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       # taz.de -- Dritte Staffel „Princess Charming“: „Darf ich Dich küssen?“
       
       > Nach Vorwürfen war unklar, ob die lesbische Datingshow weitergeht. Nun
       > ist die 3. Staffel da und zeigt, wie romantisch Einvernehmlichkeit sein
       > kann.
       
   IMG Bild: Dieses Jahr kämpfen die Teilnehmerinnen um die Princess Madleen
       
       Lange Zeit bangten selbsternannte Trash-TV-Expert:innen um das Format, doch
       jetzt ist [1][„Princess-Charming“] mit einer neuen Staffel bei RTL+ zurück.
       Zum dritten Mal versuchen 20 Kandidat:innen, das Herz der „Princess“ zu
       erobern. Diese wählt nach einigen Dates, ähnlich wie in der hetero
       Dating-Sendung „Der Bachelor“, am Ende eine Person aus, die im Optimalfall
       ihre große Liebe ist.
       
       [2][Als 2021 die erste Staffel erschien], waren die Folgen mustergültig
       harmonisch. Der übliche Zank des Reality-TV fand hier kaum Platz.
       Stattdessen wurden die Teilnehmer:innen zu Freund:innen, sprachen offen
       über ihre Coming-Outs, schufen Sichtbarkeit für die lesbische Community und
       Raum für Themen, die von weiblicher Lust bis PMS reichten. Die Show
       strahlte auch ins reale, queere Leben aus. Die neuen Vorbilder machten
       jungen Queers Mut und manche Freund:innenkreise fanden erst über
       gemeinsames Public Viewing zueinander.
       
       Aber das Image der Muster-Show hielt nicht lange. [3][Zwei Kandidatinnen
       beschuldigten andere Teilnehmerinnen] des Missbrauchs. Die „Princess“ der
       zweiten Staffel küsste eine Kandidatin vor laufender Kamera gegen deren
       Willen. RTL reagierte per Instagram auf die Anschuldigungen – und alle
       waren gespannt, ob die Sendung zurückkommt.
       
       Das ist nun so weit. Ob sich die Lage hinter den Kamera verändert hat, ist
       nicht bekannt, aber auf den Bildschirmen sind Änderungen sichtbar. Die
       23-jährige „Princess“ Madleen und die Kandidatinnen achten auf Konsens.
       „Darf ich dich küssen?“, wird eigentlich immer gefragt, wenn es intimer
       wird.
       
       Allgemein sind Bedürfnisse ein großes Thema. Und wenn es gefühlstechnisch
       allen zu viel wird, werden die negativen Emotionen auch mal kollektiv
       hinausgebrüllt. Das ist süß anzusehen, soll aber nicht darüber
       hinwegtäuschen, dass RTL noch kein öffentliches Statement dazu verfasst
       hat, welche strukturellen Konsequenzen die Produktion aus den früheren
       Vorwürfen zieht.
       
       Wichtig ist trotzdem, dass ein zentrales Format für Sichtbarkeit von
       queeren FLINTAs erhalten bleibt. Und außerdem schön, weil endlich gezeigt
       wird, dass Einvernehmlichkeit nicht nur unverzichtbar, sondern auch
       romantisch ist.
       
       13 Oct 2023
       
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