# taz.de -- Probleme bei der Wärmewende: Deutlich weniger Wärmepumpen
> Die Förderanträge für klimafreundliche Heizungen sind im ersten Halbjahr
> eingebrochen. Die Branche macht die Regierung verantwortlich.
IMG Bild: Wärmepumpenproduktion in Remscheid. Die Branche sieht die Regierung als Schuldigen für die sinkende Nachfrage
Berlin taz | Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist deutlich zurückgegangen. Im
ersten Halbjahr sind 48.804 entsprechende Förderanträge beim Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingegangen – nur etwa die Hälfte
des Aufkommens des Vorjahreszeitraums. Das berichteten Zeitungen der
Funke-Mediengruppe am Dienstag.
Wärmepumpen befördern Wärme aus der Außenluft, dem Boden oder dem
Grundwasser in Gebäude hinein. Sie werden mit Strom betrieben. Kommt
Ökostrom zum Einsatz, verursachen die Anlagen praktisch keine
Treibhausgasemissionen. Sie gelten deshalb als wichtiges Rückgrat des
Klimaschutzes. Damit geht es bisher im Gebäudesektor aber kaum voran. Fast
alle Häuser werden noch mit Öl, Gas oder – oft noch mit Kohle oder Gas
erzeugte – Fernwärme beheizt.
Die Branche sieht die Schuld für den Nachfrageeinbruch bei der
Bundesregierung. „Die Bafa-Zahlen sind ein Zeugnis der enormen
[1][Verunsicherung, die das geplante Heizungsgesetz ausgelöst hat]“, sagte
Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, den
Funke-Medien.
Monatelang hatte sich die Regierung bei der Reform des
Gebäudeenergiegesetzes gezofft, mit dem Bundeswirtschaftsminister Robert
Habeck (Grüne) und Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) den Austausch
klimaschädlicher Heizungen voranbringen wollen.
## Wirtschaftsministerium sieht kein Problem
Vor allem dabei, welche Technologien als klimafreundlich anerkannt werden
sollten, [2][aber auch bei der Gestaltung von Fördermodellen] gab es
Dissens mit der FDP. Das deutlich abgeschwächte Gesetz konnte nicht mehr
vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen werden. Der Bundestag
wird [3][voraussichtlich im September darüber abstimmen].
Das Wirtschaftsministerium zeigt sich indes nicht beunruhigt. „Das Jahr
2022 hat gezeigt: Das Modell Wärmepumpe zum Heizen wird angenommen“, sagte
eine Sprecherin der taz. „Natürlich ist das so, dass die Verbraucher
abwarten, bis sie genau wissen, wie die Förderung künftig aussehen soll,
das ist ja normales Verbraucherverhalten.“ Sie erwarte, dass der Rückgang
ausgeglichen werden kann, sobald das Heizungsgesetz final beschlossen ist.
8 Aug 2023
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## AUTOREN
DIR Susanne Schwarz
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