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       # taz.de -- Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Zusammen gegen Ausgrenzung
       
       > Grüne und linke Aktive haben einen Verein gegründet, um die Arbeit des
       > Behindertenparlaments zu fördern. Konservative Mitglieder fehlen bislang.
       
   IMG Bild: Christian Specht, Präsident des Behindertenparlaments, im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses
       
       Berlin taz | Manche Gesetze behindern, manche demokratische Verfahren
       schließen Menschen mit Behinderung aus. Beides zu ändern ist [1][Ziel des
       Berliner Behindertenparlaments]. Grüne und linke Aktive haben jetzt einen
       Verein gegründet, der diese Arbeit fördern will. Was bislang fehlt:
       konservative Mitglieder.
       
       Christian Specht, Lebenshilfe-Vorstand, [2][taz-Kolumnist] und Präsident
       des Behindertenparlaments, zeigte sich bei der Vereinsgründung am
       Freitagabend dennoch zufrieden. „Der Förderverein soll das
       Behindertenparlament sichtbarer machen“, sagte Specht im Konferenzraum der
       taz, in den er seine Unterstützer:innen eingeladen hatte.
       
       Zur Sichtbarkeit beitragen könnte die Prominenz einiger
       Gründungsmitglieder. Die Ex-Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer
       (Grüne) war digital dabei. Die Abgeordnete und frühere Sozialsenatorin Elke
       Breitenbach (Linke) übernahm zusammen mit der Sozialarbeiterin Julia von
       Schick den Vorsitz. Den Rechtsanwalt Benedikt Lux, bis Februar für die
       Grünen im Abgeordnetenhaus, wählte die kleine Gründungsversammlung zum
       Kassenwart.
       
       Der Förderverein des Behindertenparlamentes ist auf Gemeinnützigkeit
       ausgelegt und will sich über Spenden finanzieren. Mitgliedsbeiträge soll es
       keine geben. „Es wäre toll, wenn sich viele Leute mit einbringen“, sagte
       Christian Specht.
       
       ## Verein will Sozialdemokraten und Konservative gewinnen
       
       Neben mehr Öffentlichkeitsarbeit gehe es um einen Austausch mit den
       Berliner Hochschulen. Auch mit den Behindertenbeiräten der Bezirke und den
       Landesvertretungen der anderen Bundesländer will der Förderverein ins
       Gespräch kommen. Denn was sich in Bremen und Berlin etabliert hat, würde
       Specht zufolge auch den anderen 14 Landtagen gut anstehen.
       
       2018 hatte Specht das bundesweit erste [3][Behindertenparlament in Bremen]
       besucht und das Format durch unermüdliches Netzwerken an die Spree geholt.
       Die Teilnahme steht allen offen: Menschen mit Behinderung, Angehörigen,
       Betreuenden. Die Berliner Lebenshilfe ist beteiligt, der
       Behindertenverband, die Landeszentrale für politische Bildung, die
       Landesvereinigung Selbsthilfe und der Paritätische Wohlfahrtsverband.
       
       Seit 2020 verständigen sich die engagierten Einzelpersonen und Verbände in
       Fokusgruppen über politische Forderungen. An Parlamentstagen werden den
       Landespolitiker:innen dann entsprechende Anträge übergeben. Im
       Winter 2022 geschah das [4][erstmals im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses].
       Am 2. Dezember will das Behindertenparlament dort wieder tagen.
       
       Bis dahin will der neue Förderverein auch Mitglieder aus der
       Sozialdemokratie und dem konservativem Spektrum gewonnen haben.
       Entsprechende Vertreter:innen waren der Einladung zur Gründung nicht
       gefolgt. Doch, so hatte CDU-Abgeordnetenhauspräsidentin Cornelia Seibeld
       kurz nach ihrer Wahl im Mai versprochen: auch Schwarz-Rot wolle das
       Behindertenparlament unterstützen.
       
       ## Die AfD ist nicht erwünscht
       
       Benedikt Lux sagte bei der Vereinsgründung: „Wir sind überparteilich, bis
       auf eine Partei.“ Zuvor hatte am Freitag schon die Bundesvereinigung
       Lebenshilfe ihren Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD bekräftigt. Die
       Menschen in der Lebenshilfe seien besorgt, weil die AfD offen für die
       Ausgrenzung von Menschen mit Beeinträchtigung eintrete, so die Vorsitzende
       Ulla Schmidt. „Die AfD wird stärker, man sollte ihr nicht die Parlamente
       überlassen“, sagte Christian Specht am Abend in Berlin.
       
       1 Oct 2023
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Hunglinger
       
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