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       # taz.de -- Nahost-Konflikt und Schulen: Bildung gegen Antisemitismus
       
       > Die Berliner Bildungsverwaltung ist bemüht, Schulen im Kampf gegen
       > Antisemitismus zu unterstützen. Einzelne Vorfälle hat es bereits gegeben.
       
   IMG Bild: Polizei an einem Gymnasium in Neukölln nach einer Auseinandersetzung um eine palästinensische Flagge
       
       Berlin taz | In den Schulen sind Konflikte mit Bezug zum Nahostkonflikt
       kein neues Problem. Doch die Auseinandersetzung am Neuköllner
       Ernst-Abbe-Gymnasium sei ein besonders heftiger Fall, sagt Martin Klesmann,
       Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung. An dem Gymnasium war es am
       Montag zu einer [1][tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem Lehrer und
       einem Schüler] gekommen, nachdem ein anderer Schüler auf dem Schulhof eine
       Palästina-Flagge gezeigt hatte.
       
       ## Vereinzelte Meldungen
       
       In den vergangenen Tagen hätten sich vor allem aus Neukölln und teils aus
       Schöneberg Schulen wegen Äußerungen zum aktuellen Konflikt in der
       Schülerschaft gemeldet. Die Senatsverwaltung hatte Anfang der Woche eine
       Mail mit Handlungsempfehlungen und Beratungsangeboten an die Schulen
       geschickt. „Wir haben uns mit den Schulleitungen in Neukölln bereits
       zusammengesetzt“, sagte Klesmann. Dabei hätten sie mitgenommen, „dass
       bereits [2][bestehende Angebote zur Demokratiebildung und
       Antisemitismusprävention] nun vor Ort gewünscht sind, etwa mit einer
       Projektwoche zum Thema“, so Klesmann. Außerdem habe der Senat angekündigt,
       Wachschutz an Schulen in Neukölln gemeinsam mit dem Bezirk wieder zu
       ermöglichen, auch um Unbefugte am Zutritt zu hindern.
       
       Schulen [3][melden antisemitische Vorfälle an die regionale Schulaufsicht],
       die dann unterstützt. „Wir stimmen uns gerade mit anderen
       Senatsverwaltungen ab, um den Schulen dann möglichst schnell eine noch
       konkretere Orientierungshilfe zu geben, was an Schulen stattfinden darf –
       und was nicht“, sagte Klesmann.
       
       ## Konkrete Unterstützung
       
       Die [4][Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (Kiga)] bietet am
       Freitag und auch Anfang kommender Woche Beratungen für Lehrer*innen an.
       Die Bildungsinitiative richtet sich in ihren Angeboten vor allem an
       migrantische Jugendliche. Auch geht es darum, wie Lehrer*innen mit
       Schüler*innen über die aktuelle politische Situation sprechen können.
       Grundsätzlich sei es wichtig, den Emotionen auch Raum zu geben, sagt
       Desiree Galert, Projektleiterin bei der Kiga, in einem Podcast.
       
       In Neukölln seien sie mit den Schulen im Austausch, sagt der
       Bezirkssprecher Christian Berg. „Sollte sich der Konflikt in Gaza
       zuspitzen, steigt auch die Gefahr von Auseinandersetzungen in Neukölln.“
       
       Berlins Antisemitismus-Beauftragter Samuel Salzborn sieht eine
       [5][deutliche Zunahme von Hass auf Israel] bei Schülern in den letzten 10
       bis 15 Jahren. „Dass das Wort ‚Jude‘ als Schimpfwort und auch als Drohung
       benutzt wird, ist weit verbreitet“, sagte er der dpa. Das löse bei
       jüdischen, aber auch anderen Schülern Angst aus. „Wir hören immer wieder,
       dass Eltern jüdischer Kinder diese abmelden von staatlichen Schulen und sie
       in jüdischen Schulen anmelden.“ Die Senatsbildungsverwaltung versuche in
       solchen Fällen, Betroffenen unbürokratisch einen Schulwechsel zu
       ermöglichen.
       
       12 Oct 2023
       
       ## LINKS
       
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   DIR [4] https://twitter.com/KIgA_eV/status/1711696157930320188/photo/3
   DIR [5] /Forscher-ueber-Antisemitismus-in-Schulen/!5565857
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Uta Schleiermacher
       
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