# taz.de -- CDU-Chef nach AfD-Aussagen unter Druck: Merz warnt vor Kanzlerdebatte
> Die Union solle sich auf inhaltliche Arbeit fokussieren, fordert der
> CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, statt „über Koalitionen oder gar
> Personaldebatten“ zu spekulieren.
IMG Bild: Nach seinen Aussagen zur Zusammenarbeit mit der AfD unter Druck: CDU-Chef Friedrich Merz
Berlin dpa | CDU-Chef [1][Friedrich Merz] hat vor Spekulationen über die
K-Frage in der Union oder künftige Koalitionen gewarnt. „Die inhaltliche
Erneuerung der CDU kommt gut voran“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur
in Berlin. „Das sind die entscheidenden Aufgaben, die wir heute haben.
Nicht Spekulationen über Koalitionen oder gar Personaldebatten.“
Merz war innerhalb von CDU und CSU in den letzten Tagen scharf kritisiert
worden, nachdem er in einem Interview gesagt hatte, seine Partei solle auf
lokaler Ebene [2][durchaus mit der extrem rechten AfD zusammenarbeiten.]
Auf die Frage, ob eine neuerliche große Koalition mit der SPD dem Land nach
einem möglichen Erfolg der Union bei der Bundestagswahl 2025 gut tun würde,
äußerte sich Merz ausweichend. Die Frage nach Koalitionspartnern „werden
wir gegebenenfalls nach der Bundestagswahl 2025 beantworten, aber nicht
vorher“. Er ergänzte: „Wir bearbeiten nur die Themen, die heute auf dem
Schreibtisch liegen.“
„Wir machen uns über Koalitionen ehrlich gesagt zurzeit keine Gedanken. Es
geht jetzt darum, dass wir CDU pur formulieren“, sagte Merz, der auch
Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist. Die CDU wolle ihr
Wählerpotential ausschöpfen. „Das geht nur, wenn wir nicht nach rechts oder
links schielen, sondern geradeaus schauen und die eigenen Positionen
klären. Da sind wir auf einem guten Weg.“
Fraktion und Partei würden „enorm fleißig“ arbeiten, lobte Merz. Man habe
Positionspapiere zu den meisten großen politischen Themen der Zeit in den
Bundestag eingebracht. „Wenn es um Innere Sicherheit, Wirtschaft oder
Familie geht, liefert die CDU klar die besseren Ideen, die unser Land
voranbringen.“ In der Partei werde ein neues Grundsatzprogramm erarbeitet.
Zur Frage der Kanzlerkandidatur der Union unterstrich Merz, er und CSU-Chef
Markus Söder hätten verabredet, dass man im Spätsommer 2024 einen
gemeinsamen Vorschlag machen werde. Auf die Frage, ob das Thema vor oder
nach den Landtagswahlen im Herbst 2024 geklärt werden solle, sagte Merz:
„Das werden wir in Ruhe besprechen, wann und wie wir das genau machen. Der
Zeitraum ist eingegrenzt: Spätsommer 2024.“ Am 1. September kommenden
Jahres wird in Thüringen und Sachsen ein neuer Landtag gewählt, am 22.
September in Brandenburg. Vor allem in Thüringen wird nach hohen
Umfragewerten für die AfD eine schwierige Regierungsbildung erwartet.
26 Jul 2023
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