# taz.de -- Mehrwertsteuer auf Erdgas und Fernwärme: Lindner will das Heizen verteuern
> Der Finanzminister will die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer auf Erdgas
> vorziehen. Verbraucher*innen müssen dann 11 Prozent mehr zahlen.
IMG Bild: Für alle, die mit Erdgas heizen, macht er es teuerer: Finanzminister Lindner
Berlin taz | Heizen könnte zum Jahreswechsel nach dem Willen von
[1][Bundesfinanzminister Christian Lindner] wieder erheblich teurer werden.
Der Grund: Sein Ministerium plant, die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer um
drei Monate vorzuziehen, wie die FAZ berichtete. „Die krisenbedingten
Preisspitzen an den Gasmärkten haben sich inzwischen gelegt“, wird das
Ministerium zitiert. Die Steuersenkung sei von Anfang an nur als
kurzfristige und nie als dauerhafte Maßnahme gedacht gewesen.
Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer auf Erdgas wegen der aufgrund
des Lieferstopps durch die Nord-Stream-Pipelines drastisch gestiegenen
Gaspreise von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die Maßnahme sollte ursprünglich
bis Ende März 2024 gelten.
Sie könne vorzeitig beendet werden, weil der Gaspreis schneller wieder
sank, als man 2022 annahm, so das Finanzministerium. Bund, Länder und
Gemeinden könnten durch das Vorziehen der Wiederanhebung 2,1 Milliarden
Euro sparen.
Kritik an dem Vorhaben kommt von der Opposition. „Die Mehrwertsteuer auf
Gas und Fernwärme zum 1. Januar von 7 auf 19 Prozent anzuheben treibt das
Land tiefer in die Rezession“, erklärte Linksfraktionschef [2][Dietmar
Bartsch] auf [3][X, vormals Twitter]. Der Finanzminister solle nicht
Verbrauchern noch höhere Kosten aufbürden, sondern die Profiteure, die
schamlos an Strom- und Gaszählern, Supermarktkassen und Zapfsäulen
abkassieren, mit einer angemessenen Übergewinnsteuer belegen.
## 11 Prozent höhere Kosten für Verbraucher*innen
Laut Berechnungen des Vergleichsportals Verivox würden die Gaspreise für
Privatkund*innen durch die Wiederanhebung um 11 Prozent steigen. Für
einen Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden
würde das Mehrkosten von durchschnittlich 270 Euro pro Jahr bedeuten.
Angesichts solcher Kostensteigerungen ist der Vorschlag aus dem
[4][FDP-geführten Ministerium] in der Ampel umstritten. „Gerade in der
Heizphase können wir nicht einfach frühzeitig zu einem höheren
Mehrwertsteuersatz zurück“, schrieb der finanzpolitischer Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, [5][Michael Schrodi, auf X]. Auch für die Grünen
soll noch nicht das letzte Wort gesprochen sein.
18 Sep 2023
## LINKS
DIR [1] /Haushaltsentwurf-der-Bundesregierung/!5957850
DIR [2] /Rueckzug-des-Linken-Fraktionschefs/!5950261
DIR [3] https://twitter.com/DietmarBartsch/status/1703341399213592578
DIR [4] /Oekonom-ueber-die-Schuldenbremse/!5952705
DIR [5] https://twitter.com/mischrodi/status/1703484763913224240
## AUTOREN
DIR Simon Poelchau
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