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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: USA will Uran-Munition liefern
       
       > Nach dem Ukraine-Besuch von Blinken kündigt Washington Uran-Lieferungen
       > an. Moskau und Kyjiw attackieren sich gegenseitig mit Drohnen.
       
   IMG Bild: Techniker der US Air Force arbeiten im Juli in Utah mit Uran-Munition
       
       ## Erneuter russischer Drohnenangriff auf Donauhafen Ismajil
       
       Zum vierten Mal innerhalb von fünf Tagen hat Russland ukrainischen Angaben
       zufolge das Gebiet um den Donauhafen Ismajil angegriffen. Bei den
       dreistündigen nächtlichen Attacken seien zivile und Hafeninfrastruktur
       sowie ein Fahrstuhl und ein Verwaltungsgebäude beschädigt worden, teilte
       der Regionalgouverneur von Odessa, Oleg Kiper, am Donnerstag im
       Onlinedienst Telegram mit. Ein Lastwagenfahrer sei leicht am Bein verletzt
       worden.
       
       Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe waren in der Nacht 33 russische
       Drohnen abgefeuert worden, die meisten über der Region Odessa im Süden des
       Landes. 25 Drohnen wurden demnach zerstört.
       
       [1][Der Donauhafen Ismajil unweit der Grenze zu Rumänien ist seit dem
       Austritt Russlands aus dem Getreideabkommen im Juli zu einem der
       wichtigsten Exporthäfen für ukrainisches Getreide geworden]. Das Abkommen
       hatte der Ukraine trotz des Krieges den Transport von Getreide über das
       Schwarze Meer ermöglicht. Seit dem Austritt griff Moskau verstärkt die
       ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Donau an.
       
       Der rumänische Präsident Klaus Johannis forderte am Mittwoch eine
       „dringende Untersuchung“ von Trümmerteilen, die nach einem Angriff auf die
       Ukraine auf rumänischem Staatsgebiet unweit des Hafens von Ismajil gefunden
       worden waren. Sollte sich bestätigen, dass die Trümmer von einer russischen
       Drohne stammten, wäre dies „völlig unzulässig und eine schwere Verletzung
       der Souveränität und territorialen Integrität Rumäniens, eines
       Nato-Verbündeten“, sagt Johannis. (afp) 
       
       ## Die Ukraine attackiert Russland mit Drohnen
       
       [2][Die westrussische Region Brjansk] an der Grenze zur Ukraine ist
       ebenfalls nicht das erste Mal unter Beschuss. Das russische Militär und
       Gouverneur Alexander Bogomas berichteten über den Abschuss von drei
       ukrainischen Drohnen. „Durch die herabstürzenden Trümmer eines Flugapparats
       wurden teilweise die Verglasung des Bahnhofsgebäudes, der Bahnhofsvorplatz
       und einige Autos beschädigt“, teilte Bogomas auf seinem Telegram-Kanal mit.
       
       Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium in der Nacht schon die
       Abwehr von Drohnenangriffen im Gebiet Moskau und im südrussischen Rostow
       gemeldet. Medien veröffentlichten Bilder von einer nahe des Wehrstabs Süd
       abgeschossenen Drohne, die im Stadtzentrum von Rostow explodierte. Dabei
       gab es ebenfalls leichten Sachschaden an den umstehenden Gebäuden und
       Fahrzeugen. (dpa)
       
       ## Eine Million Tonnen russisches Getreide umschlagen
       
       Die Türkei hat sich nach Angaben der Regierung in Moskau dazu bereit
       erklärt, eine Million Tonnen russisches Getreide umzuschlagen. „Alle
       grundsätzlichen Vereinbarungen sind getroffen worden“, erklärte der
       stellvertretende Außenminister Alexander Gruschko nach einem Bericht der
       Nachrichtenagentur Interfax vom Mittwoch. [3][Demnach soll sich die Türkei
       um den Weitertransport des Getreides kümmern]. Mit finanzieller
       Unterstützung Katars soll es zu ermäßigten Preisen an afrikanische Staaten
       geliefert werden.
       
