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       # taz.de -- Erdbeben in Afghanistan: Taliban bitten um Hilfe
       
       > Mehr als 2.000 Menschen sterben im Westen Afghanistans infolge einer
       > Erdbebenserie. Laut der Regierung sind noch Hunderte unter den Trümmern
       > ihrer Häuser begraben.
       
   IMG Bild: Vor den Erdbeben: Herat im Westen Afghanistans
       
       Islamabad ap/rtr | Bei der Erdbebenserie im Westen Afghanistans sind nach
       Angaben der [1][regierenden Taliban] mehr als 2.000 Menschen getötet
       worden. Mehr als 9.000 seien verletzt worden. Die Erdstöße hätten etwa
       sechs Dörfer in der Provinz Herat zerstört und Hunderte Menschen unter den
       Trümmern ihrer Häuser begraben, sagte der Sprecher des
       Informationsministeriums, Abdul Wahid Rajan, am Sonntag. Er bat dringend um
       Hilfe.
       
       Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatten am Samstag sieben Erdbeben in
       kurzer Folge die Gegend erschüttert. Die beiden heftigsten erreichten eine
       Stärke von 6,3. Ein Epizentrum lag 40 Kilometer nordwestlich der Stadt
       Herat. Es gab heftige Nachbeben.
       
       Die Erschütterungen waren Medien zufolge auch im benachbarten Iran und den
       afghanischen Provinzen Farah und Badghis zu spüren. Die Taliban baten auf
       der früher als Twitter bekannten Plattform X wohlhabende Landsleute um
       Hilfe für die Betroffenen.
       
       Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) teilte [2][in einem
       vorläufigen Bericht] mit, 465 Häuser seien zerstört und 135 beschädigt.
       Such- und Rettungstrupps seien noch im Einsatz. Die Telefonverbindungen in
       Herat waren unterbrochen.
       
       ## WHO schickte Krankenwagen nach Herat
       
       Der Einwohner Abdul Schakor Samadi berichtete, in der Stadt Herat seien
       alle Menschen aus ihren Wohnungen gerannt. Er und seine Familie trauten
       sich nicht wieder zurück ins Haus.
       
       Die Weltgesundheitsorganisation schickte zwölf Krankenwagen nach Herat, die
       Verletzte in Krankenhäuser brachten. Die meisten seien Frauen und Kinder,
       teilte die WHO auf X mit. Teams in Krankenhäusern unterstützen die
       Behandlung und ermittelten den zusätzlichen Bedarf an Hilfsmitteln.
       
       Die Erdbeben sind die verheerendsten seit Jahren in Afghanistan. 2022 hatte
       ein Erdbeben im Osten des Landes 1.000 Menschen getötet.
       
       8 Oct 2023
       
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