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       # taz.de -- US-Republikaner im Vorwahlkampf: Die kaputte Partei
       
       > Die Vorwahlkämpfe der US-Republikaner sind seit vielen Jahren eine
       > Zumutung. Die diesjährigen Kandidaten schaffen es, ihre Vorgänger noch zu
       > übertreffen.
       
   IMG Bild: Vivek Ramaswamy und Nikki Haley bei der Debatte für den republikanischen Präsidentschaftkandidaten
       
       Eins ist am Mittwoch für alle Welt sichtbar geworden: Knapp 15 Monate vor
       der nächsten US-Präsidentschaftswahl ist der Zustand der Republikanischen
       Partei noch katastrophaler als bislang angenommen.
       
       Da treffen sich acht Kandidat*innen zur ersten TV-Debatte, ausgerichtet
       von einem erzkonservativen Sender. Der haushoch führende Bewerber bleibt
       der Debatte fern, muss einen Tag später [1][eine Kaution hinterlegen], um
       nicht in Untersuchungshaft zu kommen, gibt stattdessen einem Youtuber ein
       Interview, der vor ein paar Monaten als zu extrem von ebenjenem Sender
       entlassen wurde, und das wird binnen Stunden 120 Millionen Mal angesehen.
       
       Unterdessen kreischen sich die acht Umfragezwerge gegenseitig an, sehen
       sich genötigt, dem abwesenden Angeklagten ihre Loyalität zu bekunden, und
       wer das nicht tut, wird vom Publikum ausgebuht. Allgemein als
       Debattensieger wird im Anschluss jener Kandidat ausgerufen, der den
       Klimawandel als Hirngespinst bezeichnet und das Militär lieber zur Abwehr
       von Migrant*innen an der US-Südgrenze einsetzen will, als die Ukraine zu
       unterstützen.
       
       Nun sind republikanische Vorwahlkämpfe schon seit vielen Jahren eine
       Zumutung. Aber das diesjährige Kandidat*innenfeld toppt die Vorjahre
       in Sachen Ignoranz und Schrillheit noch einmal. Die Kultur ziviler und
       leidlich faktenbasierter politischer Auseinandersetzung scheint irreparabel
       zerstört. Das ist nicht allein [2][das Werk Donald Trumps] – er hat seit
       2016 lediglich vollendet, was im politischen Vor- und Umfeld der
       US-Republikaner*innen schon lang im Gange war.
       
       Normalerweise wäre es ein Grund zur Schadenfreude, wenn eine rassistische,
       antisoziale, frauen- und queerfeindliche Partei sich derartig zerlegt. Nur:
       Sie ist eine von nur zweien mit nationaler Bedeutung in den USA und könnte
       im nächsten Jahr erneut ins Weiße Haus gewählt werden. Da bleibt die Freude
       stecken – die bloße Vorstellung ist schlicht furchteinflößend. Am Ende
       dürften nicht nur die [3][Republikaner] unwiederbringlich zerstört sein.
       
       24 Aug 2023
       
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   DIR Bernd Pickert
       
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