URI:
       # taz.de -- Rezessionsprognose für Deutschland: Am besten Energie sparen
       
       > Deutschlands Wirtschaft schrumpft, damit die Inflation sinkt. Die jetzige
       > Krise zeigt, dass das Land zu abhängig von fossilen Energien ist.
       
   IMG Bild: Deutschland muss Energie sparen, immer, überall – also auch im Privaten
       
       Die Europäische Zentralbank hatte einen Plan, und er geht auf: Die deutsche
       Wirtschaft dürfte i[1][n diesem Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen]. Auf den
       ersten Blick mag es erstaunlich wirken, dass eine Zentralbank die
       Konjunktur abwürgt. Aber die EZB wollte die Inflation bekämpfen – und hat
       daher die Zinsen hochgesetzt. Prompt wurden Kredite so teuer, dass fast
       niemand mehr investiert. Zumindest die EZB findet: Krise muss sein: Wenn
       die Wirtschaft lahmt und die Arbeitslosigkeit zunimmt, steigen auch die
       Löhne nicht so schnell. Zugleich sind die Firmen nicht mehr völlig
       ausgelastet. Die Betriebe werden also ihre Preise nicht mehr so stark
       erhöhen – die aktuelle, gesunkene Inflation scheint dies zu bestätigen.
       
       Allerdings fällt auf, dass Deutschland von der Rezession wohl härter
       getroffen wird als die anderen Eurostaaten. Trotzdem wäre es falsch, nun
       eine „Standortdebatte“ zu starten und sich zu fragen, ob die Bundesrepublik
       „der kranke Mann Europas“ ist. In Deutschland kommen zwei Sonderfaktoren
       hinzu: Wir waren extrem abhängig vom russischen Gas und müssen den Ersatz
       nun teuer einkaufen. Zudem ist China unser zweitwichtigster Exportmarkt,
       aber dort gehen die Wachstumsraten ebenfalls zurück.
       
       Die Bundesregierung hat also wenig Einfluss auf die Rezession. Umso
       wichtiger wäre es, wenigstens Fehlentscheidungen zu vermeiden: So wurden
       jetzt die Richtlinien für die Wärmedämmung stark abgemildert, um den Neubau
       anzukurbeln. Das ist Wahnsinn: Der Ökostrom wird künftig nur reichen, wenn
       alle Gebäude optimal gedämmt sind. Die Immobilien später nachzurüsten, wird
       viel teurer, als sie gleich richtig auszustatten.
       
       Überhaupt zeigt die jetzige Krise, dass Deutschland z[2][u abhängig von
       fossilen Brennstoffen ist.] Die Gasimporte aus Russland waren fatal, aber
       auch auf den internationalen Ölmärkten könnte es zu Engpässen kommen. Eine
       Zusammenarbeit von Russland und Saudi-Arabien deutet sich schon an, um die
       Preise nach oben zu treiben. Kurz: Deutschland muss Energie sparen. Immer,
       überall.
       
       28 Sep 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.dw.com/de/institute-deutschland-in-der-rezession/a-66946705
   DIR [2] /Autofahren-in-Kriegszeiten/!5838228
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ulrike Herrmann
       
       ## TAGS
       
   DIR Rezession
   DIR Inflation
   DIR Konsum
   DIR Schwerpunkt Armut
   DIR Welthandel
   DIR Rezession
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Hohe Preise für Nahrungsmittel: Schlechte Stimmung beim Konsum
       
       Die Inflation drückt noch auf die Kauflaune der Menschen in Deutschland,
       ein Großteil verzichtet ihretwegen. Doch das könnte sich bald ändern.
       
   DIR Inflationsrate sinkt schlagartig: Noch keine Entwarnung
       
       Die Rate sinkt auf 4,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit Beginn des
       Krieges. Lebensmittel kosten aber immer noch 7,5 Prozent mehr als vor einem
       Jahr.
       
   DIR Fairer Kapitalismus: Gerechtigkeit ist machbar
       
       Der Kapitalismus ist ein knallhartes Spiel – doch es könnte fairer laufen:
       mit einem globalen Mindestlohn und dem Ende aller Steueroasen.
       
   DIR BIP im ersten Quartal geschrumpft: Deutsche Wirtschaft in Rezession
       
       Die hartnäckig hohe Inflation dämpft die Kauflaune der Deutschen. Das hat
       Folgen für die Konjunktur zu Jahresbeginn.