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       # taz.de -- Auswirkungen der Klimakrise: Kühe geraten in Hitzestress
       
       > Kühe sind in Gebieten, die von Ernährungskrisen getroffen sind,
       > überlebenswichtig. Doch die Erderhitzung gefährdet die Gesundheit der
       > Tiere.
       
   IMG Bild: Sie tragen nicht nur zur Klimakrise bei, sondern leiden auch darunter
       
       Bislang geraten Rinder immer wieder und vor allem als Mitverursacher der
       [1][Klimakrise] ins Visier. Eine aktuelle [2][Studie] aber zeigt auf, wie
       sie selbst unter vermehrter Trockenheit und Hitze leiden. So könnte die
       [3][Erderwärmung] dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit von Kühen
       weltweit haben. Mehr als eine Milliarde der Wiederkäuer könnte bis zum Ende
       des Jahrhunderts unter Hitzestress leiden.
       
       Ja und, wieso denn nicht, das gilt doch für alle Lebewesen, oder? Kühe
       allerdings sind für viele Menschen, gerade in Gebieten, die schon jetzt von
       [4][Ernährungskrisen] getroffen sind, überlebenswichtig. Kuhmilch stellt in
       vielen Ländern des Globalen Südens eine wichtige Eiweiß- und auch
       Einkommensquelle dar. Wenn Fruchtbarkeit, Milchproduktion und
       Lebenserwartung von Kühen sinken, wie es in der am vergangenen Donnerstag
       in der Zeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten
       Untersuchung heißt, dann hat das für diese Regionen enorm negative
       Auswirkungen.
       
       Schon jetzt weisen laut den Forschern acht von zehn Kühen Symptome von
       Hitzestress auf, etwa eine übermäßig hohe Körpertemperatur oder erhöhte
       Atemfrequenzen. Sollte der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase
       weiter steigen, könnte die Belastung der Tiere der Studie zufolge bis zum
       Jahr 2100 vor allem in Brasilien, dem südlichen Afrika, Nordindien,
       Nordaustralien und Mittelamerika zu einem ganzjährigen Problem werden.
       
       Laut Studienautorin Michelle North von der Universität von KwaZulu-Natal in
       Südafrika und ihrem Team könnte der zunehmende Hitzestress die weltweite
       Milchproduktion bis 2050 um elf Millionen Tonnen verringern – was vor allem
       Kleinbauern ohne Versicherung in ihrer Existenz bedrohen würde. Nur die
       rasche Reduzierung der Treibhausgase werde den Forschern zufolge das
       Problem eindämmen können.
       
       In verschiedenen Ländern will man, um dieses Ziel zu erreichen, den Rindern
       selbst an den Kragen. Ein internes Papier der irischen Regierung erregte im
       Sommer Aufsehen. Es erwog, rund 200.000 Rinder zu keulen, um die Klimaziele
       des Landes zu erreichen. Zuvor hatte der französische Rechnungshof eine
       Strategie zur Verringerung des Rinderbestands angemahnt. Demnach sei die
       stark subventionierte Rinderhaltung für 11,8 Prozent des
       Treibhausgasausstoßes in Frankreich verantwortlich – vergleichbar mit den
       Emissionen der Wohngebäude. Um den Verpflichtungen nachzukommen, müsse der
       Viehbestand deutlich kleiner werden. Unaufgeregter sind allerdings die
       Maßnahmen, die die aktuelle Hitzestress-Studie vorschlägt. Kurzfristig
       könne überhitzten Kühen geholfen werden, indem sie Zugang zu
       Schattenplätzen haben und früher am Tag gefüttert werden.
       
       27 Aug 2023
       
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