# taz.de -- Solarenergie vom Balkon: Wem nutzt der Überschussstrom?
> Wer mit der Balkon-Solaranlage mehr Strom erzeugt als der Haushalt
> braucht, kann die Energie ins Netz einspeisen. Davon profitieren auch
> andere.
IMG Bild: Hier wird Strom produziert: Balkonkraftwerk in Düsseldorf
Freiburg taz | Wer profitiert von jenem Überschussstrom, der aus
Balkon-Solaranlagen ins Netz fließt, aber nicht vergütet wird? Das ist
immer dann der Fall, wenn der zu Hause erzeugte Strom nicht unmittelbar im
Haushalt verbraucht wird und deswegen ins Netz fließt. Das ist der
Regelfall. Der [1][Stromzähler hat dann eine Rücklaufsperre], der
eingespeiste Strom wird nicht separat gezählt oder bezahlt.
Der Strom fällt in diesem Fall dem örtlichen Netzbetreiber zu. Somit
bekommt der lokale Infrastrukturbetreiber Strom geschenkt, den er zum
Ausgleich seiner Netzverluste nutzt oder am Strommarkt verkaufen kann. Da
die Netzbetreiber als faktische Monopolisten aber regulierte Unternehmen
sind, deren [2][Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur genehmigt] werden
müssen, geht am Ende auch der geschenkte Strom in die Kalkulation der
Netzentgelte ein. Das heißt: Strom, der ungemessen ins Netz fließt,
entlastet theoretisch die Netzentgelte – und damit alle Stromkunden.
Von der Menge her ist das aber zumindest bislang kaum relevant, auch weil
der Wert der kostenlos eingespeisten Kilowattstunden für die Netzbetreiber
nur bei einigen Cent je Kilowattstunde liegt. Für eine erste Schätzung kann
man den Marktwert des Solarstroms ansetzen, wie ihn die Bundesnetzagentur
monatlich im Nachgang errechnet. Im August lag dieser bei 7,5 Cent. Da
Balkon-Solaranlagen aber vermutlich überproportional oft gegen Mittag
Überschüsse erzeugen, wenn der [3][Strompreis an der Börse niedriger ist]
als zu anderen Stunden des Tages, dürfte der reale Wert von Balkonstrom
nochmals etwas geringer ausfallen als der publizierte mittlere Marktwert.
4 Oct 2023
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## AUTOREN
DIR Bernward Janzing
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