       Russland hatte im Juli die Verlängerung des von der Türkei und den
       Vereinten Nationen vermittelten Abkommens mit der Ukraine über den
       Transport von Getreide über sichere Passagen im Schwarzen Meer verweigert.
       Die Ukraine und Russland gehören zu den größten Getreideexporteuren
       weltweit, sie haben maßgeblichen Einfluss auf die Weltmarktpreise. Vor
       allem arme afrikanische Länder sind durch die gestiegenen Importpreise des
       Grundnahrungsmittels unter Druck geraten.
       
       Der Kreml rechtfertige den Ausstieg aus dem Getreideabkommen mit westlichen
       Sanktionen, die russische Getreide- und Düngemittelausfuhren behinderten.
       Seitdem hat Russland wiederholt ukrainische See- und Flusshäfen sowie
       Getreidelager angegriffen. Die Ukraine und der Westen beschuldigen deswegen
       Russland, Lebensmittel als Waffe einzusetzen. (rtr)
       
       ## Russland: Uranmunition zeigt „Unmenschlichkeit“ der USA
       
       Die russische Botschaft in Washington hat die Pläne der USA, Uranmunition
       an die Ukraine zu liefern, als „klares Zeichen der Unmenschlichkeit“
       verurteilt. „Washington, das von der Idee besessen ist, Russland eine
       ‚strategische Niederlage‘ zuzufügen, ist bereit, nicht nur bis zum letzten
       Ukrainer zu kämpfen“, erklärte die russische Botschaft am Mittwoch
       (Ortszeit) im Onlinedienst Telegram. Es sei auch bereit, künftige
       Generationen abzuschreiben.
       
       Die USA lieferten „vorsätzlich Waffen mit willkürlicher Wirkung“, erklärte
       die Botschaft weiter. „Sie sind sich der Folgen voll bewusst: Die Explosion
       (…) führt zur Bildung einer sich bewegenden radioaktiven Wolke“.
       
       Dies zeige, dass die USA „zutiefst gleichgültig“ gegenüber der Gegenwart
       und der Zukunft der Ukraine und ihrer europäischen Nachbarn seien, erklärte
       die Botschaft weiter und fügte hinzu, die russische Armee werde die an die
       Ukraine gelieferten Waffen weiterhin methodisch zerstören.
       
       Großbritannien hatte bereits im Frühjahr angekündigt, der Ukraine im
       Verteidigungskrieg gegen Russland Uranmunition zur Verfügung zu stellen.
       Der russische Präsident Wladimir Putin drohte daraufhin, seine Streitkräfte
       ebenfalls mit solcher Munition zu beliefern. (afp)
       
       ## USA liefern erstmals umstrittene Uran-Munition an Ukraine
       
       Die USA wollen erstmals im Rahmen militärischer Hilfen umstrittene
       Uran-Munition an die Ukraine liefern. Die mit abgereichertem Uran gefüllten
       Granaten sind Teil eines am Mittwoch vom Verteidigungsministerium
       angekündigten neuen Hilfspakets im Volumen von 175 Millionen Dollar. Die
       Granaten sollen von Abrams-Panzer verschossen werden. Zudem sollen
       Panzerabwehrsysteme, Flugnavigationssysteme und Munition für mobile
       Artillerieraketensysteme (HIMARS) dem ukrainischen Militär übergeben
       werden.
       
       Der Einsatz von Uran-Munition ist sehr umstritten. Gegner kritisieren
       Gesundheitsrisiken durch den Kontakt mit radioaktiven Uranstaub.
       Abgereichertes Uran ist ein Nebenprodukt der Urananreicherung. Durch seine
       extreme Dichte haben die Geschosse eine sehr hohe Durchschlagskraft.
       
       Die 175 Millionen Dollar sind Teil von einer Milliarde Dollar umfassenden
       Hilfen, die US-Außenminister Antony Blinken bei seinem Besuch in Kyjiw am
       Mittwoch angekündigt hat. Davon sollen über 665 Millionen Dollar für
       militärische und zivile Zwecke ausgegeben werden. Mehrere Millionen Dollar
       sollen in Luftabwehr investiert werden. (rtr)
       
       7 Sep 2023
       
       ## LINKS
       
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