       Vernichtung Israels und [5][zur Ermordung aller Juden aufgerufen] wird.
       Ziel der Hamas ist nicht die Verbesserung der Lage der palästinensischen
       Bevölkerung, sondern, wie es auch in der Hamas-Charta geschrieben steht,
       ausschließlich die Vernichtung Israels. Eine egal wie geartete
       Zweistaatenlösung ist für die Hamas überhaupt kein Diskussionsgegenstand.
       
       ## Die Logik der Hamas
       
       In kriegerischen Auseinandersetzungen mit Israel benutzt die Hamas
       Zivilisten als Schutzschilde. Nicht die toten Israelis, sondern die toten
       Palästinenser sind die Trumpfkarte der Hamas. Denn je mehr tote
       palästinensische Zivilisten zu beklagen sind, umso lauter werden weltweit
       die Proteste gegen Israel, umso wackliger auch die Unterstützung Israels im
       Westen. Nach der Logik der Hamas muss es möglichst viele tote Palästinenser
       geben.
       
       Ein Sachverhalt wird deshalb auch in der westlichen Öffentlichkeit nicht
       hinreichend bedacht. Die Hamas hat einen von ihrer Warte betrachtet
       außerordentlich erfolgreichen Terrorangriff auf Israel verübt, 1.400
       Israelis ermordet und insbesondere als Handelsobjekt viele Geiseln
       verschleppt. Niemand ist so naiv, schon gar nicht die Hamas, um nicht zu
       wissen, dass auf diesen präzedenzlosen terroristischen Angriff eine
       furchtbare Gegenreaktion Israels folgen wird. Man muss also davon ausgehen,
       dass die Hamas die Gegenreaktion Israels, so wie sie derzeit erfolgt, nicht
       nur erwartet, sondern einkalkuliert hat. Denn für die Hamas zählen die
       Menschen nichts.
       
       Es ist ein aus einem islamistischen Weltbild erwachsenes Handeln, das mit
       dem Kampf um die Freiheit der Palästinenser, gegen jüdische Siedlungen und
       für eine egal wie geartete Zweistaatenregelung nichts zu tun hat. Die
       einzige Logik dieses Terrorismus ist, auf den Zusammenbruch Israels
       hinzuarbeiten. Das ist die erklärte Absicht der Hamas, wie auch des Iran.
       
       Es ist ein falscher Zungenschlag, wenn derzeit weltweit in den Medien von
       einer Rache Israels gesprochen wird. Es geht wohl in erster Linie nicht um
       Rache, sondern darum, [6][dass die durch die Hamas immer wieder provozierte
       Spirale der Gewalt endgültig beendet wird].
       
       ## Friedliche Zukunft sabotiert
       
       Ja, die Politik Israels ist in den letzten Jahren tatsächlich nicht
       besonders klug gewesen. Und ja, die Israelis müssen, ob sie es wollen oder
       nicht, mit ihren palästinensischen Nachbarn leben. Aber: Es war die Hamas,
       die durch den Anschlag vom 7. Oktober mit großem Erfolg nicht nur die
       Annäherung Israels an die arabischen Staaten, sondern auch eine friedliche
       Zukunft für Palästina sabotiert hat.
       
       Hamas-Terroristen sind eben keine palästinensischen Patrioten, weil ihnen,
       entgegen ihren lautstarken Beschwörungen, das Leben ihrer eigenen
       Bevölkerung völlig gleichgültig ist.
       
       19 Nov 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/gaza-israel-hamas-nahost-konflikt
   DIR [2] /Vorgeschichte-des-Angriffs-auf-Israel/!5966215
   DIR [3] /Nach-dem-Massaker-in-Israel/!5963661
   DIR [4] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/hass-der-den-unesco-richtlinien-entspricht-4258360.html
   DIR [5] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-deutschland-antisemitismus-mitfinanziert-4202011.html
   DIR [6] /Angriff-auf-Israel/!5963299
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Gabriel Berger
       
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